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La pistola

Frankreich | Italien, 1973

  • Originaltitel: Dio, sei proprio un padreterno!
  • Alternativtitel:

    Mátalos, jefe... te ayudo (ESP)

    L'homme aux nerfs d'acier (FRA)

    Escape from Death Row (USA)

    Frank and Tony (USA)

    Mean Frank and Crazy Tony (USA)

    Power Kill (USA)

    Gangster Story - La Pistola

    Gun Man

    La Pistola - The Gun

    The Cold Arms of Death

  • Deutsche Erstaufführung: 10. Mai 1974
  • Regisseur: Michele Lupo
  • Kamera: Joe D'Amato, Aldo Tonti
  • Musik: Riz Ortolani
  • Drehbuch: Nicola Badalucco, Sergio Donati, Luciano Vincenzoni
  • Inhalt:

    Durch die Exekution fast aller seiner Männer sieht sich Gangster-Boss Dio (Lee Van Cleef) genötigt Bella Italia einen Besuch abzustatten. Schnell beginnt sein Rachefeldzug, wird aber ebenso schnell durch ein paar unglückliche Zufälle mit einem Knastaufenthalt von je her beendet. Der kleinkriminelle Fanboy von Dio, Tony Breda (Tony Lo Bianco), schafft es mit List und Tücke immer wieder zu helfen und es entsteht eine Art Partnerschaft zwischen den beiden…

  • Autor: Andreas Rick
  • Review:

    Michele Lupo ist vielen sicherlich als Regisseur von fünf! Bud Spencer Filmen, u.a. "Sie nannten ihn Mücke" (Lo chiamavano Bulldozer, 1978) und "Der große mit seinem außerirdischen Kleinen" (Uno Sceriffo extraterrestre - poco extra e molto terrestre, 1979), und seinen großartigen Italo-Western mit Giuliano Gemma, "Halleluja Companeros" (Arizona Colt, 1966), "Ben und Charlie" (Amico, stammi lontano almeno un palmo, 1972) sowie "Der Mann aus Virginia" (California, 1977), bekannt. Doch auch abseits dieser Werke gibt es von dem Herren noch vieles zu entdecken.

     

    "La pistola" (Dio, sei proprio un padreterno!) aus dem Jahre 1973 bietet in französischer Co-Produktion eine krude Mischung aus ernstem Gangster-Film und komödiantischem Beiwerk. Doch gerade diese ungewöhnliche Mischung macht den Film erst so besonders.

     

    Was die Besetzung angeht wurde hier keine Mühe gescheut: Lee Van Cleef spielt den Titelgebenden Gangster-Boss Frankie Dio(mede). An seiner Seite, für den komödiantischen Part zuständig (wenn auch nur bedingt lustig), spielt Tony Lo Bianco der sonst keine weiteren Spuren im italienischen Genre-Kino hinterlassen hat, aber bis heute in vielen amerikanischen TV-Serien kleinere Rollen übernimmt. Als Gegenspieler von Dio sehen wir Jean Rochefort in der Rolle des Annunziata. Edwige Fenech und Jess Hahn sowie Fausto Tozzi erweitern das ausgezeichnete Ensemble. Ein zusätzliches Highlight sind die vielen kleinen Nebenrollen die mit bekannten Stuntleuten und anderen sehr markanten Typen, wie bei Michele Lupo üblich, besetzt sind. Zu sehen gibt es u.a. Nello Pazzafini, Claudio Undari, Giovanni Cianfriglia, und und und…

     

    Es ist schon ulkig wenn Dio aus Amerika eintrifft und wie ein umjubelter Hollywood-Star gefeiert wird, von dem Tony bspw. sogar ein Plakat in der Wohnung hängen hat und wenigen Minuten zuvor Claudio Undari mit einer Bohrmaschine einige von Dios Leuten brutal und gialloesk ins Jenseits befördert. Wegen solcher Szenen war der Film auch erst ab 18 Jahren im Kino zu sehen. Wie in vielen anderen Genre-Vertretern geht es hauptsächlich um die Entwicklung der beiden Protagonisten und deren Beziehung zueinander. Während Dio immer mehr in die Rolle der Vaterfigur und des Lehrers schlüpft, entwickelt sich Tony vom „Schein“-Ganoven zu einem durchaus ambitionierten kriminellen Kumpanen. Edwige Fenech mimt Tonys frustrierte Freundin Orchidea, hat in der von mir gesehenen Fassung aber wenig Screen Time und spielt keine außerordentliche Rolle. Steffen Zacharias ist als unfähiger Anwalt ebenso passend wie die filmischen Wechsel zwischen Grausamkeiten und Humor oder die Knastszenen mit Kloppe für Nello und Co..

     

    Insgesamt also ein weiteres wundervolles Werk aus der umfangreichen Filmografie von Michele Lupo. Muss wie so vieles dringend das digitale Zeitalter erreichen.

  • Autor: Andreas Rick
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