Die Killer der Apocalypse

Italien, 1976

  • Originaltitel: La legge violenta della squadra anticrimine
  • Alternativtitel:

    Magnum 44 spécial (FRA)

    Cross Shot

  • Regisseur: Stelvio Massi
  • Kamera: Mario Vulpiani
  • Musik: Pino Pintucci
  • Drehbuch: Lucio De Caro, Maurizio Mengoni, Piero Poggio, Dardano Sacchetti
  • Inhalt:

    Commissario Jacovella (John Saxon) versucht den jüngeren Bruder des Mafiabosses Dante Ragusa (Lee J. Cobb) zu Fall zu bringen, doch er scheitert vor Gericht kläglich. Der Journalist Maselli (Renzo Palmer) ist ohnehin ein Gegner der Methoden des Commissario und hat sich in seiner Zeitung längst auf diesen eingeschossen.

     

    Der junge Antonio Blasi (Lino Capolicchio) möchte seine Verlobte Nadia (Rosanna Fratello) heiraten, doch er besitzt keinen Cent. So lässt er sich für den Überfall auf einen Geldtransport anheuern, der nicht verläuft wie geplant. Antonio erschießt einen Polizisten, und auf seiner Flucht stiehlt er ausgerechnet das Auto des Mafiosi Nino Ragusa, in dem sich belastendes Material über Dante Ragusa und dessen Verbindungen zu einem Minister befindet.

     

    Ein unbekannter Informant spielt die Identität Antonios sowohl der Mafia als auch der Polizei und der Presse zu, und so sind alle auf der Jagd nach Antonio: Commissario Jacovella und sein Partner Turrini (Thomas Hunter), der Zeitungsmann Maselli und die Mafia.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Ich bin begeistert. Stelvio Massis Filme können ja bisweilen mal etwas tranig ausfallen, „Die Killer der Apocalypse“ ist aber das genaue Gegenteil, spannend bis zur letzten Minute. Man spürt das solide Budget nicht nur bei der Auswahl der Hauptdarsteller. Der Action-Anteil wirkt gefühlt hoch, doch das kann täuschen, weil auch auf Handlungsebene sehr viel passiert. Während die meisten Filme Massis sehr geradlinig im Handlungsablauf sind, findet hier eine interessante Interaktion zwischen den verschiedenen Charakteren statt. Der Journalist Maselli – gespielt von einem überzeugenden Renzo Palmer – führt eine Art Privatfehde gegen den Commissario Jacovella. Jacovella – dargestellt von einem sehr präsenten John Saxon – ist nicht zimperlich in seinen Methoden und Ansichten und mit einem Polizistenmörder konfrontiert, fürchtet Maselli, er könne außer Kontrolle geraten. Deshalb versucht er selbst, Kontakt mit dem flüchtigen Antonio herzustellen, um diesem so das Leben zu retten.

     

    In seiner letzten Rolle spielt Lee J. Cobb den Mafiaboss Dante Ragusa, und dieser Charakter, der nach einem Schuss in den Hinterkopf blind ist, wirkt deshalb nicht etwa hinfällig. Ragusa ist furchteinflößend, und selbst sein Bruder – der ihn wohl gerne aus dem Weg hätte und ohnhin dessen ganze Demütigungen leid ist - wagt es nicht, gegen diesen blinden, alten Mann aufzubegehren. Dante hat alle unter Kontrolle. Cobb starb am 11. Februar 1976 (vor der italienischen Premiere von „La legge violenta della squadra anticrimine“) im Alter von 64 Jahren an einem Herzinfarkt. Nur einen Tag später wurde die Presse allerdings von dem Mord an Sal Mineo („...denn sie wissen nicht, was sie tun“) überschattet.

     

    Stelvio Massi drehte „Die Killer der Apocalypse“ nahezu komplett in der apulischen Hafenstadt Bari, in der auch einige der frühen Filme mit Gloria Guida entstanden. Neben den Straßen der Innenstadt, die Massi unter anderem für eine rasante Verfolgungsjagd zu Anfang nutzt, findet nahezu ganz Bari cineastische Verwendung: Hafen und Uferpromenade, die Theater Margherita und Petruzelli, das Messegelände der Fiera del Levante, die Industriezone und die Mautautobahn. Vom alten Teil der Stadt sind die Basilika von San Nicola, die Kathedrale und das Fort zu sehen. Weitere Szenen entstanden im benachbarten Trani sowie im berühmten Castel del Monte. Im Rahmen der Handlung um Reporter Maselli entstanden zahlreiche Szenen im Innern der Produktionsstätten der Zeitung „La Gazetta di Mezzogiorno“, hier kann man im Hintergrund beispielsweise den Journalisten Federico Pirro oder den Sportreporter Milella erkennen – falls man Italiener ist und weiß, wer die sind. In einer Szene, in der sich Antonio mit seiner Verlobten vor den Verfolgern versteckt, kann man ebenfalls eines der für Apulien typischen Rundhäuser (Trullo) sehen.

     

    Die Rolle der Ehefrau des Commissario Jacovella wurde mit Antonella Lualdi besetzt, die 10 Jahre zuvor Roy Rowlands „Unter der Flagge des Tigers“ und die Fortsetzung „Donner über dem indischen Ozean“ mit ihrer sinnlichen Ausstrahlung in der Rolle der Lady Carruthers/Blackwood bereicherte. John Saxon wird im italienischen Original von „Die Killer der Apocalypse“ von Adalberto Maria Merli gedubbt. Die Veröffentlichungslage von „La legge violenta della squadra anticrimine“ sieht so aus: der Film erschien erstmals 1983 von Greenwood auf VHS und wurde wegen ein paar ganz netten Gewaltszenen indiziert, bis 2008 eine Listenstreichung erfolgte. Die italienische DVD soll um drei Minuten Handlung gekürzt sein.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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