Escape from Death

Italien, 1989

  • Originaltitel: Luna di sangue
  • Alternativtitel:

    Fuga dalla morte (Italien)

  • Regisseur: Enzo Milioni
  • Kamera: Silvano Tessicini
  • Musik: Paolo Gatti, Alfonso Zenga
  • Drehbuch: Enzo Milioni, Giovanni Simonelli
  • Inhalt:

    Eines Tages findet Ann Moffett, Besitzerin eines Bauernhofes mit Gestüt, ihren Mann Larry erschossen im Stall. Doch anschließend ist die Leiche nicht auffindbar und ein „neuer“ Larry taucht auf. Alle schwören Stein und Bein, dies sei doch ihr Mann, nur der Angestellte Solly und seine Tochter Tania (Jessica Moore) versuchen, ihr heimlich Hinweise zu geben. Wegen des Erbes versucht man anscheinend, Ann in den Wahnsinn zu treiben, und wer nicht mitspielt, wird ermordet.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Man lasse sich folgende Szenen auf der Zunge zergehen: der Bauer erwischt seine stumme, leicht zurückgebliebene und weniger leicht nymphomanische Tochter mit zwei Kerlen beim Vorspiel im Stall. Die Beiden flüchten und der Bauer ohrfeigt sie. Um zu zeigen, dass sie ihm nicht böse ist, bläst sie ihm einen. Der Killer schleicht sich von hinten an, schießt ihr in den Kopf, wobei der Empfänger der Lippenspende seinen Penis verliert. Dann schießt ihm der Killer nochmals (warum auch immer) zwischen die Beine und anschließend in den Kopf.

     

    Es hilft aber nichts – „Luna di sangue“ ist kacklangweilig.

     

    Für die Reihe „Lucio Fulci presents“ entstand dieser noch nicht in Deutschland erschienen Spät-Giallo unter der Regie von Enzo Milioni. Doch überzeugte Milioni 1978 mit seinem hervorragenden „The Sister of Ursula“ (na gut, ich war auch auch ein klein wenig von Barbara Magnolfis Augen abgelenkt), scheitert „Luna di sangue“ am Budget und an viel zu vielen bis überflüssigen Dialogen.

     

    Milioni versucht mit ständig heruntergelassenen Jalousien und zahllosen Stehlampen eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen, ist aber nichts zu machen. Abgesehen von ein paar wenigen Schockmomenten herrscht Schläfrigkeit vor.

     

    Den Drehort kennt man schon aus Giovanni Simonellis „Die Saat des Teufels“ und zwei der Morde wurden später in Fulcis „Nightmare Concert“ verwendet, so das Kopf-durch-die Scheibe-Szenario und die Enthauptung mit der Sense.

     

    Was die Darsteller betrifft, ist für Italo-Filmfans hauptsächlich die weibliche Besetzung interessant, so agieren hier u. a. Zora Kerova (Die Rache der Kannibalen) unter dem Pseudonym „Ulla Z. Kesslerova“, Joe D’Amatos „Top Model“ Jessica Moore und außerdem in einer kleineren Rolle Annie Belle, diesmal mit kurzen, sehr dunklen Haaren. Ebenso wie Pamela Prati natürlich alles keine jungen Hüpfer mehr. Die Hauptdarstellerin Barbara Blasko dagegen ist kaum bekannt, ebenso wie der komplett hölzerne Alessandro Freyberger, der ihren angeblichen Ehemann spielt. Auch besteht Blaskos Reaktion auf die Versuche, sie in den Wahnsinn zu treiben, nur immer wieder aus Ohnmachten, was auf die Dauer ebenfalls langweilt.

     

    Dann die Musik – war da überhaupt welche? Ja, zwei oder drei Stücke, an die sich aber niemand nach dem Film noch erinnern wird. Sicher ist das auch der Grund dafür, dass beide Komponisten an nicht mehr als drei Filmen beteiligt waren.

     

    Schwierig für mögliche deutsche Zuschauer ist auch, dass der Film, wenn überhaupt, bisher nur in italienischer oder französischer Sprache erhältlich ist. Angeblich soll mal eine englische Fassung existiert haben, auf ImdB ist ja auch ein englischer Titel angegeben, forscht man aber genauer im Internet nach, scheint man desöfteren „Luna di Sangue“ mit dem ein Jahr zuvor entstandenen „Delirio di Sangue“ von Sergio Bergonzelli zu verwechseln, warum auch immer. Wer weiß.

     

    „Luna di Sangue“ ist also nur für Komplettisten geignet, und auch die werden gegen die Müdigkeit zu kämpfen haben.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb

    IMDb

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