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Horror-Sex im Nachtexpress

Italien, 1979

  • Originaltitel: La ragazza del vagone letto
  • Alternativtitel:

    Terreur Express (FRA)

    Terror expressen (NOR)

    Terror Express (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 09.05.1980
  • Regisseur: Ferdinando Baldi
  • Kamera: Giuseppe Aquari
  • Musik: Marcello Giombini
  • Drehbuch: Luigi Montefiori
  • Inhalt:

    Die deutschen Vermarkter seinerzeit gaben dem im Originaltitel bezeichneten „Mädchen im Schlafwagen“ den sehr viel treffenderen Namen HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS. Zu solchem kommt es nämlich, als sich drei von Werner (MOSQUITO- DER SCHÄNDER) Pochath angeführte asoziale Elemente dazu entschließen, ihre niederträchtigen Triebe an ihren moralisch ebenfalls nicht einwandfreien Mitpassagieren auszuleben. Doch dann gibt es ausgerechnet von einer Prostituierten und einem „anständigen“ Kriminellen Gegenwind.

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Kennt jemand Aldo Lados MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN aus dem Jahr 1974? Richtig, Freunde! Das war der Film, der von zwei Studentinnen handelt, die im Schlafwagenabteil des Nachtexpress München-Verona einem Dieb, einem Junkie und einer Nymphomanin ins Netz gehen.

     

    Der geschätzte (und seinen zahlreichen Fans besser unter dem Ehrentitel George (MAN-EATER) Eastman bekannte) Luigi Montefiori kennt den Film definitiv. Irgendwann vor vielen, vielen Jahren nach einem gemütlichen Videoabend mit den MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN als Hauptfilm hat er noch ganz angetan von Lados Göttergabe zu seiner angetrauten BLACK EMANUELLE Laura Gemser gesagt: „Laura, Schatz! Das kann ich zwar nicht besser, dafür schmuddeliger!“

    Und nachdem ihm Laura eine Kanne starken Kaffee aufgebrüht hat, hat sich der gute George an seine alte Schreibmaschine gehockt und noch in derselben Nacht ein Drehbuch mit dem Titel La ragazza del vagone letto getippt.

     

    Dieses Skript wurde kurz darauf vom eher in (Italo-)Westerngefilden heimischen Ferdinando Baldi verfilmt. Im Jahre des Herrn 1980 wurde in Deutschland Premiere gefeiert. Wahrscheinlich in einem Bahnhofskino. Denn nach einer überraschend knackigen Sexszene mit Alida Vallis Spross Carlo De Mejo und Zora (CANNIBAL FEROX, MAN-EATER) Kerova fallen die Tabus wie Dominosteine.

    Dann muss eine Prostituierte auf Wunsch eines verheirateten Familienvaters beim Sex das Nachthemd dessen Tochter tragen und etwas später wird darum gewürfelt, wer einem Mädchen die Jungfräulichkeit nehmen darf. Streiche La ragazza del vagone letto, setze HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS.

     

    Damit düst dieses HOUSE AT THE EDGE OF THE PARK auf Schienen geradewegs in die etwas tiefer gelegenen Kreise der Sexploitation-Hölle, beziehungsweise mitten hinein in des Sleazehounds Siebten Himmel. Wohin die Reise führt, liegt letztendlich im Auge des Betrachters. Wobei ein Film wie HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS wohl eher nur einem einschlägigen Publikum empfohlen werden kann. Wer jedoch auf recht versiert zelebrierten Schmuddel steht, der wird von den mal auf freiwilliger, mal auf unfreiwilliger Basis ablaufenden Ringelpiezen mit Anfassen nicht enttäuscht werden.

     

    Im Gegensatz zum bereits erwähnten (und im Übrigen famosen) MÄDCHEN IN DEN KRALLEN TEUFLISCHER BESTIEN legt Baldis Themenvariante keinen gesteigerten Wert auf Diskussionswürdigkeit. Und auch nicht auf Splattereien. Dies nur als Vorwarnung für all jene Bluthunde, die hier knallharte Rape’n’Revenge mit Kettensägen und Kastrationen a la LAST HOUSE ON THE LEFT oder ICH SPUCK AUF DEIN GRAB erwarten.


    Es gibt zwar sowohl Rape als auch Revenge, doch in erster Linie huldigt dieser Film in seinen 82 schlüpfrigen Minuten dem (un-)gepflegten Sleaze. Dabei kann HORROR-SEX IM NACHTEXPRESS zu keiner Zeit weder Lados Meisterwerk noch einem der genannten amerikanischen Rape’n’Revenge-Klassiker qualitativ das Wasser reichen.

     

    Dennoch lohnt sich die Mitfahrt insbesondere für uns erklärten Freunden des ehernen Stiefelland-Kinos unbedingt. Weil beinahe in jedem Abteil und jeder Koje dieses durch die Nacht rasenden Schmuddelexpress tummelt sich ein zumeist nackter Star aus der italienischen Horror- und Exploitationfilm-Prominenz.

     

    Zora Kerova und der aus EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL und den beiden REVOLTE IM FRAUENZUCHTHAUS-Teilen bekannte Carlo De Mejo wurden bereits erwähnt. Außerdem haben der unvergessene Widerling Werner Pochath, Venatino (THE BEAST IN SPACE, EMANUELLE AND THE WHITE SLAVE TRADE) Venantini, die knackige Ehefrau von CANNIBAL HOLOCAUST-Regisseur Ruggero Deodato Silvia Dionisio , Fausto (RIFFS III, AFTER DEATH) Lombardo und auch Gianluigi Chirizzi, dessen Gesicht am Ende der RÜCKKEHR DER ZOMBIES Bekanntschaft mit einer Kreissäge macht, ein Ticket gelöst.

     

    Nicht nur die illustre Besetzung macht den Film interessant, sondern auch der Umstand, dass hier die Grenzen zwischen Gut und Böse einmal mehr schwimmend sind. Denn was sagte noch gleich einer der vermeintlich rechtschaffenen , tadelosen Protagonisten in Anzug und Krawatte kurz vor Abfahrt zum Mann vom Bahnhofskiosk: „Geben Sie mir sämtliche Pornohefte, die Sie haben!

  • Autor: Christian Ade
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