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A Lizard in a Woman's Skin

Frankreich | Italien | Spanien, 1971

  • Originaltitel: Una lucertola con la pelle di donna
  • Alternativtitel:

    Le venin de la peur (F)

    Carole (F)

    Salopes Vont En Enfer (F)

    Una lagartija con piel de mujer (ES)

    Lizard in a Woman's Skin (UK)

    Schizoid (Australien)

  • Regisseur: Lucio Fulci
  • Kamera: Luigi Kuveiller
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Lucio Fulci, Roberto Gianviti, Ottavio Jemma, José Luis Martínez Mollá, André Tranché
  • Inhalt:

    Carol Hammond (Florinda Balkan) ist eine gut betuchte Dame aus feinem Haus, die seit geraumer Zeit von absonderlichen Albträumen heimgesucht wird. Und genau mit einer solchen halluzinatorischen "Alb-"Traumsequenz wird dieser außerordentliche Giallo schließlich auch eröffnet. Zu sehen gibt es eine angstgetriebene Florinda Bolkan, die panisch durch die claustrophobisch wirkenden Gänge eines vollbesetzten Zuges hastet, bevor sie sich nur einige Sekunden später plötzlich in einem von nackten Menschen überfüllten Hausgang-Szenario wiederfindet und daraufhin in ein schwarzes Loch stürzt. Der Flug ins Nirvana endet aber schon kurze Zeit später abrupt vor den Füßen der etwas künstlich und sehr nackt wirkenden Julia Durer (Anita Strindberg), von der sich Carol dann auch gleich mal beglücken lässt.

     

    Im wahren Leben ist die Engländerin Julia Durer die Tür-an-Tür wohnende Nachbarin von Carol und pflegt im Vergleich zu ihrer doch recht spießigen und sexuell unausgeglichen-wirkenden Nachbarin aus der mondänen Oberschicht einen komplett conträren Lebensstil. Die Durer feiert in ihrer Nachbarwohnung ausschweifende und lautstarke Partys am laufenden Band, bei denen auch eine betrachtliche Menge an Betäubungsmittel zum Einsatz kommen. Und genau darin sieht der Psychiater Dr. Kerr (George Rigaud) dann auch die Ursache für Carols Albträume: Er ist fest davon überzeugt, dass sich Frau Bolkan unterbewußt von dem ungezwungenen Lebensstil ihrer Nachbarin angezogen fühlt und vermutlich in ihrem tiefsten Inneren von einer heißen Affaire mit der "infernalen Höllenschlampe" träumt. Hinzu kommt die unglückliche und längst erkaltete Liebe zu ihrem Ehemann Frank Hammond (Jean Sorel), der seine Brötchen als Anwalt in der Kanzlei ihres werten Herrn Papas verdient.

     

    Doch schon kurze Zeit später wird Carol erneut von einem rauschartigen Albtraum heim gesucht, indem sie ihre Nachbarin auf grausamste Weise mit einem Messer abschlachtet und dabei von zwei etwas seltsam dreinblickenden Hippies mit starren Blicken aus dem Nichts angestiert wird.

     

    Nach dem Erwachen begibt sich Carol in einem total verwirrten und desolat wirkenden Gesundheitszustands direkt in die Hände ihres Psychiaters, der ihr dann aber zu ihrer völligen Überraschung attestiert, dass sie hiermit wieder geheilt sei. Durch den Mord in ihren Träumen hätte sie sich somit von den Belastungen ihres Unterbewußtseins getrennt und durch diesen Befreiungsakt ihre Albträume letztendlich besiegt.

     

    Erleichtert kehrt Carol in den Schoß ihrer Familie zurück, doch schon kurz darauf treten Inspektor Corvin (Stanley Baker) und Sgt. Brandon (Alberto de Mendoza) auf den Plan, da Julia Durer tatsächlich auf eine sehr grausame Weise mit einem Messer in der Nachbarwohnung ermordet wurde. Als Carol dann auch noch aufgrund zahlreicher Beweisfunde als Hauptverdächtigte ins Visier der Ermittler gerät, steht diese kurz vor dem wahnsinnig werden. Fortwährend bekundet sie verzweifelt ihre Unschuld, da sie doch rein gar nichts mit dem fremdbestimmten Ableben der feierwütigen Nachbarin am Hut hat.

     

    Zur mentalen Erholung tritt Carol daraufhin einen Kurzurlaub in einem privaten Sanatorium an, wo sie auch zunächst etwas zur Ruhe kommen kann. Doch plötzlich findet sie sich wieder immer häufiger in realen "albtraumähnlichen" Szenarien wieder, bei denen die Hippies ihrer Träume mittlerweile aber auch in der Realität auf den Plan treten oder sie in Todesangst vor einem messerstechenden Motorradfahrer fliehen muss. Hinzu kommen die weiterin anhaltenden Verdächtigungen der Polizei, so dass Carol immer mehr den Bezug zur Realität zu verlieren scheint und sich in ihr der unaufhaltsame Wahnsinn in seiner wahren Pracht immer weiter breit macht. Kann Frau Bolkan diesen psychose-ähnlichen Zustand überwinden und letztendlich ihre Unschuld beweisen?

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Dieser auf Zelluloid gebannte Wahnsinn kann zweifelsfrei zur Königsklasse des Giallo-Genres und gleichzeitig zu Lucio Fulcis größten Verdiensten für die Filmwelt gezählt werden . Der Maestro setzt den Zuschauer einer scheinbar nicht mehr enden wollenden halluziongenen Bilderflut aus, die ihre Wirkung bei diesem auch nicht verfehlt und ihn umgehend in ihren Bann ziehen kann.

     

    Dieses psychedelische Filmwerk wartet zum einen mit fantastischen Bilkompositionen auf, aber es werden aber auch überwältigende "albtraumähnlichen" Traum- und Real-Sequenzen dargeboten, die den Zuschauer an Frau Bolkans psychotischen und halluzinatorischen Zuständen ungehindert teil haben lassen.

     

    Die gesamte Inszenierung ist zudem vorbildlich abfotografiert und trotz der brillanten Schönheit der einzelnen Bilder schafft es Fulci eine gewisse Unruhe und Bedrohlichkeit durchwegs mitzutransportieren.

     

    Weiterhin wurde diese Produktion mit einer sehr hochwertigen Darstelleriege besetzt, die durchwegs zu gefallen weiß. An vorderster Front spielt sich Florinda Bolkan die Seele aus dem Leib, gefolgt von der aufreizenden Anita Strindberg, die hier das aufreizende Partyluder Julia Durer mimt.

     

    Zur Filmmusik von Ennio Morricone müssen in diesem Fall keine großen Worte mehr verloren werden, da diese einfach nur prächtig verstörend klingt und somit die bedrohliche Atmosphäre in den Albtraumsequenzen bestens unterstreicht.

     

    Auch nach mehreren Betrachtungen hat diese Genre-Perle rein gar nichts an ihrer Faszination eingebüßt und kann jedes mal wieder aufs Neue begeistern.

     

    Fazit: Ein berauschender Wahnsinn in halluzinatorischen Bildern, bei dem das Sandoz-Derivat bestimmt nicht nur beim Schreiben des Drehbuchs zum Einsatz kam...

  • Autor: Richie Pistilli
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