Die letzte Rechnung schreibt der Tod

Italien, 1976

  • Originaltitel: Milano violenta
  • Alternativtitel:

    Terror Commando (FRA)

    Bloody Payroll

    Commando Terror

  • Regisseur: Mario Caiano
  • Kamera: Pier Luigi Santi
  • Musik: Gianfranco Plenizio
  • Drehbuch: Mario Caiano
  • Inhalt:

    Vier Gangster überfallen unter der Leitung des berüchtigten Denkers Raul Montalbani (Claudio Cassinelli) das Lohnbüro einer großen Fabrik. Doch die Polizei ist schnell zur Stelle, und während zwei von Rauls Komplizen mit dem Fluchtwagen und der Beute die Kurve kratzen, bleiben er und Kumpan Fausto (John Steiner) in der Fabrik zurück. Mithilfe einer Geiselnahme gelingt es ihnen jedoch von der Polizei einen Fluchtwagen zu erpressen, und zumindest Raul kann entkommen.

     

    Raul begibt sich mithilfe der Prostituierten Laila (Silvia Dionisio) auf die Suche nach seinen Komplizen, um seinen Anteil an der Beute einzufordern. Doch die wollen nicht teilen. Währenddessen fahndet Inspektor Tucci (Salvatore Puntillo) nach den Gangstern, deren Identität er schnell in Erfahrung bringen kann. Zudem ist er überzeugt, dass der Tip über die ungewöhnlich hohe Geldlieferung an das Lohnbüro von einem Angestellten der Fabrik gekommen sein muss.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Unmittelbar nach “Calling all Policecars” drehte Mario Caiano diesen Poliziesco, der durchaus positiv aus dem Rahmen fällt.

     

    Es gibt es keinen toughen Hau-Drauf-Cop, der extrem böswillig dargestellte Kriminelle zusammenschlägt oder kurzentschlossen abknallt. Stattdessen widmet er sich dem Anführer der Gangsterbande und dessen Charakter. Behutsam versucht er den Zuschauer dazu zu bringen, diesen Kerl zu mögen, nur damit man später genauso schön an ihm zweifeln kann wie die Prostituierte Stella.

     

    Nach einer eher actionlastigen und gelegentlich recht gewalttätigen ersten Filmhälfte geht es später also eher in Richtung Charakterarbeit und Polizeiermittlungen. Rauls Komplizen scheinen zunächst ebenfalls ihrem Boss ergeben und des Teilens willig, doch je länger sie allein in ihrem Versteck zubrachten, haben sie ihre Meinung dann wohl doch geändert. Gewaltsam suchen sie ihre Spuren zu verwischen. Raul findet Hilfe bei der Prostituierten Leila, die sich in ihn verliebt, doch mit der Zeit beginnt sie zu zweifeln, ob Raul wirklich der Mensch ist, den sie in ihm sehen will.

     

    Eine weitere Ebene des Films ist die Arbeit des Polizeiinspektors und dessen Sidekicks, seine Versuche, die Identität der Flüchtigen herauszufinden sowie deren Informanten in der Fabrik. Dass die Gangster eine blutige Spur hinterlassen, spielt ihm eher in die Hände, also das Gegenteil von dem, was diese beabsichtigt haben. Einen sozialen Kontext findet man in diesem Poliziesco kaum, dafür eine gute Filmmusik von nicht ganz eindeutiger Herkunft.

     

    Claudio Cassinelli spielt seine diesmal eher ungewohnte Rolle wirklich überzeugend, John Steiner ebenfalls, der hat aber nicht so viel Screentime wie erwartet. Es lohnt sich auf jeden Fall sich dieses Action-Drama anzuschauen. Positiv fällt hier auch die deutsche Synchro auf, die auf Eigenmächtigkeiten wie willkürlich eingebaute coole Sprüche verzichtet.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    „Die letzte Rechnung schreibt der Tod“ erschien bei Filmart als Polizieschi Edition No. 001, ausschließlich mit deutschem Ton. Dazu gibt es ein paar Trailer und ein Booklet, das deutlich länger ist als mein obiger Text.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

    OFDb

    IMDb

     

     

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