Madeleine, anatomia di un incubo

Italien, 1974

  • Originaltitel: Madeleine, anatomia di un incubo
  • Regisseur: Roberto Mauri
  • Kamera: Carlo Carlini
  • Musik: Maurizio Vandelli
  • Drehbuch: Roberto Mauri
  • Inhalt:

    Die junge Madeleine (Camille Keaton) leidet unter immer wiederkehrenden Albträumen vom Tod ihres Mannes, eines Rennfahrers offenbar und der anschließenden Fehlgeburt ihres Kindes. Doch wenn sie erwacht, ist sie Madeleine Schuman, Ehefrau des Reeders Dr. Schuman (Silvano Tranquilli), der, abgesehen davon dass er stinkreich ist, zudem eine Schwäche für Psychologie und Okkultismus hat. So besitzt er auch die Fähigkeit der Hypnose und kann sich scheinbar auch verdoppeln.

     

    Zudem hat der Psychologe von Madeleine ihm anscheinend geraten, seine Frau allen ihren spontanen Eingebungen und Launen nachkommen zu lassen, damit sie so ein vergangenes Trauma auf ihre Art bewältigen kann. Und so schleppt sie zuerst den Anhalter Thomas (Pier Maria Rossi) an, mit dem sie eine kurze Affäre hat. Als anschließend, während ihr Mann sich auf einer kurzen Auslandsreise befindet, dessen Sohn Luis (Riccardo Salvino) zu Besuch kommt, stellt sie sich diesem nicht als die neue Frau seines Vaters sondern als dessen Sekretärin vor. Doch sobald sie zu Luis eine Bindung aufbaut, wird dieser zum Teil ihres Albtraums.

     

    Auf einer Party zu Ehren von Luis Ankunft ist nicht nur Madeleines Mann anwesend sondern sie hat auch Thomas und dessen neue Freundin Mary (Paola Senatore) eingeladen. Dr. Schumann nutzt seine hypnotischen Fähigkeiten, um Mary zu besteigen, Thomas begeht daraufhin Selbstmord im Pool. Aber dann – ist nichts wie es scheint.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Wenn man bedenkt, dass wir es hier mit dem Regisseur von „Der Killer der sündigen Mädchen“, „The Porno Killers“ oder „Nackt unter Affen“ zu tun haben, ist „Madeleine, anatomia di un incubo“ ein erstaunlich ambitionierter Film, den Roberto Mauri nach eigenem Drehbuch inszenierte. Ein bisschen Psychologie, ein wenig Psychologie und eine Prise Surrealismus.

     

    Die junge Camille Keaton schlägt sich wacker in dieser schwierigen Rolle, der Film hat Stil, man sollte nur darauf vorbereitet sein, dass man es mit einem sehr langsamen Tempo zu tun bekommt. Man fragt sich aber, ob ein anderer Regisseur nicht mehr aus dieser Story hätte machen können, denn Mauri kommt gelegentlich vom Weg ab - so dürfen Nacktszenen nicht fehlen, Camille Keaton darf barbusig in Zeitlupe auf einem Pferd den Strand entlang reiten, eine potentielle lesbische Szene zwischen Camille Keaton und Paola Senatore wird leider frühzeitig abgebrochen. Und manchmal wird auch das Szenario ein wenig unlogisch. Darauf dürfte aber Mauri nicht geachtet haben, denn das Ende dieses Films und dessen Auflösung entschuldigen das.

     

    Das überraschende Ende fand ich persönlich nun nicht so überraschend, allerdings verbringe ich auch viel zu viel Zeit vor der Glotze. Herausragend ist die Kameraarbeit von Carlo Carlini, und auch der Soundtrack des weniger bekannten Maurizio Vandelli verdient Beachtung.

     

    Als Italo-Fan kann man in diesen Film ruhig einmal reinschauen, auch wenn bisher nur ein italienischer VHS-Rip mit englischen Untertiteln verfügbar scheint. In Deutschland war „Madeleine, anatomia di un incubo“ leider nie zu sehen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.