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Inferno 2000

Italien | Vereinigtes Königreich, 1977

  • Originaltitel: Holocaust 2000
  • Alternativtitel:

    Rain of Fire (USA)

    Rain of Fire (GB)

    Holocausto 2000 (SPA)

    Holocauste 2000 (FRA)

    Das siebenköpfige Ungeheuer (D)

    Terror 2000 (FIN)

    Wybrani (POL)

  • Deutsche Erstaufführung: 10.11.1978
  • Regisseur: Alberto De Martino
  • Kamera: Erico Menczer
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Sergio Donati, Alberto De Martino, Michael Robson
  • Inhalt:

    Der Großindustrielle Robert Caine plant gegen einige politische Widerstände den Bau eines Atomkraftwerks im Heiligen Land. Das Projekt ist begleitet von düsteren Vorzeichen und bizarren Unfällen, die nicht ganz zufällig immer diejenigen erleiden, die den Bau verhindern wollen. Was Caine selbst nicht ahnt: Sein eigener Sohn Angel ist in Wahrheit der Antichrist und mit dem Megareaktor soll endlich die in den Offenbarungen des Johannes angedrohte Apokalypse herbeigeführt werden...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Ganz offensichtlich stand bei INFERNO 2000 aus dem Jahr 1977 DAS OMEN Pate.

     

    Einmal mehr hat sich der Antichrist - getarnt als harmloser Sprössling – in eine einflussreiche Familie geschlichen und nichts als den Armageddon im Sinn. Einmal mehr gibt satanische Backward Messages und bizarre Unfälle. So wird bereits ein Jahr vor DAWN OF THE DEAD ein Schädel per Helikopter-Rotorblatt halbiert und somit die Blaupause für den berühmten Savini-Effekt vorgelegt.

     

    Und natürlich gibt es auch im INFERNO 2000 einen Fotoapparat, der mysteriöse Schnappschüsse schießt. Dieser findet sich in den grazilen Händen Agostina Bellis – und nichts gegen den hochgeschätzten David Warner an dieser Stelle- doch die Belli sieht mindestens sechshundertsechsundsechzig Mal heißer aus als der kauzige Knipser aus dem OMEN. Findet im Übrigen auch der in Gregory Pecks Fußstapfen wandelnde Kirk Douglas, der gar in den Genuss einer Bettszene mit La Belli kommt. Und auch mal nackig mit schwingenden Seniorenglied durch schickig-apokalyptische Visionen flitzen darf; aber das nur nebenbei.

     

    Zum guten Ton im Antichristenfilm gehören außerdem die sowohl in der Bibel als auch in den okkulten Lehren äußerst beliebten Zahlenspielchen. Die dienen hier nicht nur zur Verschlüsselung der wahren Identität des Lichtbringers , sondern werden auch dazu genutzt, um die Konstruktion des Kernkraftwerks auf recht pfiffige Weise in Relation mit den Offenbarungen des Johannes zu setzen.

     

    Freilich kommt der italienisch-britische Nachzieher nicht ans Original ran. Selbst im Kleinkinderalter verweist OMENs Damien sein erwachsenes Pendant Angel aus INFERNO 2000 locker auf die Plätze. Was jedoch keine allzu große Schande ist, denn wer sich mit DAS OMEN misst, misst sich mit dem Besten.

     

    INFERNO 2000 mag nicht aus dem Schatten des übermächtigen Vorbilds treten können, ist aber dennoch ein recht schmissiger geworden. Und sieht dabei längst nicht so billig aus, wie man argwöhnen könnte. Schön festzumachen an den dosiert eingesetzten, aber äußerst gelungenen Splatterszenen. Die bereits angesprochene Hubschrauber-Sequenz sticht in meinen Augen sogar Savinis Variante in DAWN OF THE DEAD aus.

     

    Auch in musikalischer Hinsicht haben sich die Produzenten nicht lumpen lassen. Der Score stammt von Ennio Morricone, der hierfür ohrenscheinlich seine orientalisch-okkulten Aufnahmesessions zum EXORZIST 2-Soundtrack um einen Zugabenteil erweitert hat.

     

    Alberto De Martino drehte diesen auch unter dem Titel RAIN OF FIRE kursierenden Film übrigens gleich im Anschluss an seinen Action-Giallo FEUERSTOSS. Nach SCHWARZE MESSE DER DÄMONEN war dies De Martinos zweiter Film in Satans Diensten.

     

    Fazit: Ave Satani! Alberto De Martino huldigt dem OMEN in einem Rip-Off der sehenswerten Sorte. 

     

  • Autor: Christian Ade
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