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Mannaja - Das Beil des Todes

Italien, 1977

  • Originaltitel: Mannaja
  • Alternativtitel:

    Mannaja - Um Homem Chamado Blade (BRA)

    Um Homem Chamado Mannaja (BRA)

    Un hombre llamado hacha (COL)

    Mannaja, l'homme à la hache (FRA)

    A Man Called Blade (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 19. Januar 1979
  • Regisseur: Sergio Martino
  • Kamera: Federico Zanni
  • Musik: Guido De Angelis, Maurizio de Angelis
  • Drehbuch: Sergio Martino, Sauro Scavolini
  • Inhalt:

    Ein Kopfgeldjäger, der ebenso gut mit dem Wurfbeil wie mit dem Colt umgehen kann, lässt sich auf ein blutiges Katz- und Mausspiel mit den niederträchtigen Eignern einer Silbermine ein...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Das Wurfbeil landet eine Punktlandung auf dem Handgelenk des flüchtenden Banditen. Dessen Hand verabschiedet sich in einem Blutschwall vom Körper. Mir dünkt, in diesem Italowestern darf man bei Schusswechseln dann wohl auch Einschusslöcher erwarten...

     

    Mit einem Western hat Sergio Martinos Karriere als Regisseur von Genrefilmen begonnen. Damals, 1969. DER TOD SAGT AMEN in seiner Uneinigkeit zwischen Bleiernst und Klamauk war allerdings nicht die viel versprechendste Premiere. Die Triumphe, die Martino nur wenig später in der Kür des Giallo feiern würde, haben sich in seinem Spielfilmdebüt noch nicht angekündigt.

     

    Zwischen DER TOD SAGT AMEN und MANNAJA - DAS BEIL DES TODES -seinem zweiten und letzten Ausflug gen Westen- sollten acht Jahre, viele Genrewechsel und Kultklassiker wie DER KILLER VON WIEN, DIE FARBEN DER NACHT oder SUSPECTED DEATH OF A MINOR liegen.

     

    Martino ist zum Italowestern zurückgekehrt, als dieser längst seinen Schwanengesang angestimmt hatte. Doch mit dem Beil, das am Ende einer atmosphärischen, fast an einen Horrorfilm gemahnenden Prä-Vorspannssequenz für eine lupenreine Splatterszene sorgt, lässt er keinen Zweifel daran, dass es kein leiser Abschied werden sollte.

     

    Das „Beil des Todes“ wird vom blondgelockten Policiesco-Rauhbein Maurizio (DIE VIPER) Merli geschleudert. MANNAJA sollte der einzige Western in der Vita des gebürtigen Römers bleiben. Danach kehrte Merli in sein ureigenstes Metier, dem harten italienischen Polizeifilm zurück. Als Kopfgeldjäger „Blade“spricht er in der deutschen Fassung des Films mit Bud Spencers teutonischer Zunge, die wiederum Wolfgang Hess gehört. Was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Ansonsten ist man aber schnell drin - wenn sich Merli als beilschwingender Bountyhunter einen Privatkrieg mit Eurocult-Ikonen wie Philippe (YANKEE, THE FRIGHTENED WOMAN) Leroy und John (SCHOCK, CALIGULA, WAVES OF LUST) Steiner liefert.

     

    Und ach ja, die Hand, die anfangs verlustigt geht, gehört übrigens niemand Geringerem als DR. BUTCHER MD Donald O'Brien höchstpersönlich...

     

    Eine illustre Besetzung hat er also. Dieser Totentanz, der einer der letzten in Cinecittàs sterbenden Westerngenre gewesen ist. Schaurig-schön der Ohrwurm mit den pathetisch-cheesigen Lyrics, den die Gebrüder De Angelis dazu komponiert haben.

     

    Etwas Neues gewinnt MANNAJA – DAS BEIL DES TODES seinem in den letzten Zügen liegenden Genre nicht mehr ab. Aber es sorgt für einen würdigen Abschied. Keine Minute Langeweile, grundsolides Handwerk, hoher Blutzoll. Mit Hang zu etwas graphischeren Sadismen: Die "liderlichen" Tänzerinnen werden öffentlich ausgepeitscht (zumindest so lange bis Mannaja eingreift); eine Arbeiterrevolte wird blutig niedergeschlagen. Und die Sonne selbst dient als Folterknecht in einer ziemlich garstigen Tortur, die unser Protagonist über sich ergehen lassen muss, bevor er zum nebelverhangenen Showdown antritt.

  • Autor: Christian Ade
  • Filmplakate

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