The Maniacs

Italien | Spanien, 1964

  • Originaltitel: I maniaci
  • Alternativtitel:

    Os Maníacos (BRA)

    Los mangantes (ESP)

    Amor a la italiana (MEX)

    Um Amor Italiano (POR)

  • Regisseur: Lucio Fulci
  • Kamera: Alfio Contini, Riccardo Pallottini
  • Musik: Ennio Morricone, Carlo Rustichelli
  • Drehbuch: Franco Castellano, Giuseppe Moccia, Vittorio Viechi, Tonino Guerra, Lucio Fulci, José Gutiérrez Maesso
  • Inhalt:

    Lucio Fulcis Beitrag zur italienischen Episoden-Komödie bringt Folgendes:

     

    1. The Elaboration – ein übereifriger Mechaniker motzt einen Leichenwagen auf.

     

    2. Sport – Ein knallharter Bürovorsteher (Raimondo Vianello) belehrt seine Angestellten bezüglich ihrer ständigen privaten Ablenkungen während der Arbeitszeit. Für ihn selbst gäbe es nichts als Arbeit und nochmals Arbeit. Doch er hat eine Leidenschaft: Fußball. Während eines Spiels wettet er im Stadion mit Umstehenden, bekäme der Spieler den Ball nicht rein, würde er seine Frau (Lisa Gastoni) auf den Strich schicken. Der Ball wird vom Torwart gefangen und die Wette gilt. Seine Frau findet auch schnell einen Freier – einen seiner Angestellten.

     

    3. Overtaking – ein Autofahrer (Walter Chiari) will sich von niemandem überholen lassen. Dafür geht er halsbrecherische Risiken ein und schimpft die anderen Verrückte...

     

    4. The Hobby – Barbara (Barbara Steele) und ihre Freundin teilen sich Barbaras Ehemann. Doch plötzlich verschwindet er an den Wochenenden. Die Beiden, von ihm belogen, vermuten eine dritte unauthorisierte Geliebte und beschließen, ihm am kommenden Wochenende heimlich zu folgen.

     

    5. Advice – eine Frau treibt ihren Ehemann beim Autofahren durch ihr ununterbrochenes Gerede und ihre Richtungsanweisungen zur Verzweiflung.

     

    6. The Protest – zwei Italiener (Aroldo Tieri und Walter Chiari) zu drei unterschiedlichen Zeiten der Geschichte, schimpfen und lästern pausenlos auf die jeweilige Regierung, erfüllen aber immer mit Nationalstolz ihre Pflicht.

     

    7. The Antique – Hobbyantiquitätenjäger tricksen sich selbst aus.

     

    8. The Swear Word – Lehrer Biagetti (Edy Biagetti) hat einen Roman geschrieben und will sich bei dem renommierten Autor Castelli (Enrico Maria Salerno) Rat holen. Castelli rät ihm zu mehr Expliziertheit, also mehr Sex, mehr Gewalt und viel mehr Schimpfworten. Hierzu zitiert er weitschweifig bekannte Schimpfwörter aus der italienischen Literatur, unter anderem verweist er dabei auch auf sich selbst. Biagetti befolgt seinen Rat, und in einer Runde von Literaturkritikern, die über die Veröffentlichung entscheiden sollen, bezeichnet Castelli den Roman plötzlich als pornographisch und spricht sich für ein Verbot aus.

     

    9. Strip-tease – was treibt den nervös zuckenden Mann (Walter Chiari) an, der von einem Strip-Club in den nächsten strebt? Ganz einfach – er will etwas lernen.

     

    10. The Interviews – der „ehrenwerte“ Micozzi (Raimondo Vianello) gibt beschwichtigende Interviews zu einem sich immer mehr ausweitenden politischen Skandal mit immer ähnlichem Vokabular.

     

    11. Hitch-Hiking – ein wohlhabender Geschäftsmann (Umberto D’Orsi) nimmt einen armen Einwanderer auf Arbeitssuche (Walter Chiari) per Anhalter mit. Anfangs verstehen sich die Beiden, doch in Gedanken steigern sich mithilfe von Vorurteilen in gegenseitiges Misstrauen hinein.

