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Kommissar X - Drei goldene Schlangen

Deutschland | Italien | Thailand | Vereinigte Staaten, 1969

  • Originaltitel: Kommissar X - Drei goldene Schlangen
  • Alternativtitel:

    Commissaire X et les trois serpents d'or (FRA)

    Island of Lost Girls (USA)

    Three Golden Serpents (USA)

    Die Tiger Bande

  • Deutsche Erstaufführung: 18. April 1969
  • Regisseur: Roberto Mauri
  • Kamera: Francesco Izzarelli
  • Musik: Roberto Pregadio, Francesco De Masi
  • Drehbuch: Jameson Brewer, Gianfranco Parolini, Manfred R. Köhler
  • Inhalt:

    Die in Thailand als Wohltäterin bekannte Madame Kim So (Vilaiwan Vatanapanich) hütet ein dunkles Geheimnis. Auf ihre sogenannte Insel der 1000 Lotusblüten lässt sie junge, attraktive Mädchen verschleppen und foltern, um sie für ausländische Sex-Touristen dienstbar zu machen. Drei tätowierte Schlangen sind ihr Erkennungszeichen. Als Phyllis Leighton (Hansi Linder) entführt wird und spurlos verschwindet, schlägt ihre Tante Maud (Loni Heuser) Alarm, und schaltet "Kommissar X", alias Joe Walker (Tony Kendall) ein, der diesen gefährlichen Fall gemeinsam mit seinem Kollegen Captain Rowland (Brad Harris), Chef des Morddezernats Manhatten, lösen soll. Viele gefährliche Situationen und die rücksichtslosen Helfershelfer der Madame Kim So bilden die Hürden, die zu nehmen sind, um auf die Insel zu kommen. Werden sie die Bande zur Strecke bringen können..?

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Bestimmte Film-Reihen weisen ihre ganz typischen Charakteristika auf, sodass der Einstieg in diesen sechsten "Kommissar X"-Beitrag, der dieses Mal auf Roberto Mauris Konto geht, ganz obligatorisch verlaufen kann. Bereits im Vorspann wird auf die exotischen Schauplätze hingewiesen, und noch bevor das erste Verbrechen geschehen darf, werden diese Bildeindrücke intensiviert. Eine junge Frau wird entführt und es wird gleich klargemacht, dass man es erneut mit einer überaus rücksichtslosen Verbrecher-Organisation zu tun hat, die nur von Joe Walker, alias "Kommissar X", zur Strecke gebracht werden kann. Unter Schützenhilfe von Brad Harris, als Captain Tom Rowland, kommt der Zuschauer in den Genuss von absoluter Verlässlichkeit, denn wer der Reihe von Anfang an treu geblieben ist, wird sich auch in diesem verzwickten Fall wohl fühlen. Flotte Sprüche, bedrohliche Situationen und dubiose Kontrahenten dominieren das Geschehen einmal mehr, einmal weniger, jedoch ist es eindeutig, dass die Seele der Reihe auch hier spürbar sein wird.

     

    Ein oberflächlicher Blick auf die ungleich wirkende Liste der Interpreten sorgt insbesondere im Bereich der agierenden Gäste für Skepsis, schließlich scheint der Film in diesem Zusammenhang erstmals nicht so dicht, beziehungsweise etwas unwirsch besetzt zu sein, da man viele vollkommen unbekannte Darsteller ausfindig macht und zusätzlich Loni Heuser, eine Garantin für Homor-Einlagen der strapaziöseren Sorte. Bis sich in dieser Richtung jedoch irgend etwas bewahrheiten kann, nimmt der Verlauf wie gewohnt rasante Formen, mit gut choreografierten Szenen an, und der Weg zum Ziel wird mit überdurchschnittlich vielen Leichen gepflastert, doch ausgleichsweise gibt es auch einige Annehmlichkeiten fürs Auge. Beim Thema Action lässt sich sagen, dass sie die Spannung definitiv überlagert und auch die Vorhersehbarkeit zeigt sich eher nicht von ihrer nebulösen Seite.

     

    Das Duo Tony Kendall und Brad Harris konnte von Anfang an unter Beweis stellen, dass es unschlagbar ist. Unter diesen Voraussetzungen ist es natürlich nicht gerade fair zu sagen, dass man eigentlich stets weiß, dass man den beiden nichts anhaben kann, auch wenn die Verbrecher noch so grausam und aggressiv agieren. Allerdings kommen die Filme auch nicht durch diese eng gezogene Spannungskurve ins Schleudern, und überwältigende Whodunit-Effekte liegen erst gar nicht in der Erwartung des Zuschauers. Vielmehr ist bei "Kommissar X" die viel spannendere Frage, wie Gut und Böse miteinander umgehen werden, und welche Einfälle die Regie bei dieser Strategie präsentieren wird, um nicht als Einheitsbrei zu wirken. Kendall und Harris knüpfen in "Drei goldene Schlangen" jedenfalls nahtlos an ihre Pionierarbeit an, die sie ab dem ersten Beitrag zu liefern pflegten, sodass es erneut zu einem wirklichen Spaß wird, den beiden doch sehr unterschiedlich angelegten Charakteren bei ihren Kapriolen zuzusehen.

     

    Passable Arbeit liefern des Weiteren die hübsche Hansi Linder, Herbert Fux, sogar Loni Heuser, die beinahe reserviert wirkt, eine einkopierte Hannelore Auer aus dem Vorgängerfilm "Drei blaue Panther" und natürlich Vilaiwan Vatanapanich, als giftige Madame Kim So. Roberto Mauris Inszenierung erweist sich als überaus actionreich und bemüht nebulös, kann aufgrund der Orientierung an der Marschrichtung der laufenden Serie überzeugen, wenngleich es kaum neue Impulse oder den Mut zu etwaigen Ausreißmanövern zu finden gibt. Das ist nicht weiter schlimm, denn kurzweilig und unterhaltsam ist "Kommissar X - Drei goldene Schlangen" allemal geworden und lässt sich mit großem Vergnügen anschauen, da sich Titelheld und agiler Helfer erneut von ihrer besten Seite zeigen. Also ist auch dieser Flick gelungen, auch wenn es sich vielleicht nicht gerade um den besten Beitrag der Reihe handelt, da ein handelsübliches Populär-Thema für die Haupthandlung ausgeschlachtet wird.

  • Autor: Prisma
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