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Laura II - Revolte im Frauenzuchthaus

Italien, 1983

  • Originaltitel: Emanuelle fuga dall'inferno
  • Alternativtitel:

    Emanuelle en prisión (ESP)

    Révolte au pénitencier de filles (FRA)

    Women's Prison Massacre (USA)

  • Regisseur: Bruno Mattei
  • Kamera: Henry Frogers
  • Musik: Luigi Ceccarelli
  • Drehbuch: Claudio Fragasso, Olivier Lefait
  • Inhalt:

    Die Reporterin Emanuelle ist dank eines korrupten Staatsanwalts wieder im Frauengefängnis. Dort ist sie den Sadismen und Erniedrigungen der Wärterinnen ausgeliefert und erlebt die Vorstufe zur Hölle. Der endgültige Eintritt ins Inferno erfolgt mit dem Eintreffen von vier Schwerverbrechern. Das Quartett - mit ihrem Oberhaupt Crazy Boy Henderson - denkt nämlich nicht daran, sich mit den weiblichen Gefangenen zu solidarisieren. Vergewaltigung, Folter und Mord machen sich im Frauenknast breit.

  • Autor: Frank Faltin
  • Review:

    Der deutsche Schriftsteller Ulrich Erckenbrecht schrieb einmal:

    „Down to earth: rein in den Dreck."

    Wer (s)eine filmische Bodenständigkeit bewahrt, der wird zwangsläufig im Schmuddel des europäischen Kinos landen. Abseits vom Kommerz, inmitten von Sleaze, Perversion und Brutalität, bewegt sich Bruno Mattei. Ein italienischer Regisseur, der ein Paradebeispiel für das Polarisieren von Meinungen ist. Man liebt oder man hasst ihn – ein Mittelding ist kaum möglich.

     

    Nachdem der Bruno mit gemäßigten Filmresultaten seinen Dienst als Regisseur antrat, ließ er es 1977 mit „KZ 09“ aka „Women's Camp 119“ erstmals (so richtig) krachen. Ein geschmackloses und schmuddeliges „Faschomobil“ raste durch die italienischen Lichtspielhäuser und fungierte als Vorbote für zahlreiche (noch anstehende)  cineastische Geschmacklosigkeiten.

     

    Nazi(s)ploitation, Nunsploitation, Sexploitaion, Western-, Horror-, Action- und Mondofilm zeigen sich als fester Bestandteil von Bruno Matteis Filmografie der 70er und 80er Jahre. Natürlich darf bei so vielen (mundenden) Genrepräsentationen eines nicht fehlen: Der WIP-Film.

     

    Nachdem Mattei bereits 1977, innerhalb seines Films „Emanuelle - Sinnlichkeit hat tausend Namen“, mit Laura Gemser zusammenarbeitete, engagierte er die „Black Emanuelle“ für seinen Frauengefängnisfilm „Laura - Eine Frau geht durch die Hölle“ (I, F 1982). Dieser - durchweg ordentliche Film - erhielt ein Jahr später mit „Laura II - Revolte im Frauenzuchthaus“ sein Sequel. Ein Nachfolger der mit Vollspeed an den Start geht und mit gleichem Höllentempo ins Ziel rauscht. Anders lässt sich diese Granate kaum beschreiben.

     

    Bei „Laura II - Revolte im Frauenzuchthaus“ (jedoch) von einem reinen WIP-Film zu reden – wäre falsch. Die Anfangsphase setzt zwar auf die Ingredienzien des Frauenknastfilms, wandelt allerdings - mit dem Eintreffen der vier Schwerverbrecher - auf weiteren Pfaden. Somit wird der Schauplatz (auch) außerhalb von Gefängnismauern angesiedelt. Dabei ereignen sich Autoverfolgungsjagden und brutale Schießereien.

     

    Die Besetzung, die Mattei für „Laura II - Revolte im Frauenzuchthaus“ auswählte, ist gigantisch gut. Franca Stoppi als erbarmungslose Oberaufseherin sowie zahlreiche Sklaven einer antisozialen Persönlichkeitsstörung. Besonders üble Exemplare (dieser Gattung) sind: Helmut von Bauer (Pierangelo Pozzato), Victor "Geronimo" Brain (Raul Cabrera) und Albina (Ursula Flores). Dazu kommt mit Crazy Boy Henderson (Gabriele Tinti) der!  Paradedrecksack des italienischen Genrekinos. Thronend über Unheil, Leid und Qual agiert Laura Gemser als die (überwiegend) besonnene Emanuelle.

     

    „Laura II - Revolte im Frauenzuchthaus“ ist - neben dem „Tiger von Osaka“ - ein Film der jegliche Floskeln und Vorurteile des Katholischen Filmdienst bestätigt:

     

    Schäbig! Menschenverachtend! Frauenfeindlich! Widerwärtig! Brutal! Niveaulos!

     

    So lauten die Eigenschaften die – (m)einem Empfehlungsschreiben zu „Laura II“ – beizufügen sind.  

  • Autor: Frank Faltin
  • Veröffentlichungen:

    Die deutsche Videoversion von Vestron Video International wurde – im Vergleich zur ungeschnittenen Version – um ca. 5 Minuten gekürzt. Der Löwenanteil bezieht sich auf Handlungsstränge. Die Gewaltschnitte machen insgesamt 83 Sekunden aus. Die im Dezember 2004 veröffentlichte DVD Version der Gabu-Film GmbH ist ungeschnitten und somit identisch mit der italienischen Originalversion. Der Titel wird innerhalb der X-Rated-Reihe als Nummer 1-03 geführt. Inmitten der Credits wird Bruno Mattei nicht unter dem Pseudonym Vincent Dawn, sondern als Gilbert Roussel vorgestellt.

  • Autor: Frank Faltin
  • Filmplakate

    Links

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