Istantanea per un delitto

Italien, 1975

  • Inhalt:

    Nachdem die recht merkwürdig anmutende Liebesbeziehung zwischen dem jungen Lebemann Luca (Luis La Torre) und der äußerst vermögenden Mirna (Erna Schurer) endgültig in die Brüche geht, flüchtet der völlig enttäuschte Chorknabe mit seinem Boot auf die sonnige Ferieninsel Ostuni, um sich dort in aller Ruhe von seinem schweren Schicksalsschlag erholen zu können. Insgeheim ist er sich aber absolut sicher, dass ihm seine Geliebte Mirna natürlich noch auf die Insel folgen wird.

    Doch die zurückgebliebene Beziehungstöterin denkt überhaupt nicht daran und lässt den hartnäckigen Telefonterroristen Luca ein jedes Mal wieder aufs Neue am Hörer eiskalt abblitzen, denn sie vergnügt sich bereits mit einem neuen Loverboy und genießt dabei ihr Leben gerade in vollsten Zügen.

    Aber auch im tristen Leben des leidgeplagten Luca scheint so langsam wieder die Sonne Einzug zu halten, da sich diesem plötzlich zwei völlig unbekannte Foto-Modells an den Hals werfen und ihn mit allen Mitteln zu umgarnen versuchen. Die beiden durchgeknallten Damen hören auf die Namen Claudia (Monica Strebel) und Stefania (Lorenza Guerrieri), wobei der regenerierte Luca recht schnell seinen Gefallen an Letztgenannter findet und mit dieser bereits schon am darauffolgenden Tag auf engste Tuchfühlung geht.

    Und schon kurze Zeit später räkelt man sich an einem abgelegenen Strandstück völlig nackend vor der dauerblitzenden Kamera mit Selbstauslöseautomatik, wobei Luca während des ausufernden Liebesspiels auch so einige seiner würgekräftigen Gewaltfantasien einfließen lässt und diese im Blitzlichtgewitter „simulierend“ zur Schau stellt.

     

    Doch am Abend ist Stefania plötzlich samt Kamera und prekärer Aufnahmen spurlos verschwunden und bleibt es auch. Und nachdem Luca dann einige Tage später auch noch einen Erpresserbrief mit ein paar verfänglichen Fotos aus der gemeinsamen Aufnahmesession zugestellt bekommt, gerät er in das Visier der Verdächtigen und bedauert fortan unentwegt seine Unschuld. Aber kann er diese letztendlich auch beweisen?

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Dieses recht unbekannte Filmwerk des „tollwütigen Hundes“ Mario Imperoli kam mir aufgrund einer kuriosen Verwechselung des Filmtitels rein zufällig unter die Augen, wobei dieser Streifen letztendlich trotz seiner etwas beharrlichen Inszenierungsweise angenehm unterhalten konnte. Inszenatorisch wurde der Geschichte ein non-lineare Erzählstruktur zugrunde gelegt, die den Betrachter zunächst völlig im Ungewissen und die dadurch entstandenen Unklarheiten erst gegen Ende plausibel erscheinen lässt. Aber leider wurde das Ganze mit einem etwas lahmenden Erzählrhythmus versehen, aufgrund dessen auch stellenweise ein Gefühl von Langatmigkeit hervorbricht.

     

    Bei dieser recht kostengünstigen Sause handelt es sich um einen gialloesken Intrigen-Thriller, allerdings kommen die ersten 30 min. als ein reines Beziehungsdrama daher und erst danach setzt plötzlich völlig unerwartet die Wandlung zum intriganten Kriminalfilm ein. Zudem reihen sich in den nur 74 Minuten langen Filmverlauf einige Wiederholungen von mehreren Filmsequenzen ein, wobei zunächst der Verdacht aufkommt, dass man hier aufgrund des sehr geringen Budgets Zeit schinden wollte, aber letztendlich sorgen gerade diese wiederkehrende Szenen für die Erklärung der bis dato völlig verworrenen Geschichte und zugleich zur Auflösung des Plots. Der Clou an der ganzen Sache: Die besagten Sequenzen werden zu Beginn unvollständig ausgestrahlt und können daher für den Betrachter zunächst auch keinen Sinn ergeben, aber aufgrund der vervollständigten Wiederholungen gegen Ende des Films wird dem Ganzen rückblickend dann doch noch eine recht plausible Sinngebung verliehen.

     

    Gleich zu Beginn sieht man das vermeintlich glückliche Paar „Erna Schurer” (u.a. “Der Satan ohne Gesicht” - 1969, “Das Geheimnis von Schloß Monte Christo” - 1970, “Der Geheimnisvolle Killer” - 1975) und “Luis La Torre” (u.a. “Blutige Magie” - 1975, “Wie tollwütige Hunde” - 1976) während einer idyllischen Bootsfahrt, aber bereits wenige Minuten kommen bereits die ersten Zweifel an der Wahrhaftigkeit des zu sehenenden Liebesglücks auf, da sich die Schurer plötzlich von ihrem Partner trennen möchte, wobei dieser aber irgendeinen unbekannten Beziehungsdeal am Laufen zu haben scheint und von da an seiner vermeintlich Geliebten fortwährend die folgende Frage stellt: “Hast Du es Dir jetzt doch anders überlegt?”

    Aber auch nach der vollzogenen Trennung setzt sich die Story weiterhin etwas verworren fort und lässt den Zuschauer dabei hinsichtlich des aktuellen Geschehens weiterhin im Unklaren, denn La Torre fährt zunächst einmal schwere Stalking-Geschütze auf und bleibt seiner geliebten Erna dicht auf den Fersen, bevor er sich dann plötzlich völlig unerwartet und mit bester Laune auf die Reise zur süditalienischen Insel Ostuni begibt.

     

    Da ich ursprünglich (wie oben bereits beschrieben) einen ordentlichen Kriminalfilm mit den beiden Signori „Salerno“ und „De Mendoza“ erwartet hatte, staunte ich natürlich nicht schlecht, als im Vorspann dann plötzlich die Namen der Neapolitanerin „Erna Schurer“ (eigentlich „Emma Constantino“) und der Schweizerin „Monica Strebel“ (u.a. „7 vor Marsa Matruh” - 1969, “Das Schloss der blauen Vögel” - 1971, “Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel” - 1976) auftauchten. Die beiden Damen legen hier zwar keine preisverdächtige Leistung an den Tag, aber alleine ihre Mitwirkung wertet dieses mittelmäßige Filmwerk zu einem annehmbaren Filmspass auf.

    Frau Schurer bekommt hierbei lediglich am Anfang und am Ende des Films ein wenig Screentime zugesprochen, wobei Frau Strebel den gesamten Mittelpart des Films übernehmen darf und sich seltsamerweise trotz ihrer Überzeugung hinsichtlich der Täterschaft Lucas in diesen verliebt.

    Ansonsten bleibt die Inszenierung recht unspektakulär und stellt eigentlich verhältnismäßig wenige gewalttätige Schauwerte oder nackte Tatsachen zur Schau. Einen wahren Sympathieträger unter den Darstellern sucht man hier auch vergebens.

     

    Abschließend sei aber auch noch auf den erstklassigen und ohrgasmusträchtigen Score aus der Franco Bixio-Soundschmiede hingewiesen, der beim Hören größte Freude bereitet und einfach nur toll klingt. Hier wäre auch mal dringenst ein offizielles Release von Nöten.

     

    Fazit: Unterschätze nie die Macht der Bilder!

  • Autor: Richie Pistilli
  • Links

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