Suchen

Im Wendekreis des Söldners

Italien, 1983

  • Originaltitel: Tornado
  • Alternativtitel:

    Tornado - A Missão Continua (BRA)

    Caza en Vietnam (ESP)

    Ultime combat (FRA)

    The Last Blood (USA)

    Last Blood (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: November 1983
  • Regisseur: Antonio Margheriti
  • Kamera: Sandro Mancori
  • Musik: Aldo Tamborelli
  • Drehbuch: Tito Carpi, Gianfranco Couyoumdjian
  • Inhalt:

    Der Vietnam-Krieg ist gerade erst vorbei, doch Capt. Harlow (Antonio Marsina) schickt seine Männer weiter auf Kampfeinsätze. Als Sgt. Salvatore Maggio (Giancarlo Prete) während eines solchen Einsatzes seine Befehle in Frage stellt, nutzt Harlow dessen verspätetes Eintreffen am Helikopter, ihn und den am Bein verwundeten Soldaten Tom zurück zu lassen. Maggio gelingt es aber, mit Tom den Weg zurück ins Camp zu erreichen. Tom verliert sein Bein und erschießt sich daraufhin, und Maggio sieht Rot. Er schlägt Capt. Harlow nieder und soll dafür vor ein Militärgericht gestellt werden. Während des Transportes erfolgt ein Angriff des Feindes und Maggio flieht. Er will sich über die Grenze nach Kambodscha durchschlagen. Capt. Harlow hat aber nicht die Absicht, ihn entkommen zu lassen. Zusammen mit Capt. Bolen (Mike Monty) und dem Kriegsberichterstatter Freeman (Luciano Pigozzi), der ihm von Oben aufgezwungen wurde, begibt man sich auf die Suche nach Maggio. Freeman will verhindern, dass Harlow an seinem Untergebenen Selbstjustiz übt, da dieser Einiges über die Eigenmächtigkeiten und den Machtmissbrauch des Captains berichten könnte. An einer Brücke, die den Grenzübergang zu Kambodscha bildet, kommt es zur finalen Entscheidung.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach „Jäger der Apokalypse“ und „Höllenkommando zur Ewigkeit“, Beide mit David Warbeck, setzte Antonio Margheriti hier noch einmal in Sachen Vietnamkrieg nach. Weitgehend wieder auf den Philippinen gedreht, diesmal aber mit sehr geringem Budget, was auch zum Einsatz einiges Archivmaterials aus den beiden erstgenannten Filmen führte.

     

    Die beiden Hauptcharaktere, gespielt von Giancarlo Prete (als Timothy Brent) und als vorgesetzten Gegenspieler Antonio Marsina sind recht glaubwürdig. Oft wurde in Reviews bemängelt, dass Marsinas Figur des Capt. Harlow ruhig noch etwas bösartiger hätte dargestellt werden können, aber eigentlich passt der Charakter so wie er ist. Er ist eben kein skrupelloser Gewaltschurke sondern ein militärischer Emporkömmling mit guten Verbindungen, für sein Kommando nicht hundertprozentig qualifiziert und das sucht er zu verschleiern. Untergebene betrachtet er als sein persönliches Eigentum, seine Kreationen, was auch erklärt, warum er am Ende partout nicht bereit ist, Maggio aus dem Gedächtnis zu streichen.

     

    Der Gesamtkontext des Films ist eher düster, im Grunde schon ein Antikriegsfilm. Margheriti geht das Ganze zwar mit einem eher geringen Blutgehalt an aber mit der nötigen Düsterkeit. Einige Male kopiert er sich selbst, etwa als Maggio in die Rattengrube geworfen und vorher gefoltert wird, haben wir schon in „Jäger der Apokalypse“ gesehen. Neu ist dagegen, dass Maggio einem seiner Folterer ins Gesicht kotzt. Die (erste) Flucht, vorbei an der Sperre der Miliärpolizei mit einem Bagger, hat man auch schon so ähnlich mal mit David Warbeck gesehen, leider fällt mir gerade nicht ein, in welchem Margheriti-Film das war. Auch bekannt sind viele der Locations auf den Philippinen, das Meiste davon aus „Höllenkommando zur Ewigkeit.“

     

    Und da ich gerade so schön am Rumnörgeln bin, wie man es aus zahlreichen Filmen dieser Art kennt, es wird unzählige Male auf Maggio mit Maschinengewehrsalven geschossen, keine Kugel trifft. Aber er wirft im Dunkeln ein Messer auf einen entfernt stehenden Schützen, Volltreffer ins Herz, was sonst. Die Musik von Aldo Tamborelli is weitgehend unauffällig und wirkt noch am Stärksten bei den eher experimentellen Klängen. Der Song am Ende wird es dagegen wohl nicht in die Charts geschafft haben, allerdings war das wohl auch Tamborellis erster Einsatz als Soundtrack-Komponist.

     

    Apropos Ende – lt. einem Interview mit Margheriti ist dieser sich angeblich nicht so ganz im Klaren darüber, wer die finale Szene eigentlich gedreht hat und woher die Idee dazu kam. Ob das so glaubwürdig ist, sei dahingestellt, denn es passt schon in die Stimmung des Skripts, und wenn, kann es ja nur sein Sohn Edoardo gewesen sein, der hier als 2nd Unit Director dabei war.

     

    Alles in Allem ist „Im Wendekreis des Söldners“ solide Actionunterhaltung im typischen Margheriti-Stil, mit dunklen Untertönen garniert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

    OFDb

    IMDb

     

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.