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Herkules - Der Held von Karthago

Italien, 1961

  • Originaltitel: La vendetta di Ursus
  • Alternativtitel:

    La venganza de Ursus (ESP)

    La vengeance d'Ursus (FRA)

    The Mighty Warrior (GBR)

    Ursus. o Invencível (POR)

    Revenge of Ursus (USA)

    The Vengeance of Ursus (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 01. Februar 1963
  • Regisseur: Luigi Capuano
  • Kamera: Oberdan Troiani
  • Musik: Carlo Innocenzi
  • Drehbuch: Marcello Ciorciolini, Luigi Capuano, Roberto Gianviti, Giovanni Scolaro
  • Inhalt:

    König Zagros (Livio Lorenzon) will die Tochter von König Alteo von Lycien ehelichen. Die besagte Prinzessin Sira (Wandisa Guida) ist seit ihrer Jugend in Ursus (Samson Burke) verliebt und will sich unterwegs noch von ihm verabschieden. Als Ursus mit seinem kleinen Bruder in ihrem Lager eintrifft, wird er kurz darauf Zeuge, wie eine Bande von Räubern die Mitgift stehlen und alle niedermetzeln will. Den Diebstahl kann Ursus nicht mehr verhindern, aber die Prinzessin und ihr engeres Gefolge vor dem Tod retten. Schon kurz darauf erfolgt ein weiterer Überfall der Räuber auf das Floß der Reisenden, die nun von Ursus begleitet werden.

     

    Hinter den Anschlägen auf die Prinzessin steckt die Cousine von König Zagros, die eifersüchtige Sabra (Nadia Sanders). Doch auch Zagros selbst verfolgt keine guten Absichten, plant, Alteo zu Ermorden und mithilfe seiner Heirat mit Sira die Reiche Karthago und Lycien unter seiner Schreckensherrschaft zu vereinen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nachdem 1959/60 Carlo Campogallianis „Ursus, Rächer der Sklaven“ (mit Ed Fury in der Titelrolle) einen soliden und unterhaltsamen Grundstein für kommende Ursus-Filme gelegt hatte, folgten leider erst mal zwei Geduldsproben für den geneigten Zuschauer.

     

    Der in Deutschland zu einem Herkules-Film umsynchronisierte „La vendetta di Ursus“ weiß kaum zu überzeugen. Luigi Capuanos „Herkules, der Held von Karthago“, wie der Film bei uns heißt, erzählt eine nur allzu bekannte Geschichte mit wenig Phantasie und sichtlich kleinen Mitteln. Trotz der Verwendung zahlreicher, ebenfalls altbekannter Kulissen wird das Ganze irgendwie nichts, was nicht zuletzt auch an den Darstellern liegt. Neben Livio Lorenzon und der üppigen Gina Rovere gibt es kaum bekannte Namen, die Statisten schmeißen mit ihrer Unmotiviertheit so manche Szene, und Hauptdarsteller Samson Burke ist komplett überfordert mit Dialog, Gestik, Mimik, einfach allem. Das mag auch der Grund dafür sein, warum Burkes nächste und gleichzeitig letzte Rollen im Peplum zwei Persiflagen waren, Fernando Cerchios „Totò contro Maciste“ (1962) und die US-Produktion „Haut den Herkules“ (The Three Stooges meet Herkules“, 1962), beide stehen nicht auf meiner Wunschliste. Halbwegs überzeugend fand ich noch Nadia Sanders, die einen gewissen herben Charme mit sich bringt. Zu einem der uneingeschränkten komischen Momente gehört ein notdürftig schwarz angemalter italienischer Stuntman (bei den Beinen war wohl nicht mehr genug Farbe da), der mit einem Leoparden ringt.

     

    Das Beste, was man über diesen Film noch schreiben kann, ist Durchschnitt. Bei der Story und deren Umsetzung, bei der Musik, bei der Kameraführung, selbst das Finale, alles Durchschnitt. Somit kann „Herkules, der Held von Karthago“ den Zuschauer durchaus unterhalten, muss aber nicht. Und ehrlich, mir zittern jetzt schon die Knie vor dem Nachfolger, Remigio del Grossos „Höllenschlacht der Tartaren“ (Ursus e la ragazza tartara) mit Joe Robinson, habe mir aber fest vorgenommen, das Ganze objektiv anzugehen bis der Arzt kommt. Und danach geht es ja zum Glück wieder deutlich besser weiter.

     

    „Herkules, der Held von Karthago“ wurde nach seiner Kinopremiere anscheinend nur im TV gezeigt, aus dieser Quelle stammen auch obige Screenshots. Ein Danke an den unbekannten Spender.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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