Maciste bekämpft die Unterwelt

Italien, 1961

  • Originaltitel: Maciste, l'uomo più forte del mondo
  • Alternativtitel:

    Maciste Contra os Lanceiros (BRA)

    Maciste el invencible (ESP)

    Maciste, l'homme le plus fort du monde (FRA)

    The Strongest Man in the World (GBR)

    El hombre más fuerte del mundo (MEX)

    Mole Men Against the Son of Hercules (USA)

    Maciste and the Night Queen

    Maciste und die Königin der Nacht

    Maciste im Kampf mit der Unterwelt

  • Deutsche Erstaufführung: 21. April 1962
  • Regisseur: Antonio Leonviola
  • Kamera: Alvaro Mancori
  • Musik: Armando Trovajoli
  • Drehbuch: Antonio Leonviola, Giuseppe Mangione, Marcello Baldi
  • Inhalt:

    Maciste (Mark Forest) wird Zeuge, wie die Flüchtigen eines Dorfes von bösen Maulwurfmenschen niedergemetzelt werden. Er findet die übrigen Dorfbewohner ebenfalls weitgehend tot vor und beschließt, sie zu rächen. Dabei befreit er den Sklaven Bango (Paul Wynter) aus der Gefangenschaft der Unterirdischen und lässt sich gemeinsam mit diesem in das unterirdische Reich der Maulwurfmenschen verschleppen, wo unzählige Sklaven für die Königin der Macht (Moira Orfei) Diamanten abbauen müssen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Im Zuge des Erfolges der Herkules-Filme erweckte die Panda Societa den Stummfilmhelden Maciste mit „Maciste, der Rächer der Pharaonen“ (Maciste nella valle dei Re, 1960) unter der Regie von Carlo Campogalliani wieder zum Leben. Die Titelrolle übernahm Mark Forest, so auch in diesem zweiten Maciste-Abenteuer, diesmal produziert von Leone Film und gedreht von Antonio Leonviola.

     

    Gleich zu Anfang sehen wir diesen Muskelhelden mit leicht schütterem Haar in Aktion, zieht er doch einen ausgewachsenen Wal mit einer Harpune an den Strand. Und genau da beginnen auch schon die Lücken des Films, denn wie hat er ohne ein Boot die Harpune überhaupt zum Wal bekommen? Und genau so geht es weiter. Er befreit den dunkelhäutigen Muskelprotz Bango – gespielt von Paul Wynter (Mumba aus „Maciste, der Sohn des Herkules“, 1961) – und erklärt ihm, dass er, Bango, niemandes Sklave sei. Aber sein Diener darf er werden, dagegen hat Maciste nichts.

     

    Weitere Verwirrung bei den Maulwurfmenschen, die im Licht der Sonne nicht existieren können, gar im Tageslicht zum Skelett zerfallen. Da man allerdings nicht die Absicht hatte, den halben Film im Dunkeln zu drehen, hat man das auch nicht getan und verwirrt den Zuschauer so noch mehr. Was das Thema der unterirdischen Diamantenförderung betrifft, so besaß in der damaligen Zeit niemand Kenntnisse darüber, wie Diamanten zugeschliffen werden, aber die Maulwurfmenschen sind schon ein besonderer Schlag also nehmen wir das mal so hin.

     

    Interessant wird es mit der Figur der Königin der Nacht, gespielt von Moira Orfei. Einsam und voller Sehnsucht nach dem Licht der Sonne, verschmäht sie den um sie buhlenden und permanent sein Leben für sie riskierenden Maulwurfmenschen Kathar (Gianni Garko) und liebäugelt stattdessen mit dem Koloss Maciste, mit dem sie sich Nachkommen erhofft, die das Licht der Sonne nicht mehr fürchten müssen. Was sie nicht weiß: sie ist kein Maulwurfmensch sondern wurde als Kind in das Höhlenreich entführt. Kathars Vater Kahab (Enrico Glori) hat ihr das verschwiegen, eben weil er auf eine Heirat zwischen Kathar und der Königin hofft, um sonnenresistente Kinder zu zeugen. Dumm gelaufen, vielleicht hätten die Zwei doch einfach mal mit ihr reden sollen.

     

    In jedem Fall sorgt die Königin für herrliche Zweikämpfe der Helden mit einem Mann im haarigen Affenmenschenkostüm, dafür bin ich ihr sehr dankbar. Bei der Befreiung der Sklaven aus dem Reich der Maulwurfmenschen legt Maciste dann noch ein paar bemerkenswerte physikalische Kenntnisse in Sachen Hebelwirkung an den Tag, hat er wohl im Land der Pharaonen erworben. Unklar dagegen bleibt, wie all diese Dutzende von Befreiten es dann durch die meterhoch entfernte Höhlendecke geschafft haben. Aber wir wollen ja nicht kleinlich werden.

     

    Antonio Leonviolas „Maciste bekämpft die Unterwelt“ ist in jedem Fall ein Riesenspaß, wie so viele dieser Art von Filmen. Einige Szenen fanden Wiederverwendung in Michele Lupos „Sieben gegen Alle“ (Sette contro tutti, 1965).

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

    OFDb
    IMDb

    Kommentare (1)

    • Maulwurf

      Maulwurf

      12 Juli 2017 um 12:32 |
      Lieber Gerald,

      Maulwurfsmenschen sind per Definition nicht böse. Niemals!! :o)

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