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Das Lusthaus teuflischer Begierden

Italien, 1972

  • Originaltitel: La verità secondo Satana
  • Alternativtitel:

    Il vangelo secondo Satana

    The Truth According to Satan

  • Deutsche Erstaufführung: 07. Januar 1972
  • Regisseur: Renato Polselli
  • Kamera: Ugo Brunelli
  • Musik: Gianfranco Di Stefano
  • Drehbuch: Renato Polselli
  • Inhalt:

    Im Hause des trübsinnigen Schriftstellers Roibert Edward (Isarco Ravaioli) spielen sich eines schönen Abends ein paar weniger schöne Dinge ab, da sich der im Alkoholrausch schwelgende Schreiberling unter allen Umständen das Leben nehmen möchte. Der Grund hierfür liegt nicht nur in der anhaltenden Erfolglosigkeit seiner Arbeit, sondern hängt in erster Linie mit seiner über alles geliebten "Principessa" Diana Altoborghi (Rita Calderoni) zusammen, da diese ihm bereits seit längerer Zeit sowohl die kalte Schulter zeigt als sich auch neuerdings viel lieber mit einer brandfrischen Geliebten namens Yanita (Marie-Paule Bastin) amüsiert. Geleitet von einer obesessiven Todessehnsucht versucht Roibert nun seinem überdrüssigen Leben ein jähes Ende zu bereiten, wobei er aber nach ein paar erfolglosen Runden "russisch Roulette" dann auch noch an der Rasierklinge scheitert, die eigentlich seine Hauptschlagader durchtrennen sollte. In einem Anfall tiefster Verzweiflung tätigt er daraufhin einen wehleidigen Anruf bei seiner entfleuchten Principessa, indem er ihr in einem vorwurfsvollen Tonfall unverhohlen seine fest beschlossene Suizidabsicht mitteilt. Und nur wenige Minuten später trifft Diana dann auch schon im abgelegenen Landhaus des im Selbstmitleid versunkenen Silbenstechers ein, aber nicht um ihn von seiner unwiderruflichen Todesabsicht abzubringen, sondern eher um ihn dazu noch zu ermutigen. Nach einem aufgeheizten Wortgefecht droht die Situation plötzlich vollends zu eskalieren, woraufhin sich der schwermütige Riobert im Rahmen eines heftigen Handgemenges völlig unerwartet vor den weit aufgerissenen Augen seiner Geliebten erdolcht. Mit letzter Kraft verkündet er seiner tollgeschockten Principessa, dass man sie jetzt wohl als vermeintliche Mörderin für die grausame Tat verantwortlich machen wird, bevor er daraufhin endgültig das Zeitliche segnet. Blutüberströmt und mit der strafrechtlich relevanten Mordwaffe in der Hand weiß Diana plötzlich nicht mehr wie ihr geschieht und versucht daraufhin zunächst einmal den Leichnahm ihres verflossenen Roiberts in einer alten Kiste zu verstauen. Doch was Diana während der handgreiflichen Auseinandersetzung nicht bemerkte, war der etwas irrsinnig wirkenden Nachbar Tortoletto (Sergio Ammirata), der das tödliche Treiben genüsslich durch ein offen stehendes Fenster beobachtete und somit unsere Principessa ab diesem Moment unumstößlich in der Hand hat. Was folgt, ist ein nimmer enden wollender Alptraum in Form eines perfiden Psychospiels, aus dem es für Diana kein Entrinnen mehr zu geben scheint.... Und wo kommen denn bitte schön urplötzlich die ganzen tanzenden Hippies her?

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Nachdem ich Anfang Oktober das unfassbare Glück hatte, die deutsche Kinofassung des sagenumwobenen Lusthauses im Rahmen des 10 jährigen Italo-Cinema Jubiläumsfestivals auf der großen Leinwand zu bestaunen, ließ mich der gesehene Wahnsinn nicht mehr los, so dass ich mir im Nachhinein auch gleich noch zum Vergleich eine italienische Schnittfassung (84 min.) als auch eine inoffizielle Fassung in Form einer fanmäßigen Bastelarbeit (87 min.) anschauen musste. Eigentlich hatte ich mir diese bewußt aufgespart, da ich meine Filmpremiere viel lieber mit der deutschen Kinofassung auf der großen Leinwand zelebrieren wollte und dies schließlich auch tat. Im Nachhinein bereue ich diese Entscheidung aber wiederum ein wenig, da es aufgrund der gravierenden Fassungsunterschiede letztendlich doch günstiger gewesen wäre, sich zunächst die italienischen Schnittfassungen in Ruhe zu Gemüte zu führen, denn zum unfassbaren Stückelwerk Alois Brummers fehlen mir einfach immer noch die Worte.

