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Höllenjagd auf heiße Ware

Frankreich | Deutschland | Italien, 1966

  • Originaltitel: New York chiama Superdrago
  • Alternativtitel:

    Nueva York llama a Superdrago (ESP)

    New York appelle Superdragon (FRA)

    Nova Iorque Chama Super-Dragão (POR)

    Secret Agent Super Dragon (USA)

    Super Dragon

  • Deutsche Erstaufführung: 24. Juni 1966
  • Regisseur: Giorgio Ferroni
  • Kamera: Antonio Secchi
  • Musik: Benedetto Ghiglia
  • Drehbuch: Remigio Del Grosso, Giorgio Ferroni
  • Inhalt:

    Bryan Cooper (Ray Danton) ist der beste Mann des amerikanischen Geheimdienstes, und noch berüchtigter ist er unter dem Namen"Superdrago". Er wird mit der schwierigen Aufgabe betraut, die rücksichtslosen Machenschaften eines international arbeitenden Drogen-Kartells zu zerschlagen. Dieses Kartell will die Weltmärkte mit einer synthetischen Droge namens"Synchro"  überschwemmen, um ihn unter die alleinige Kontrolle zu bekommen. "Superdrago" entlarvt die Mittelsmänner, die Spur führt nach Amsterdam, wo er zusammen mit seinen Kollegen, der Agentin Gaby (Margaret Lee) und Baby Face (Jess Hahn) ermittelt, und sich schließlich in große Gefahren begibt. Schon bald kreuzt sich sein Weg mit der Agentin Charity (Marisa Mell), die ihm vor Ort bei den Ermittlungen zur Verfügung steht. Die Organisation fühlt sich von ihren Kontrahenten immer mehr bedroht, schickt daher schließlich zahlreiche Killer los, um den Agenten möglichst qualvoll zu liquidieren. Doch dieser hat noch ganz andere Methoden auf Lager...

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Auf Giorgio Ferronis "Höllenjagd auf heiße Ware" darf selbst der geneigte Fan des Agentenfilms mit gemischten Gefühlen blicken, denn es handelt sich keineswegs um eine Sternstunde des Genres. Als Bond-Verschnitt der C-Kategorie liefert der Film zwar viele Eindrücke, die man aus derartigen Beiträgen kennt und sicherlich auch schätzt, doch hier lässt sich im Endeffekt meistens nur Mittelmaß bis unterer Durchschnitt ausfindig machen. Das handwerkliche Geschick der Regie ist eigentlich annehmbar, doch die gesamte Architektur ist überaus langatmig ausgefallen, muss daher ohne nennenswerte Höhepunkte auskommen. Am meisten fällt jedoch auf, dass man hier ohne jeglichen eigenen Charme auszukommen hat, was viele Genre-Konkurrenten immer noch aufpolieren konnte. Die Geschichte besteht beinahe ausschließlich aus fadenscheinigen Ansätzen und unspektakulären Liebschaften des blass wirkenden Titelhelden, viele Passagen wirken unheimlich stark gestreckt, dass unterm Strich wenig Positives zurückbleibt. Der Plot ist mit seinen zahlreichen Spielereien nur dürftig in der Präsentation, die Charaktere wirken beinahe ausnahmslos uninteressant und sind vollkommen eindimensional gezeichnet, sodass gähnende Langeweile in diesem Beitrag leider zum unausweichlichen Leitfaden werden muss. Die Titelfigur wird von dem amerikanischen Schauspieler Ray Danton dargestellt, der alleine von seiner Optik schon einmal gut in eine derartige Rolle zu passen scheint. Es stellt sich jedoch in Windeseile heraus, dass dieser ausgekochte Herr ein großes Problem mit sich herumzutragen hat, denn er wirkt vollkommen langweilig und über weite Strecken sogar wenig motiviert. Es reicht einfach nicht aus, die apartesten Damen hintereinander für sich zu gewinnen, wenn dabei der eigentliche Fall komplett auf der Strecke bleibt.

