In der Gewalt der Zombies

Italien, 1980

  • Originaltitel: Le notti erotiche dei morti viventi
  • Alternativtitel:

    Las noches eróticas de los muertos vivientes (ESP)

    La nuit fantastique des morts-vivants (FRA)

    Erotic Nights of the Living Dead (USA)

    Sexy Nights of the Living Dead (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 06. November 1980
  • Regisseur: Joe D'Amato
  • Kamera: Joe D'Amato
  • Musik: Marcello Giombini
  • Drehbuch: George Eastman
  • Inhalt:

    Der Geschäftsmann John Wilson (Mark Shannon) hat für 20 Jahre die Katzeninsel in der Karibik gekauft, um dort ein Ferienresort zu errichten. Gemeinsam mit Zufallsbekanntschaft Fiona (Dirce Funari) mietet er Boot und Skipper Larry (George Eastman), um einen ersten Blick auf die gekaufte Insel zu werfen. Dort erwartet sie jedoch die geheimnisvolle, exotische Schönheit Luna (Laura Gemser), die dort über die Ruhe der Toten wacht – dies allerdings nicht sehr erfolgreich.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „So, und jetzt wollen wir ihn schön abspülen, damit er nicht nach Seife schmeckt.“

     

    In seiner dominikanischen Phase (ca. 1980 – 81) schuf Joe D’Amato nach einem Drehbuch von George Eastman dieses Zombie/Porno-Crossover. Verständlicherweise stieß dieses Vorhaben auf einige Zensurprobleme, weshalb für italienische Kinos eine Zombieversion (Softcore und Horror), in Deutschland eine zensierte Fassung (Horror und deutlich weniger Softcore) und eben die Originalfassung (das ganze Shannon-Paket) mit ca. 112 Minuten Lauflänge entstanden.

     

    Die Hauptdarsteller dieser D’Amato-Phase sind in so ziemlich jedem weiteren Streifen aus dieser Zeit in unterschiedlichen Konstellationen dabei, allen voran Mark Shannon. Hier begannen für D’Amatos Vorhaben allerdings die Probleme, denn bei der Darsteller-Auswahl für „In der Gewalt der Zombies“ war im Grunde nur Shannon bereit, auch „Flagge“ zu zeigen, denn ob Eastman, Gemser oder Funari, keiner von ihnen war bereit, Hardcore-Szenen zu drehen. Selbst Lucia Ramirez gibt sich hier ziemlich bedeckt, handfeste Hardcore-Action gibt es mit eher unbekannten Straßenbekanntschaften aus der Gegend. Für Gemser-Fans sei jedoch bemerkt, dass man in der Liebesszene zwischen ihr und Funari am Strand mehr von ihrer Büx zu sehen bekommt als erwartet.

     

    Aber wer will das alles überhaupt sehen? Mark Shannon ist genau der Typ von Pornobalken, wo ich mir denke, oh Gott, muss die arme Frau jetzt etwa wirklich mit dem Sex haben? Und sein extensives Zungenspiel ist hier besonders abscheulich. Nachdem man sich also – nach drei kurzen Zombie-Szenen – mühsam durch eine geschlagene Stunde hohler Handlung, Soft- und Pornoszenen mit eher bedauernswerten Gelegenheitsprostituierten gekämpft hat, erreichen die Protagonisten endlich die Katzeninsel, und...Moment. Ein Geschäftsmann kauft eine Insel, die er noch nie gesehen hat, schaut sie sich erst nach dem Kauf an? Ach, egal. Was den Film rettet, sind ein paar schöne Momente mit Laura Gemser und ein Zombie-Finale, das aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen zu meinen Lieblings-Zombieszenen überhaupt gehört, trotz gelegentlicher Ungeschicktheiten. Vermutlich liegt es an der musikalisch-unmusikalischen Vertonung von Marcello Giombini, die sich wirklich hören lassen kann, gerade bei dem schmissigen Titelstück und dem eher experimentell klingenden Finale.

     

    Nein, ich mag diesen Film nicht besonders, deshalb habe ich ihn bestimmt auch nicht öfter als 15 Mal gesehen. Na gut, vielleicht doch ein paar Mal mehr. In Deutschland erschien „In der Gewalt der Zombies“ zunächst mit knapp 80 Minuten Lauflänge im Kino, bevor eine erste Heimkinoveröffentlichung durch UFA auf Super 8 mit ca. 47 Min. Länge erfolgte. Die bisher beste deutsche Veröffentlichung stellt wohl die X-Rated/NK Doppel-DVD dar, die neben Hardcore-Fassung und Italienischer Horrorfassung auch die Super 8-Version enthält. Hände weg von den DVDs von e-m-s oder VZ-Handelsgesellschaft, aber der FSK 16-Sticker sollte als Warnung wohl ausreichen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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