     

    Fangen wir also zunächst einmal mit der italienischen Originalfassung an, deren Titel bereits vor der zensurbehördlichen Freigabe von "IL VANGELO SECONDO SATANA" (das Evangelium) in "LA VERITÀ SECONDO SATANA" (die Wahrheit) geändert werden musste. Dabei handelt es sich um eine höchst delirierende Filmproduktion in Form eines völlig überdrehten Intrigen-Giallos, dessen wahnhaftes Potenzial zunächst mal seines Gleichen sucht. Keine Ahnung, welche halluzinogenen Substanzen während der Dreharbeiten letztendlich zum Einsatz kamen, aber dass hier bewußtseinserweiternde Stöffchen mit im Spiel waren, lässt sich angesichts des gezeigten Irrsinns keinesfalls leugnen. Desweiteren kann "LA VERITÀ SECONDO SATANA" als der Beginn einer neuen Schaffensphase Renato Polsellis (DAS GRAUEN KOMMT NACHTS, CASA DELL'AMORE... LA POLIZIA INTERVIENNE, TORINO CENTRALE DEL VIZIO) angesehen werden, da er den bis dahin eher konventionelleren Regiestil hinter sich lässt und fortan eine Art ungezügelte Kreativität bei der Bewerkstelligung seiner Genrefilme walten lässt. Für dieses löbliche Unterfangen gründete Signore Polselli dann auch eigens eine für solch bizarre Filmkuriositäten zuständige Produktionsirma (G.R.P. Cinematografica) und begab sich daraufhin gemeinsam mit seinem zukünftigen Stammproduzenten Bruno Vani voller Tatendrang ans Werk. Dabei entstand dann ein kammerspielartiges Psychodrama mit Gelbeinschlag, das mächtig an den Nerven zerrt und die konventionellen Sehgewohnheiten völligst auf den Kopf stellt. Hinzu gesellen sich durchwegs hypnotisch anmutende Bildwelten, für die sich schließlich der vorzügliche Kameramann Ugo Brunelli (DAS GRAUEN KOMMT NACHTS, REVELATIONS OF A PSYCHIATRIST ON THE WORLD OF SEXUAL PERVERSION, MANIA) verantwortlich zeigte. Alleine schon seine entfesselten Kamerafahrten sorgen beim Betrachter für eine Art Bewußtseinserweiterung, wozu sich dann auch noch eine durchwegs knallbunte Farbgebung und ständige Großaufnahmen von panisch verschwitzen Antlitzen hinzugesellen, denen der Wahn sprichwörtlich in den weit aufgerissenen Augen steht. Renato Polselli feierte hierbei zum ersten Mal den Exzess, für den er dann schließlich mit seinen Folgewerken erst so richtig bekannt wurde.

     