     

    Eher sieht es so aus, als erledige sich diese komplette Angelegenheit von selbst, und in allergrößter Lebensgefahr kann sich Cooper bestenfalls selbst retten, ist aber in den entscheidenden Momenten auf fremde Hilfe angewiesen. Zwar wird versucht, ihn recht originell dastehen zu lassen; er absolviert beispielsweise immer wieder einige Übungen, um sich in bestmöglicher Verfassung zu halten, oder im Umgang mit diversen Damen beweist er durchaus Geschick und Fingerspitzengefühl, auch zeigt er sich häufig - besonders in brenzligen Situationen – merklich cool, aber insgesamt fehlt es dennoch an Profil. Danton ist allerdings kein Einzelfall. Er kann sich im Dunstkreis der schwachen Nebendarsteller somit in den Vordergrund rücken. Margaret Lee, hier optisch gesehen tatsächlich eine Art Marilyn-Monroe-Kopie, bleibt auffällig nichtssagend und blass. Sie wirkt weder besonders sympathisch, noch aufregend genug, um die Aufmerksamkeit in gewohntem Maße auf sich zu lenken. Genau wie übrigens ein paar Jahre später in "Das Gesicht im Dunkeln", wurde sie hier wieder sehr angenehm von Ilse Pagé synchronisiert. Ähnliches gilt leider auch Für Marisa Mell. Im Kampf der weiblichen Haupt- oder Nebenrollen stellt sich die Frage, wer die Nase eigentlich vorne hat. Marisa Mell taucht etwa nach zwanzig Minuten im mühsam konstruierten Geschehen auf, und sie erscheint hier in jeder Beziehung sehr sparsam zu sein. Charity hat außer ihrer attraktiven Erscheinung nicht viel mehr einzubringen.

     

    Leider bleibt ein oberflächlicher Charakter ohne viel Charme oder Raffinesse und dieser Auftritt ist somit weitgehend verschenkt worden. Gerade sie als Agentin, die ja einen doppelten Boden transportieren sollte, hätte wesentlich undurchsichtiger und unberechenbarer wirken müssen, doch leider unterstützt Marisa Mell genau wie die Regie und das Drehbuch auch diese grenzenlose Vorhersehbarkeit. Sehr schade, immerhin hatte man mit ihr und Margaret Lee eigentlich die optimalsten Voraussetzungen mit an Bord. Der Plot schwächelt, die Besetzung reiht sich ebenfalls in dieses Konzept ein, was gibt es eigentlich Positives über "Höllenjagd auf heiße Ware" zu sagen? Gedreht wurde in Amsterdam, und man bekommt einige schöne Außenaufnahmen und Schauplätze zu sehen. Auffällig wirkt außerdem die fast bizarre Farbgestaltung, häufig in grellen Pinkfarben und Lilatönen, die wenigstens im visuellen Bereich für Farbtupfer sorgen können. Die Ausstattung wirkt hin und wieder recht aufwendig, auch die vielen Spielereien à la James Bond, die "Superdrago" zur plötzlichen Verteidigung nötig hat, überzeugen gerade noch so in dieser sonst so einfallslosen Geschichte. Die neue Droge, die in Kaugummis an Jugendliche verteilt wird, und Exzesse, Aggressivität und Hysterie auslösen kann, wirkt weder bedrohlich noch außergewöhnlich, denn so neu wirken diese Zustände sicherlich nicht. Die Tricks unterbieten beispielsweise einen Fahrzeug-Crash im oben genannten Wallace-Film um Längen, die Musik ist uninteressant und schnell wieder vergessen, außerdem gibt es beim Thema Humor, bei dem glücklicherweise etwas Diskretion geboten wird, kaum Offenbarungen. "Höllenjagd auf heiße Ware" muss schlussendlich ohne die wichtige Dynamik auskommen, die derartige Beiträge nötig haben, außerdem setzt ihm selbst die durchschnittliche Konkurrenz ähnlich gearteter Filme schwer zu. Für Komplettisten.

  • Autor: Prisma
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