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A Man Called Magnum

Italien, 1977

  • Originaltitel: Napoli si ribella
  • Alternativtitel:

    Un hombre llamado Magnun (ESP)

    Calibre magnum pour l'inspecteur (FRA)

  • Regisseur: Michele Massimo Tarantini
  • Kamera: Sergio Rubini
  • Musik: Franco Campanino
  • Drehbuch: Dardano Sacchetti, Michele Massimo Tarantini
  • Inhalt:

    Der große Boss in Neapel ist Don Domenico Laurenzi, der zusammen mit seiner Geliebten den Drogenhandel mit harter Hand beherrscht. Allerdings scheint es, als ob in seiner nächsten Umgebung jemand ein falsches Spiel spielt: Eine Lieferung im Wert von 2 Millionen Dollar verschwindet spurlos, und ein Bankeinbruch, der klären soll wer der Verräter ist, wird von der Polizei gestört. Allmählich dreht Don Domenico immer mehr am Rad, und wer weiß: Möglicherweise sind es ja auch mehrere Verräter …

     

    Aus Mailand kommt Kommissar Mauri nach Neapel, und seine Aufgabe ist es für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Und zwar mit allen Mitteln. Was aber nicht so einfach ist: Zum einen ist sein ihm zugeteilter Partner Maresciallo Capece ein waschechter Neapolitaner, was dem norditalienisch-trockenem Kommissar schon recht sauer aufstößt. Weiters darf er nicht so wie er gerne möchte, denn Don Domenico ist für ihn tabu, und dann bekommt er auch noch anonyme Hinweise in Form von Kinderbildern. Vom Verräter?

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Neapel. Hitze. Verkehrschaos. Unglaublich viele Menschen. Rufen und Schreien. Knatternde Motorräder und Vespas. Wasserverkäufer, die ihre Ware mit Trommel- und Beckenbegleitung singend anpreisen. Straßenmärkte. Hupende Autos. Und mitten drin zwei Männer. Der eine heißt Capece. Er ist gebürtiger Neapolitaner und fühlt sich nur in diesem brodelnden Chaos wohl, in dieser flirrenden Melange aus Lärm, Abgasen und Pizza. Er ist, wie wahrscheinlich die meisten Neapolitaner, stolz darauf hier geboren zu sein, und er lebt seinen heimatlichen Lebenstil aus: Mit dem neapolitanischen Lotto Smorfia, das gleichzeitig auch der Traumdeutung und der Zukunftsvorhersage dient, mit der Klassifizierung schöner Frauen, dem SC Neapel und mit einer gehörigen Portion Lebensfreude.

    Der andere heißt Mauri und kommt aus dem Norden. Aus Mailand kommt er, wo es nebelt, Smog hat oder regnet, und nun hat er stattdessen die Sonne und das schönste Meer der Welt, auf dem sich die größten Verbrecher der Welt tummeln.

     

    Und diese beiden müssen sich nun zusammenraufen um dem örtlichen Don auf die Finger zu klopfen. Trockener Dienst, wo doch stattdessen attraktive Frauen über die Straße gehen und der SC Neapel spielt („Am Sonntag wird niemand in die Bank einbrechen, da ist ein Heimspiel.“). Mauri mit seiner norditalienisch-sauertöpfischen Pflichterfüllung, und Capece, der beim Bewachen der Bank das Fußballspiel am Fernseher einer Bar mitverfolgt. Und wie schön ist es zu sehen, dass dieser Krieg der Kulturen nicht wie so oft ernst und bieder behandelt wird, und schon gleich gar nicht albern und mit Schenkelklopfern und Ohrfeigen garniert. Stattdessen geschieht die Annäherung ganz sachte und immer mit einem Schmunzeln im Gesicht. Neapolitanisch eben. Leicht und sonnig …

     

    Gar nicht leicht und sonnig sind die Verfolgungsjagden, wie etwa die nach dem Banküberfall. Verdammt dynamisch inszeniert, sehr spannend, und wenn dann Kommissar Mauri mitten in der Jagd Capece ein Küsschen zuwirft als Anerkennung für dessen Fahrkünste, dann weiß man, dass auch bei Mauri irgendwann die Uhr nach südlicher Zeit laufen wird.

     

    Trotzdem, MAGNUM ist keine Komödie, und die kleinen humoristischen Einlagen halten sich angenehm in Grenzen. Stattdessen regieren Action und Gewalt! Die Action, das sind die erwähnten schnellen Verfolgungsjagden die sich gehörig gewaschen haben. Es gibt eine Verfolgungsjagd Auto gegen Zug, und am Ende bringt Mauri den Zuschauer zum Schwitzen und den Zug zum Stoppen. Die Gewalt, das sind die Gangster: Claudio Gora ist Don Domenico Laurenzi, der einmal in seinem Leben eine gute Tat getan hat indem er ein Kind adoptiert hat. Die Mutter? Darüber redet man besser nicht! Don Domenico hat verdammt schlechte Laune wenn seine Geschäfte nicht so gehen wie sie sollen, und der Verlust von Rauschgift im Wert von 2 Mio. Dollar ist … unschön. Für alle Beteiligten. Seine Lebensgefährtin Carola steht dem in nichts nach, und wenn die Freunde von Don Domenico Scheiße bauen, dann müssen halt die Freunde von Carola her und aufräumen. Laurenzis rechte Hand ist Bonino, für den arbeitet Donnaregina, und wo Donnaregina hinlangt wächst nichts mehr. Gestorben wird viel und schnell in Neapel, aber das war in dieser Stadt wahrscheinlich schon immer so …

     

    Es gibt aber auch Drama! Die Episode um die hübsche Rosa und warum sie am Boden angekettet ist, da ist von vornherein klar dass das nicht gut ausgeht. Aber es geht zu Herzen, dem Zuschauer und auch Kommissar Mauri, der daraufhin den Heiligen Krieg ausruft. Dabei ist Rosa so ein schönes Mädchen. Eine 4-Sterne-Frau! Sagt Capece, und der kennt sich aus …

     

    Also MAGNUM hat irgendwie alles: Einen gutaussehenden Kommissar mit großer Wumme, einen leicht humorigen Assi, schöne Frauen, miese Gangster, rasante Verfolgungsjagden, die höchste Dichte an J&B-Flaschen ever und last but not least Neapel. Herz, was willst Du mehr?

     

    Es ist übrigens gar nicht so einfach nach diesem Film zu googeln. Bei NAPOLI SI RIBELLA erhält man entsetzlich viele Einträge darüber, dass der SC Neapel sich im letzten Spiel gewehrt hat. Was man ja auch unbedingt schon immer mal wissen wollte …

  • Autor: Maulwurf
  • Links

    OFDb

    IMDb

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