    Bei der italienischen Originalfassung handelt es sich nach Auskunft des Internets lediglich um eine von drei oder sogar vier Schnittfassungen, von denen aber letztendlich nur zwei Fassungen bekannt zu sein scheinen, denn obwohl die genehmigte Urfassung kurzzeitig auf der großen Leinwand aufgeführt werden durfte, verschwand auch diese anschließend für viele Jahre in der Versenkung, bis ein regionaler TV Sender diese wiederum zu Beginn der 80er Jahre ein einziges mal im italienischen Fernsehen ausgestrahlt haben soll. Darüberhinaus soll auch noch eine bisher unveröffentlichte HC-Fassung dieses unglaublichen Stück Films erstellt worden sein, die aber bis zum heutigen Tag als verschollen gilt. Hierbei sei auch noch kurz angemerkt, dass die reguläre Fassung bereits sehr freizügig daherkommt und alles andere als mit nackten Tatsachen geizt. Und dann gibt es halt auch noch die sagenhafte deutsche Kinofassung, bei der schließlich der deutsche Schmuddelpapst Alois Brummer kurzerhand einen Großteil des Ursprungsmaterials entfernte und durch belanglose und uninspiriert heruntergekurbelte Herummachszenen ersetzte. Dadurch wirkt die deutsche Kinofassung wie ein zusammengestückeltes Etwas, das aufgrund der ständigen Sexszenen -die übrigens in keinerlei Zusammenhang zum eigentlichen Filmverlauf stehen- bereits nach kürzester Zeit schwer ermüdet und gerade im Zusammenspiel mit dem verbliebenen Irrsinn noch delirierender auf den Zuschauer wirkt. Aus diesem Grund tue ich mir im Nachhinein auch etwas schwer damit, den auf der großen Leinwand gesehenen Wahnsinn zu rekapitulieren, da mich die ständige Fleischbeschau andauernd aus dem Filmfluss riss, stellenweise schwer ermüdete und schlussendlich sogar auch noch fast in den Wahnsinn getrieben hätte. Neben einer Vielzahl an essentiellen Dialogpassagen wurden für die deutsche Kinofassung vornehmlich die zahlreich vorhandenen Rückblenden herausgeschnitten und durch nachgedrehte Sexszenen ersetzt, was dann wiederum den sowieso schon bizarren und überzeichneten Film noch kurioser wirken lässt, denn Brummer veränderte letztendlich einen astreinen Psychokrimi zu einem belanglosen Sexfilm, der schlussendlich nur noch gefühlt die Hälfte des ursprünglich drogengeschwängerten Psychothrillers beinhaltet. Während der Filmpräsentation im Nürnberger KommKino musste ich mich daher auch andauernd fragen, auf welches damalige Zielpublikum solche Filmvestümmelungen abzielten, da weder die gezeigten Sexszenen auch nur ansatzweise anregen, noch ergibt das zurückgebliebene Ursprungsmaterial storytechnisch einen tieferen Sinn. Und genau aus diesem Grund wäre es dann auch völlig sinnlos, diese filmische Kuriosität rein in der deutschen Kinofassung zu veröffentlichen, da diese das eigentliche Werk Polsellis völlig entstellt und auch fast rein gar nichts mehr mit dem ursprünglichen Filmvibe gemein hat. Darüberhinaus scheinen auch noch zahlreiche Szenenverlängerungen bzw. -kürzungen vorzuliegen, was die Unterscheidungen der beiden Schnittfassung um ein Weiteres verschärft. Dafür setzt die deutsche Synchro dem Ganzen dann die Krone auf, da diese im Vergleich zur Originalfassung noch etwas mehr aufdreht und den bereits sowieso schon ungezügelten Irrsinn schließlich noch wahnhafter erscheinen lässt.

     

    Kommen wir zur versammelten Darstellerriege, die allen voran von Polsellis zukünftigen Stammschauspielern Isarco Ravaioli (DÄMONEN AUS DEM ALL, TÖDLICHES ERBE, GEFAHR: DIABOLIK) und Rita Calderoni (DAS VERFLUCHTE HAUS, DER PFAFFENSPIEGEL, NUDE FOR SATAN) angeführt wird. Isarco Ravaioli spielt hierbei den depressiven Schriftsteller Roibert Edward, der aufgrund seiner kaltherzigen Angebeteten ständig Trübsal bläst und daher dem in seiner Wahrnehmung überdrüssigen Leben ein Ende bereiten möchte. Schlussendlich ist er aber auch dazu nicht in der Lage, da weder der Trick mit dem Strick, noch eine ausgiebige Runde "russisch Roulette" zum erhofften Erfolg führen, obwohl ihm dabei stets der Wahnsinn förmlich ins schweißnassgebadete Gesicht geschrieben steht. Hinzu gesellt sich ein für ihn ungewöhnlich quiekender Tonfall, der dann in der deutschen Synchronfassung sogar noch um einiges hysterischer wirkt. Einfach nur Unfassbar! DAS LUSTHAUS TEUFLISCHER BEGIERDEN stellte darüber hinaus seine erste Zusammenarbeit mit dem regieführenden Philosophen Polselli dar, woraus dann in den Folgejahren noch so einige weitere Kollaborationen zwischen den beiden Filmschaffenden resultieren sollten (REVELATIONS OF A PSYCHIATRIST ON THE PERVERSE WORLD OF SEX, MANIA, OSCENITA).

