Die Mafia-Story

Italien, 1968

  • Originaltitel: Sequestro di Persona
  • Alternativtitel:

    Island of Crime (USA)

    Sardinia Kidnapped (USA Video-Titel)

    Ransom in Sardinia

    Sardinia: Ransom

    Unlawful Restraint

  • Deutsche Erstaufführung: 30.03.1973
  • Regisseur: Gianfranco Mingozzi
  • Kamera: Ugo Piccione
  • Musik: Riz Ortolani
  • Drehbuch: Gianfranco Mingozzi, Ugo Pirro
  • Inhalt:

    Die junge Christina Fisher (Charlotte Rampling) erreicht mit ihrem Studienfreund Francesco Marras Sardinien, wo sie ihren Urlaub verbringen und Francesco seine Eltern besuchen will. Doch auf dem Weg zu seinem Heimatdorf wird Francesco vor ihren Augen entführt. Christina will den Vorfall der Polizei melden, doch Francescos bester Freund Gavino (Franco Nero) und die Eltern des Entführten können sie vorerst überzeugen, es nicht zu tun.

     

    Die Täter verlangen 80 Millionen Lire Lösegeld, doch so viel kann Francescos Vater nicht aufbringen.

     

    Als einziger Ausweg bleibt ihm, seine Landbesitze an der Küste für einen Schleuderpreis an Osilo (Frank Wolff) zu verkaufen. An der Küste haben bereits zuvor Bauarbeiten für Villen und Hotels für Reiche begonnen, und wie es der Zufall will, fehlte noch Marras Land für den kompletten Ausbau.

     

    Doch schließlich merken die Handlanger der Entführung, dass man sie sowohl über die wahren Hintergründe ihrer Tat als auch über die Summen im Unklaren gelassen hat.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Der erst 1973 vom Jugendfilmverleih in die deutschen Kinos gebrachte Film „Die Mafia-Story“ entstand bereits 1968, im gleichen Jahr wie „Der Tag der Eule“ und gehört somit eher zu den Frühwerken des Mafiafilms. Und überhaupt, trotz des rottriefenden Titels auf dem deutschen Kinoplakat macht Gianfranco Mingozzis Film eines nicht: die Mafia beim Namen nennen. Und geht es überhaupt um die Mafia? Fast scheint es am Ende, trotz der Themen Entführung, Grundbesitzaufkäufe zu Billigpreisen, indem man die Besitzer in eine Notlage bringt und korruptem Bauunternehmen um einen (vermutlichen) Einzeltäter zu gehen.

     

    Doch dann sollte man auf den Co-Autor achten: Ugo Pirro, ebenfalls an den Drehbüchern zu Elio Petris „Zwei Särge auf Bestellung“, Damiano Damianis „Der Tag der Eule“, Pasquale Squitieris „Die Rache der Camorra“ und anderen Filmen mit Mafia-Thematik beteiligt. Das mutmaßliche Problem: der Film wurde komplett in Sardinien gedreht, Studioszenen sind so gut wie nicht vorhanden, es wurden sogar Einheimische als Nebendarsteller verwendet, und vielleicht war es unter diesen Umständen 1968 einfach keine gute Idee, ständig das Wort „Mafia“ raushängen zu lassen. Wer weiß.

     

    „Die Mafia-Story“ ohne Mafia, im Original „Sequestro di Persona“ (Menschenraub) ist ein eher leiser und stimmungsvoller Thriller mit düsterer Atmosphäre, was Riz Ortolani, abgesehen von einer Trallala-Titelmelodie, auch musikalisch passend zu untermalen versteht.

     

    Charlotte Rampling ist hier in einer ihrer ersten wirklichen Hauptrollen zu sehen, an der Seite von Franco Nero, der in der italienischen Tonfassung gedubbt scheint, in der englischen Tonfassung dagegen mit eigener Stimme und sehr starkem italienischen Akzent zu hören ist.

     

    Der Genuss wird einzig getrübt durch die zahlreichen, allesamt recht grottigen Kopien, die derzeit von „Sequestro di Persona“ im Umlauf sind. Es wäre einfach zu schön, könnte man mal in den deutschen Kinoarchiven nachschauen, in welchem Zustand sich die deutsche Kopie auf DVD übertragen ließe, denn seit der Kinoaufführung hat man die anscheinend in unseren Breitengraden gar nicht mehr zu sehen bekommen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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