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Horror House 2

Italien, 1990

  • Originaltitel: La casa 5
  • Alternativtitel:

    Au-delà des ténèbres (FRA)

    Beyond Darkness (USA)

    House 5 (USA)

    Tanz der Hexen I

  • Deutsche Erstaufführung: 14. März 1991
  • Regisseur: Claudio Fragasso
  • Kamera: Giancarlo Ferrando
  • Musik: Carlo Maria Cordio
  • Drehbuch: Claudio Fragasso, Rossella Drudi
  • Inhalt:

    Jesuiten-Pater George (David Brandon) soll einer zum Tode verurteilten Kindermörderin die Beichte abnehmen, bevor sie auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wird. Diese eröffnet ihm jedoch, dass sie eine Hexe ist und die Seelen ihrer getöteten Opfer in sich trägt, welche sie sammelt, um sie beim Teufel später gegen eine Rückfahrkarte einzutauschen. Und auch Pater George werde bald zur Hölle fahren, immerhin sei er im Besitz einer Satansbibel, die er sich dann auch glatt von ihr andrehen lässt.

     

    Kurz darauf zieht der evangelische Pfarrer Peter (Gene Lebrock) mit seiner Frau (Barbara Bingham) und seinen zwei Kindern nach Neu-England, da ihm die dortige Kurie übertragen wurde. Netterweise hat ihn Reverend Jonathan (Stephen Brown) in dem Haus untergebracht, dass in der Vergangenheit nicht nur von der kindermordenden Hexe sondern obendrein noch von sechs weiteren verstorbenen Hexen „bewohnt“ wird.

     

    Ein paar mehr und ein paar weniger unheimliche Dinge geschehen. Lichter verlöschen, Gegenstände bewegen sich von allein, Lichtschein dringt aus einer zugemauerten Kammer, und schließlich geistern die schwarzgekleideten Hexen durch Haus. Zudem verschwindet Sohn Martin vorübergehend in der Wand und kehrt besessen und mit nur einem Restanteil seiner Seele zurück.

     

    Pater George, der sich inzwischen in einer tiefen und alkoholgetränkten Glaubenskrise befindet, leistet Pfarrer Peter Beistand beim Exorzismus seines Sohnes. Und hinter der Wand mit dem Lichtschimmer entdecken sie ein Tor zur Hölle, durch das Hexe sich offenbar zwischen den Welten hin- und herbewegen kann. Und damit sollte besser Schluss sein, oder?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Glaubt man italienischen Quellen, hat Rossella Drudi, hier unter dem Pseudonym „Sarah Asproon“ ein gut recherchiertes, komplexes Drehbuch abgeliefert, das dann an Claudio Fragassos sicher auch budgetbedingter Umsetzung ziemlich platt und abgenudelt daherkommt. Aber – wer ein gutes Drehbuch hat und es dann Fragasso überlässt, selbst Schuld, dumm gelaufen.

     

    Von Shout“ Factory kommt „Beyond Darkness“ im Doppelpack als BD zusammen mit George Eastmans „Metatmorphosis“. Und obwohl mir „Beyond Darkness“ nie so recht gefallen hatte, nach dem gestrigen, vorherigen Genuss von „Metamorphosis“ hat mir Fragassos Film diesmal richtig Spaß gemacht. Zur Fassung sei zu sagen, die scheint mir nicht hundertprozentig uncut zu sein, denn zwar ist die auf dem deutschen Ascot-Tape fehlende Szene vom schaumspuckenden David Brandon drin, aber die Hexe spuckt am Ende nur ein Mal Blut, womit zwei kurze Einstellungen fehlen würden. Der Unterschied ist jedoch minimal.

     

    Zu den Darstellern, Gene Lebrock und Stephen Brown waren ebenfalls in „Metamorphosis“ dabei, Barbara Bingham kennt man aus „Jason takes Manhattan“ oder dem 1991 entstandenen „Cop Target“ von Umberto Lenzi. Natürlich wissen wir alle, wer David Brandon ist, und dass er einen Jesuiten-Pater spielt, ist schon etwas komisch, Ihr wisst schon...

     

    Komisch ist auch eine Szene, in der David Brandon als Betrunkener eine Straße entlang irrt, auch einen der Passanten anpackt, die ziemlich ahnungslos wirken und es sicher auch waren.

     

    Die Stimmung des Films kann man schon genießen, hier kommt das geballte Archivtrack-Sammelsurium, dass Filmirage von Carlo Maria Cordio besaß, gekonnt zum Einsatz. Die Spezialeffekte hingegen sind einfachster Machart. Am gruseligsten fand ich persönlich den schwarzen Schaukelschwan im Kinderzimmer, mit dem würde selbst ich keine Nacht im gleichen Zimmer verbringen wollen.

     

    Probleme gibt es am Ende des Films, wo Fragasso erst die nur allzu bekannte Exorzisten-Nummer in Szene setzt, und die Hexe am Ende mit dem weißen Make-up, hinter sich das Tor zur Hölle, da schießen einem die Cenobiten aus „Hellraiser“ durch den Kopf. Der Blutgehalt des Ganzen ist dagegen eher luschig.

     

    Die Kritiken für Fragassos Werk fielen international weitgehend schlecht aus. Aber natürlich ist (fast alles) in der Welt des Films Geschmackssache, und wer von Claudio Fragasso noch nicht genug hat, kann sich im November auf die US-BD von Troll/Troll2 von Shout! Factory freuen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    Links

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