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In the Eye of the Hurricane

Italien | Spanien, 1971

  • Originaltitel: El ojo del huracán
  • Alternativtitel:

    A Raposa do Rabo de Veludo (BRA)

    La volpe dalla coda di velluto (ITA)

    Lusty Lovers (UK)

    Suspicion (UK)

  • Regisseur: José María Forqué
  • Kamera: Giovanni Bergamini, Alejandro Ulloa
  • Musik: Piero Piccioni
  • Drehbuch: Rafael Azcona, Francesco Campitelli, José María Forqué, Mario di Nardo
  • Inhalt:

    Ruth lebt in Scheidung mit Michel, hat sich aber schon in den nächsten schicken Typen verguckt, nämlich Paul. Das passt dem guten Michel aber gar nicht, denn seine Gefühle für Ruth scheinen immer noch sehr groß zu sein. Die will aber von der alten Liebe nix mehr wissen und macht ihm klar, das jetzt nur noch der neue Schwarm an ihrer Seite zählt und die Scheidung ihrerseits durchgezogen wird. So richtig zufrieden ist Michel mit dieser Entscheidung natürlich nicht, räumt aber dennoch das Feld, sodass Ruth und Paul ihren gegenseitigen Hingebungen freien Lauf lassen können. Doch über der traumhaften Idylle ziehen dunkle Wolken auf, denn immer öfter häufen sich seltsame Unfalle, welche das Schicksal der armen Ruth schnellstens besiegeln sollen...

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Review:

    Mehr soll erstmal nicht verraten werden, denn hier passiert noch so einiges - da hat José María Forqué einen ganz feinen Giallo-Verschnitt aus der Blütephase des Genres geschaffen. Die Darsteller sind wieder bestens in Stimmung und neben Genre-Veteran Jean Sorel (als Neu-Liebelei Paul), verblüfft die hübsche Hauptdarstellerin Analía Gadé (leider noch nie was von ihr gehört/gesehen - hielt sie auch erst fälschlicherweise für Fidani's Tochter Simone Blondell) auf ganzer Linie und kann den Film neben ihren zwei männlichen Co-Stars tragen. Denn auch Tony Kendall ist mit von der Partie und spielt den verschmähten Noch-Ehemann, während Rosanna Yanni und Maurizio Bonuglia eher in undurchsichtigen Rollen glänzen. Und um nochmal zurück zum Herrn Sorel zu kommen - irgendwie ist der Mann, was das Giallo-Genre angeht, immer eine Art Gütesiegel für einen hervorragenden Film. Mir fällt spontan keine gelbe Graupe ein, die der Mann mit seiner Präsenz veredelt hat - vielmehr absolute Spitzenbeiträge wie "Nackt über Leichen" oder "Malastrana" und natürlich vielen anderen...halt ein Qualitäts-Garant auf diesem Sektor.

     

    Von der Erzählstruktur standen sicher Umberto Lenzi's Genre-Frühwerke "Orgasmo" und "Paranoia" für diesen hier Pate, an der hohen Qualität von Forqué's Werk ändert das aber gar nichts, denn es bleibt bis zur letzten Sekunde spannend und man wird nach den ersten fünf Minuten regelrecht in diesen phantastischen Bilderreigen mit hineingezogen. Absolut traumhafte Kamera-Einstellungen und Perspektiven werden hier geboten, was den Film auch aus künstlerischer Sicht etwas wertvoller macht - ich war regelrecht von der poetischen Bildsprache fasziniert und hingerissen, denn Farben und Setting spielen und harmonieren hier wunderbar miteinander - gar nicht auszudenken, wie dieser Film auf großer Kinoleinwand (lief wohl nur in Spanien) oder in High-Definition auf dem heimischen Screen, aussehen könnte - da haben Alejandro Ulloa und Giovanni Bergamini wirklich allerfeinstes an Kameraführung geleistet!

     

    Altmeister Piero Piccioni steuert dann noch eine schöne klangliche Bilduntermalung bei, welche ebenfalls die "urlaubliche" Stimmung einfängt und zum träumen anregt, während die spannenden Momente fast ohne Musik ablaufen - dadurch aber glücklicherweise nichts an Thrill einbüßen.

     

    Wirklich eine tolle Perle und ich kann IN THE EYE OF THE HURRICANE jedem aufgeschlossenem Fan der italienischen Krimi-Fraktion bedenkenlos an's Herz legen - definitiv einer der unterschätztesten Gialli, welcher leider noch nicht seinen Siegeszug auf einem digitalen Medium antreten konnte...was mich aber keinesfalls davon abhielt, ihn zu sichten und mich sofort in ihn zu verlieben!

  • Autor: Tobias Reitmann
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