     

    12. The Bill of Exchange – die Frauen zweier befreundeter Paare (Barbara Steele und Ingrid Schoeller) bringen ihre Männer mit ihrem gegenseitigen Neid dazu, sich in Schulden zu stürzen.

     

    13. Week-End – ein Paar kündigt an, für ein „Week-End“ aufs Land zu fahren. Das lockt ungeladene Gäste an: die beiden Einbrecher Franco è Ciccio, das Hausmädchen Rosetta (zum Anbeißen, Alicia Brandet) und ihren Armeefreund Antonio und schließlich kreuzt auch noch der Hausbesitzer mit seinem Aufriss, der Amerikanerin Rosalie (Margaret Lee.)

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Lucio Fulci widmet sich in dieser Episoden-Komödie dem menschlichen Verhalten im Alltag: manisch, kurios, anstößig, querulantisch und vieles andere. Die Pointen habe ich in der Inhaltsbeschreibung natürlich weitgehend weggelassen.

     

    Hätte es eine der frühen Fulci-Komödien verdient, endlich ihren Weg nach Deutschland zu finden, dann ist es „I maniaci.“ Intelligent witzig, heiter und schwarzhumorig lotet Fulci hier gekonnt die Grenzen des 1964 in Italien Machbaren aus. Dabei kann man verstehen, dass der Film es damals nicht nach Deutschland geschafft hat, denn allein die Aneinanderreihungen von Schimpfworten in der achten Episode hätten dem damals sehr biederen deutschen Filmmarkt wohl arge Probleme bereitet. Dann die homosexuellen Anspielungen. Und Strip-tease? Na gut, niemand ist wirklich nackt, aber Fulci hat hier drei echte Strip-tease-Tänzerinnen verpflichtet. Eine der drei, Peri Han, war später in zahlreichen türkischen Filmen zu sehen.

     

    Die Besetzung von „I maniaci“ ist traumhaft, da wurde einiges aufgefahren, und in einem Kurzauftritt kann man in einer Partyszene auch Nico Fidenco erblicken. Wie man aus der langen Episodenliste ersehen kann, ist das ganze ziemlich umfangreich, und hier kommt auch imdb durcheinander, hat etwa die Rolle von Hausmädchen Rosetta in „Week-end“ anscheinend zwei Mal vergeben, an Alicia Brandet und an „French Teacher“ Rada Rassimov. Eine Französischlehrerin Rosetta, wie imdb angibt, kommt aber weder in „Week-end“ noch in einer anderen Episode vor. Rada Rassimov ist laut Vorsapnn in jedem Fall dabei, aber in welcher Rolle, da weiß ich ebenfalls nicht weiter. Isarco Ravaioli, in der Rolle des Butlers Eros gehört in jedem Fall nicht in die Episode „Week-End“ sondern in „The Swear Word.“

     

    Die Episoden selbst sind mal kürzer, mal länger, und bis zur 75. Minute hält Fulci seinen Stil. Nur die finale Episode bringt uns mit Franco und Ciccio in den tiefsten Slapstick-Sumpf, aber na gut, auch diese Episode ist gut, passt nur nicht so ganz in diesen Film. Die Absicht dürfte hier wohl gewesen sein, im Finale das Ganze etwas weniger provokant und schwarzhumorig anzugehen.

     

    Als Filmkomponist ist Ennio Morricone genannt sowie am Ende einige Songs, unter anderem von Paul Anka, Lisa Gastoni und Nico Fidenco. Wo imdb Carlo Rustichelli herhat, weiß ich nicht, im Vor- oder Abspann taucht er nicht auf, er wird jedoch auch auf wikipedia.it als Mitkomponist genannt. Als Regie-Assistenz ist hier der spätere Komödienspezialist Mariano Laurenti dabei.

     

    „I maniaci“ ist wirklich sehenswert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    Links

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