     

    Für die reizende Rita Calderoni trifft in diesem Fall das Gleiche zu, da auch ihre Mitwirkung am LUSTHAUS zugleich ihre erste Zusammenarbeit mit Signore Polselli darstellte und gleichfalls drei weitere Kollaborationen mit dem exzessliebenden Schmierpoeten nach sich zog (DAS GRAUEN KOMMT NACHTS, THE REINCARNATION OF ISABEL, TORINO CENTRALE DEL VIZIO). Und da bekanntlich aller Anfang schwer ist, lässt auch Herr Polselli die gute Rita zunächst einmal sprichwörtlich durch die Hölle gehen, denn das was er ihr im Rahmen dieses perfiden Psychodramas zumutet, ist schon nicht ohne. A propos "ohne": Natürlich wurden ihr dabei schon gleich ihre kompletten Kleidungsstücke abverlangt, so dass sich die schöne Rita bereits bei ihrem ersten polsellihaften Filmabenteuer über weite Strecken ihrer Darbietung hüllenlos präsentiert. Dabei spielt sie die Rolle der kaltschnäuzigen Diana Altoborghi, die zwar aufgrund ihrer überheblichen und zugleich verletztenden Umgangsweise ihren gehörnten Partner in den Selbstmord treibt, dann aber plötzlich ganz kleinlaut als vermeintliche Täterin zurückbleibt, denn Hochmut kommt bekanntlich vor dem tiefen Fall. Und für die endlos scheinende Falltiefe zeigt sich dann schließlich der etwas mental retadiert wirkende Nachbar Tortoletto verantwortlich, der hierbei von Sergio Ammirata (DER TEUFEL FÜHRT REGIE, SHOOT FIRST - DIE LATER, EISKALTE TYPEN AUF HEIßEN ÖFEN) verkörpert wird. Nachdem Tortoletto also dem mörderischen Treiben vom offen Fenster aus beiwohnte, fängt er auch sogleich damit an, die tollgeschockte Rita gnadenlos zu erpressen und zelebriert mit ihr ein perfides Psychospiel, welches die Hausdame nach und nach immer tiefer in den Wahnsinn treibt. Dabei verpasst er ihr zunächst eine kalte Dusche, lässt sie unbarmherzig den blutüberströmten Boden der Villa schrubben oder fesselt sie unter einem infernalen Dauergequäke mit ihren Armen und Beinen an vier Hanteln, bestückt danach ihren nackten Oberkörper mit rohen Fleischläppchen, die dann wiederum vom Schäferhund des Hauses genussvoll abgeschleckt werden. Nebenbei zitiert Tortoletto freudig irgendwelche Bibelverse, bereitet sich als Mahlzeit äußerst gerne Rührei zu, verleiht Diana den Titel der "Principessa" und weist auch ansonsten ständig wahnhafte Gedankensprünge auf. Der Rollencharakter des clownhaften Tortolettos wirkt außerdem völligst überdreht und scheint dabei mit seinem Dauergequäke wohlmöglich auch noch Signore Fulci zu dessen späteren THE NEW YORK RIPPER inspiriert zu haben ("Quak, quak, quak")

     

    Kommen wir zur aufreizenden Einwegdarstellerin Marie-Paule Bastin, die in der Rolle der heißblütigen Yanita ihren einzigen Ausflug ins Filmbusiness unternahm. Dabei entpuppt sich die afro-europäische Schönheit als eine peitschwütige Furie, die dann aber wiederum recht schnell durch einen gefühlvollen Biss in die Waden besänftigt werden kann. Zu guter Letzt schaut dann auch noch mit Marcello Bonini Olas (DJANGO - SEIN LETZTER GRUß, PSYCHOUT FOR MURDER, AUCH KILLER MÜSSEN STERBEN) ein weiterer angestammter Darsteller Polsellis (DAS GRAUEN KOMMT NACHTS, THE REINCARNATION OF ISABEL, REVELATIONS OF A PSYCHIATRIST ON THE PERVERSE WORLD OF SEX) in der Rolle des ortsansässigen Pfarrers auf einen Kurzbesuch vorbei.

