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Una iena in cassaforte

Italien, 1968

  • Alternativtitel:

    A Hyena in the Safe (Int.)

  • Regisseur: Cesare Canevari
  • Kamera: Claudio Catozzo
  • Musik: Gian Piero Reverberi
  • Drehbuch: Cesare Canevari, Alberto Penna
  • Inhalt:

    Ein knappes Jahr nach einem Diamantenraub treffen sich die Täter, um die Beute zu teilen: der Deutsche Klaus, der Franzose Albert, der Engländer Steve, Carina aus Tanger und der Spanier Juan. Das Treffen findet in einer abgelegenen Villa statt, die dem Organisator des Raubes, Boris, gehörte, der jedoch inzwischen verstorben ist und von seiner Frau Anna vertreten wird. Die Beute befindet sich in einem Safe auf dem Grund eines Teiches, der mit einer Hebelvorrichtung zutage gefördert werden kann. Jeder der Beteiligten besitzt einen individuellen Schlüssel und nur alle gemeinsam können den Safe gefahrlos öffnen, denn zusätzlich gibt es ein mit Uran gefülltes Geheimfach, das bei einem gewaltsamen Zugriffsversuch die Beute radioaktiv verstrahlt. Aber nichts läuft so wie es sollte, und so kommt es zu Misstrauen, Gier, Betrug und natürlich ein paar Morden.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Ein Engländer, ein Franzose, ein Spanier und ein Deutscher...“ Was beginnt wie ein altmodischer Witz, wird von Cesare Canevari genauso augenzwinkernd weitergeführt.

     

    Schon bei Beginn des Treffens läuft einiges nicht wie geplant. Der Boss ist tot, als Gastgeberin erscheint seine Frau, die aber anscheinend keiner der Beteiligten kennt – stört erst mal keinen. Anstatt des erwarteten holländischen Komplizen Thomas erscheint der Spanier Juan, der behauptet, den Anteil an dem Diamantencoup und den notwendigen Schlüssel zum Safe beim Pokern gewonnen zu haben – stört auch keinen. Aber als der Komplize Albert aus Frankreich seine Verlobte mitbringt, sind alle furchtbar aufgebracht und diskutieren schon die mögliche Beseitigung der Dame. Doch damit ist Alberts Pechsträhne keineswegs beendet. Als sich alle um den Safe versammeln, ist sein Schlüssel, den er in seinem Zigarettenetui aufbewahrte, verschwunden. Man nimmt ihm seine Drogen weg, um ihn zum Sprechen zu bringen, verprügelt seine Freundin und zieht diese komplett aus. Doch er redet nicht und wird schließlich das Opfer eines Unbekannten, der ihn vom Dachgang stürzt. Selbstverständlich bleibt er nicht das letzte Opfer.

     

    Es ist unglaublich und schräg, was Cesare Canevari hier mit einem anscheinend eher kleinen Budget und nahezu unbekannten Darstellern auf die Beine gestellt hat. Ein Genre-Mix aus Giallo, Thriller, Drama und Satire mit Zehn-Kleine-Negerlein-Motiv.

    Die Story und ihre Wendungen sind herrlich absurd, so taucht später ein weiter „Boss“ auf, ein völlig Unbekannter, der Anweisungen mit dem Megaphon aus einem Hubschrauber ruft, die seltsamerweise auch im Radio übertragen werden.

    Die Darsteller sind alle hervorragend, obwohl zumindest drei davon in „Una Iena in Cassaforte“ anscheinend ihren einzigen Filmauftritt hatten, was vor allem bei der schönen Maria Luisa Geisberger wenig verständlich erscheint. Dabei soll es sich um Freunde und Bekannte vom Produzenten und Canevari selbst zu handeln. Lediglich Cristina Gaioni hat man schon öfter gesehen, dafür bekommt sie im Abspann des Films auch eine besondere Erwähnung. Alle drei weiblichen Darstellerinnen hatten einen eigenen Ausstatter. Dem „Spanier“ Juan dagegen hätte etwas weniger Bräunungscreme gut getan.

     

    Canevaris Stammkameramann Claudio Catozzo geht phantasievoll zu Werke und liefert exquisite Bilder, der Film ist knallig bunt (60er Jahre halt) und Filmkomponist Gian Piero Reverberi liefert dazu die gute Laune, mit voller Absicht auch mal an völlig unpassenden Stellen.

    Der Schluss des Films ist ebenso eigenwillig. Auch das typisch für Canevari, z. B. wenn er in „Matalo!“ bei der Schießerei am Ende einfach mit der Kamera ganz woanders ist. Hier dagegen, ohne das Ende zu verraten, etwas surreal, dazu einen völlig absurden Plot Twist, der nochmals unterstreicht, dass man das Ganze nicht zu ernst nehmen soll und einen knallgelben Farbklecks am unteren Bildrand, aus dem sich irgendwann später das Wort „Fin“ bildet.

     

    Fazit: Canevari = viel Style für kleines Budget.

     

    Leider gab es den Film nie in Deutschland zu sehen, auch eine englischsprachige Fassung scheint nicht zu existieren. Zur italienischen DVD ist zu sagen, dass diese eine absolut hervorragende Bildqualität hat, weswegen das Ansehen dieses Films auch solchen Spaß macht. Einziges Manko: für die immerhin 79 Minuten Bonusmaterial gibt es keine englischen Untertitel.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

    OFDb
    IMDb

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