Human Cobras

Italien | Spanien, 1971

  • Originaltitel: L'uomo più velenoso del cobra
  • Alternativtitel:

    Target: Murder

    Cobras humanas (SPA)

    Plus venimeux que le cobra (FRA)

    Jaget kloden rundt (DEN)

    Mannen som var farligare än en kobra (SWE)

  • Regisseur: Bitto Albertini
  • Kamera: Emilio Foriscot
  • Musik: Stelvio Cipriani
  • Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Eduardo Manzanos Brochero, Luciano Martino
  • Inhalt:

    Der Bruder des zwielichtigen Tony Gardner wurde in den Staaten ermordet. Dies veranlasst Tony dorthin zurückzukehren, obwohl ihm einst andere kriminelle Elemente ein auf die gesamte USA ausgedehntes Hausverbot erteilt haben. Zusammen mit seiner Schwägerin, mit der ihn eine frühere Liebesbeziehung verbindet, will er den oder die Mörder finden. Die Spur führt die beiden nach Kenia und dort zum undurchsichtigen Geschäftspartner des verstorbenen Bruders...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Im italienischen Thriller kommt es nur äußerst selten vor, dass man mit auf eine Safari fahren oder Frauenleichen in afrikanischen Wasserfällen entsorgen kann. Und ich möchte wetten, dass ihr auch noch nicht allzu oft Amok laufenden Elefanten in euren Gialli begegnet seid.

     

    Die rothaarige Schönheit Erika Blanc (DAS III. AUGE, THE NIGHT EVELYN CAME OUT OF THE GRAVE) und Alberto de Mendoza (DER KILLER VON WIEN, A LIZARD IN A WOMAN´S SKIN) sind dagegen alte Bekannte und auch in Afrika mit von der Partie. Wie übrigens auch George Ardisson in der Hauptrolle als rachedürstender Bruder und in einer kleineren Sex- und Opferrolle Janine Reynaud, die man unter anderem aus Jess Francos erotischen, surrealen bis hirnfickenden SUCCUBUS kennt.

     

    Die Location und der Storyaufbau entsprechen sicherlich nicht den alltäglichen Genre-Gepflogenheiten, was den HUMAN COBRAS eine gewisse exotische Note gibt. Leider leidet der Plot aus der kampferprobten Feder von Ernesto Gastaldi (schrieb z.B. DER MANN OHNE GEDÄCHTNIS, DER KILLER VON WIEN und gefühlte weitere hundert Gialli) diesmal etwas unter Ladehemmung.

     

    Im ersten noch komplett in den Staaten spielenden Drittel gibt sich zwar ein recht kompetenter Rasiermesser- und Drahtschlingenmörder die Ehre, doch dahinter steckt ausnahmsweise nichts Psychosexuelles. Vielmehr scheint die Triebfeder des tödlichen Reigens in den Zwistigkeiten unter Gangstern zu stecken. Somit ist HUMAN COBRAS zunächst mehr Unterweltballade denn klassisches Murder Mystery.

     

    Es mag etwas paradox klingen, dass der Film erst nach dem Schauplatzwechsel ins exotische Kenia die Kurve zum klar ausdefinierten Giallo bekommt. Die menschlichen Kobras schnappen allerdings erst im Finale so richtig zu. Dann zaubert Gastaldi seine berühmt-berüchtigten Kniffe und Twists aus dem Hut; dann stellen Elefant und Autobombe die Weichen des Schicksals in einer erfreulich schlüssigen Auflösung.

     

    Leider kann auch die geballte Exotik der Sets nicht darüber hinwegtäuschen, dass auf dem Regiestuhl eben nicht jemand wie Martino oder Argento gesessen hat. So wurde Gastaldis Skript weder mit schmückendem Style noch mit wirklich markanten Szenen umgesetzt. Die Inszenierung von Bitto Albertini ist zwar routiniert, aber auch irgendwie bieder. Die Crux ähnelt den Filmen, die Albertini mit Laura Gemser gedreht hat. Die haben andere eben auch knackiger in Szene gesetzt. By the way: Für einen Regisseur, der einige Erotikflicks wie etwa BLACK EMANUELLE oder SCHICKE DEINEN TEUFEL IN MEINE HEISSE HÖLLE auf dem Konto hat, geht es in HUMAN COBRAS, was das angeht, eher klösterlich zu.

     

    Fazit: Trotz starker Besetzung und einem Drehbuch aus der Feder von Ernesto Gastaldi, trotz Erika Blanc und dem exotischen Schauplatz Kenia bleibt HUMAN COBRAS leider etwas hinter den Erwartungen zurück und im Durchschnittssumpf stecken. Genrefans können aber trotzdem einen Blick riskieren.

  • Autor: Christian Ade
  • Links

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    IMDb

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