     

    Was gibt es sonst noch über das legendäre Lusthaus zu berichten? Gleich zu Beginn kommt es zu einer Spiegelszene, bei der dann nur noch die stimmgewaltige Verlautbarung der "Hyäne" fehlt. Darüberhinaus gibt es zahlreiche Rückblenden zu bestaunen, von denen sich eine kurioser als die andere gestaltet. Neben einer exotischen Wasserakrobatik am Strand werden auch einige Beziehungsmomente aus der Vergangenheit aufgezeigt. Dabei kommt es im Rahmen der Rückblenden auch immer wieder zu Wortgefechten zwischen den beiden Hassliebenden, bei denen sich dann Kurioses im farbenfrohen Hintergrund abspielt. So kommt es, dass eine pseudopolitische Debatte mit Bildern einer Demonstration hinterlegt ist, wohingegen bei Ritas Kampfansage minutenlang Kriegsbilder im wechselfarbigen Hintergrund aufleuchten. Dann hätten wir auch noch einen Postmann, der aber keinesfalls nur zweimal klingelt, denn in der wunderbaren Filmwelt des Herrn Polsellis fällt der Briefträger gleich mit der Tür ins Haus und klingelt dabei stolze elfmal. Der Höhepunkt des polsellihaften Irrsinns entlädt sich dann aber irgendwann im Haus des Schreckens, wobei die reizende Yanita dieses noch ganz regulär durch die Haustüre betritt. Nachdem die Situation zum Ende hin aber immer heftiger wird, befindet sich urplötzlich auch Yanitas Liebhaber Stefano im Haus des suizidierten Schriftstellers, wobei in keinster Weise nachzuvollziehen ist, wie er überhaupt in das Haus gelangt ist. Geschockt über das perfide Treiben schauen sich die beiden Blumenkinder daraufhin gegenseitig tief in die Augen und stellen dabei fest, dass diese grausame Umgangsweisen keinesfalls ihrer Weltanschauung entsprechen. Und genau aus diesem Grund öffnet sich dann auch plötzlich das Garagentor, woraufhin ein bunter Haufen Hippies das Haus bevölkert und im Nebenzimmer ein transmediatives Tanzvergnügen für ein friedlicheres Zusammenleben anstimmt. Dabei kommt es dann auch ständig zu absurden Szenenwechseln, wobei einerseits im Wohnzimmer die finale Auseindersetzung zwischen der Hausdame und ihrem Peiniger abläuft und parallel dazu im Nebenzimmer der bizarre Friedenstanz durch die bodygepaintete Hippiemeute zelebriert wird. Und jedes mal wenn man glaubt, dass die Spannungskurve im Finale gerade ihren Höhepunkt erreicht, kommt es urplötzlich zu einem abrupten Szenenwechsel ins Nebenzimmer, wo dann auch sogleich immer wieder die gleiche fröhliche Tanznummer von Neuem zu spielen beginnt und die drogengeschwängerten Blumenkindern somit auch weiterhin unentwegt wie von Sinnen durch den Raum tanzen lässt. Diese kuriose Tanzszene kann aber ausschließlich in der italienischen Fassung bestaunt werden, da die steppenden Blumenkinder aus der deutschen Kinofassung vollständig entfernt und durch endlos wirkende Herummachszenen ersetzt wurden. Unglaublich!

     

    Neben einer geballten Ladung Panik, schweißüberströmten Gesichtern und bis zum Anschlag aufgerissenen Augen gibt es abschließend auch noch eine sehr angenehme und vor allem akustiklastige Filmmusik von Gianfranco Di Stefano auf die Ohren, die bestens mit der knallbunten und höchst psychedelischen Bilderwelt harmoniert.

     

    Fazit: Ein wahnhaft psychotischer Trip in Form eines hypnotisch narkotischen Bilderrauschs oder um es mit den Worten Christian Keßlers auszudrücken: „Ein klassenkämpferisches Kammerspiel“

  • Autor: Richie Pistilli
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