Suchen

Metropolis 2000

Italien | Vereinigte Staaten, 1983

  • Originaltitel: I nuovi barbari
  • Alternativtitel:

    Los nuevos bárbaros (ESP)

    Les nouveaux barbares (FRA)

    Os Implacáveis Exterminadores (POR)

    Warriors of the Wasteland (USA)

    The New Barbarians

  • Deutsche Erstaufführung: 10. Juni 1983
  • Regisseur: Enzo G. Castellari
  • Kamera: Fausto Zuccoli
  • Musik: Claudio Simonetti
  • Drehbuch: Tito Carpi, Antonio Visone, Enzo G. Castellari
  • Inhalt:

    „2019 a.D.
    The nuclear holocaust is over“

     

    Eine Gruppe von heimatlosen Christen unter ihrem Anführer Father Moses (Venantino Venantini) empfängt Jahrzehnte nach dem nuklearen Holocaust Signale anderer Überlebender, gar nicht weit entfernt und will sich dorthin begeben. Doch dagegen haben die Templer etwas, deren Anführer One (George Eastman) die Ansicht vertritt, die Menschheit müsse aussterben, da sie ihr Ende selbst herbei geführt habe. Außerdem mögen One und seine rechte Hand Shadow (Ennio Girolami) nicht nur keine Frauen –die sollen ausgerottet werden, damit die Menschheit sich nicht mehr fortpflanzen kann - sondern auch keine Bücher, die Bibel schon mal gar nicht.

     

    Der marodierende Einzelgänger Scorpion (Giancarlo Prete), selbst ein ehemaliger Templer, rettet die junge Alma (Anna Kanakis) vor seiner ehemaligen Gang und somit vor dem Tod. Doch Alma ist verletzt und sein (entfernter) Freund Nadir (Fred Williamson) führt die Beiden zu den Christen. Scorpion will der Gruppe helfen, ihr Ziel zu erreichen.

     

    Derweil drängt Shadow seinen Boss One dazu, Scorpion zu töten. Doch One will mehr, die totale Demütigung des Verräters, und erst dann will er ihn sterben sehen. Die Templer nehmen Scorpion gefangen und One besorgt es ihm ordentlich, bevor die Templer sich auf den Weg machen, die Christen-Gruppe zu vernichten.

     

    Scorpion gelingt die Flucht, und gemeinsam mit Nadir kommt es zum Showdown mit den Templern.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Als Zukunfts-Western wollte Enzo G. Castellari – zusammen mit Co-Autor Tito Carpi - diese postapokalyptische Vision einer gar nicht so fernen Zukunft inszenieren. Nach dem nicht unbeträchtlichen internationalen Erfolg von „The Riffs – Die Gewalt sind wir“ (1982) und „The Riffs II – Flucht aus der Bronx“ inszenierte Castellari diesen dritten Action-Film für Produzent Fabrizio De Angelis – mit deutlich kleinerem Budget und kürzerer Drehzeit. De Angelis wünschte sich anschließend weitere Projekte mit Castellari, doch der war bereits für „Tuareg - Il guerriero del deserto“ (1984) verpflichtet, so dass De Angelis künftig selbst unter dem Pseudonym „Larry Ludman“ für einige Actionfilme den Regiestuhl übernahm.

     

    Die Besetzung von „Metropolis 2000“ kann sich mit Giancarlo Prete (als „Timothy Brent“), Fred Williamson, George Eastman, Anna Kanakis, Venantino Venantini und Castellaris Bruder Ennio Girolami sehen lassen, auch der kleine Giovanni Frezza aus Lucio Fulcis „Haus an der Friedhofsmauer“ (1981), „Amulett des Bösen“ (1982) und Lamberto Bavas „Das Haus mit dem dunklen Keller“ (1983) ist dabei. Regisseur Enzo G. Castellari hat einen Kurzauftritt als Schwerverletzter in einem Autowrack, der den Helden Scorpion um den Gnadenschuss bittet – eine solche Szene wollte Castellari unbedingt mal spielen und übernahm die Darstellung somit selbst.

     

    Zu den Schwachpunkten dieses Films – und die sind zahlreich – da passiert hier etwas ganz Kurioses: denn die Defizite von „Metropolis 2000“ sind auch dessen Stärken. Denn gerade diese machen dieses Filmwerk zu einer extrem unterhaltsam, actiongeladenen Trashgranate. Die Story ist dünn, Castellari selbst bezeichnet sie als schlechte Entschuldigung für eine Aneinanderreihung von vielen Actionszenen. Die Effekte sind zahlreich aber nicht gut gemacht, untermalt von einem dünnen Synthie-Sound, den Claudio Simonetti pseudonym als „Claude King“ weit unter seinem gewohnten Niveau einspielte. Und wenn man schon mal beim Sound ist, was mich persönlich immer an „Metropolis 2000“ genervt hat, ist, dass man etwa Motoren- und Schußgeräusche durch merkwürdig nervtötende elektronische Geräusche ersetzt hat. Habe ich schon die üblen Frisuren der Darsteller erwähnt? Auch das, sehenswert, Strähnchen in allen Farben bis hin zu Pink.

     

    Aber wie gesagt, die Schwächen dieses Films machen ihn letztendlich so unterhaltsam und sehenswert. Ebenso sehenswert die Vergewaltigungsszene durch „One“ (George Eastman), verübt an Scorpion (Giancarlo Prete). Die kommt unerwartet, und man kommt zu dem Schluss, dass die Beiden wohl einstmals SEHR gute Freunde waren. Italo-Symbolik halt, ebenso wie das spätere Ableben von One.

     

    Unter dem Titel „Warriors of the Wasteland“ war dem Film durch New Line Cinema auch ein Start in US-Kinos vergönnt, lt. Castellari in etwas abgeänderter Fassung. So vermisst Castellari beispielsweise seine ursprüngliche Eröffnungs-Actionszene, die durch einen Titelvorspann mit einem über einer Miniaturstadt erblühendem Atompilz ersetzt wurde. Die deutsche Kinofassung wiederum wurde mit mindestens je einem Gewalt- und einem längeren Handlungsschnitt geadelt – wie gewohnt.

     

    Neben einer guten DVD von CMV Laservision gibt es mittlerweile eine Blu-ray von Blue Underground, aus der auch obige Screenshots stammen. Fast möchte man dieses herrliche Actionfeuerwerk mit einer 10 bewerten, doch das wäre wohl Visconti oder De Sica gegenüber ein klein wenig unfair...

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

    OFDb

    IMDb

     

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.