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Happy Birthday, Harry

Deutschland | Italien, 1980

  • Originaltitel: Febbre a 40!
  • Alternativtitel:

    Happy Birthday, Harry! - Ein süßes Früchtchen

  • Regisseur: Marius Mattei
  • Kamera: Angelo Filippini, Marcello Masciocchi
  • Musik: German Weiss
  • Drehbuch: Christian Lutz Laske, Marius Mattei
  • Inhalt:

    Harry Petersen (John Richardson), Sexomane und Chefredakteur des weltweit bekannten "Playmen"-Magazins, lebt im Luxus und ihm laufen die schönsten Frauen hinterher. Doch sein angenehmes Leben ist durch seinen bevorstehenden vierzigsten Geburtstag gefährdet, da er bis zu diesem Stichtag endlich verheiratet sein muss, ansonsten alle seine Privilegien und den damit verbundenen Wohlstand entzogen bekommt, zumindest ist es so nach dem Willen seines Vaters vorgesehen. Obwohl er Damenbekanntschaften in Hülle und Fülle pflegt, gibt es keine einzige, die er fest an sich binden kann. Seine Suche nimmt abenteuerliche Formen an und das Vorhaben droht endgültig zu platzen. Wird er in diesen chaotischen Zuständen noch eine heiratswillige Dame ausfindig machen können..?

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Falls man bei dieser handelsüblichen Erotik-Komödie zunächst die Fakten vor den potentiellen nackten Tatsachen betrachtet, kommt man schnell zu dem Schluss, dass es sich um ein eilig zusammengedrehtes Produkt dieser Zeit handelt, mit dem man einen Teil vom ergiebigen Sex-Kuchen abhaben wollte. Der Produzent, Drehbuchautor und Darsteller Marius Mattei gab mit "Happy Birthday, Harry" sein zweifelhaftes Leinwand-Debüt als Regisseur und es sollten für ihn auch nur noch zwei weitere Filme unter seiner Leitung folgen. Es wäre vielleicht zu viel gesagt, ihm seine Unerfahrenheit vorzuhalten, denn schließlich bewegt sich die Geschichte sehr sicher im Fahrwasser der landläufigen Konkurrenz, allerdings merkt man seinem Werk überdeutlich an, dass es keine eigene Seele oder Neuerungen besitzt und sich nur an allem bereits dagewesenen orientiert.

     

    Auch für die Produktionsfirmen war dieser Beitrag ein so gut wie einmaliges Experiment, was die Vermutung nahelegt, dass die Hoffnung größer als der Erfolg gewesen sein wird, und diese wenigstens mit bekannten Darstellern ausgestattete Komödie fand ihre Premiere auf schlampigen Discount-Videokassetten. Die Geschichte ist dem Empfinden nach schon dutzendfach dagewesen und dementsprechend wirkt sie äußerst stumpfsinnig, alles wäre auch nur halb so schlimm, wenn die deutsche Blödel-Synchronisation den Zuschauer nicht so massiv foltern würde. Beim Thema Gebärden oder Situationskomik sieht man eigentlich Diskretion und verhaltene Spielereien, doch die Dialoge sorgen leider dafür, dass unterm Strich nicht nur Langeweile und Desinteresse zurück bleiben. Lacher muss man letztlich suchen wie die Nadel im Heuhaufen, also stellt sich der beliebte Aufmacher, dass hier angeblich kein Auge trocken bleibe, als Optimismus der unglaublicheren Sorte heraus.

     

    Da also so gut wie alle Schüsse nach hinten losgehen werden, muss man sich eben an die wenigen positiven Aspekte klammern, nämlich die Besetzung, die mit ziemlich bekannten Namen aufwartet. In Windeseile stellt sich allerdings heraus, dass es auch in diesem Bereich keine Offenbarungen geben wird, sodass der Film von vorne bis hinten lustlos abgespult wirkt und er zurecht in der Versenkung verschwunden ist. Den Engländer und Protagonisten der Geschichte, John Richardson, kann der geneigte Zuschauer vor heimischer Kulisse begleiten und in diesem Zusammenhang kommt es wenigstens zu einigen schön eingefangenen Bildern, die einen Hauch von Flair verbreiten. Die Synchronisation durch Thomas Danneberg stellt sich als nahezu fatal heraus, da die Platten Dialoge inklusive Humor nicht zünden wollen, ganz im Gegenteil. Die Performance von Richardson ist aber insgesamt erträglich, seine Kollegen wie beispielsweise Terry-Thomas oder Gordon Mitchell können ihre Unterforderung jedoch nicht verschleiern.

     

    In diesem Zusammenhang lassen sich so gut wie alle anderen Darsteller ebenfalls nennen, für den Zuschauer bleibt es unspektakulär, auch wenn einen so manche Dame mit Strip-Anwandlungen aufzuwecken möchte. Carole André wirkt gänzlich verschenkt, Leonora Fani vollkommen verzweifelt und Marisa Mell leider schon so routiniert, als hätte sie nie ein anderes Genre bedient. Es ist insgesamt anzunehmen, dass selbst eingefleischte Fans der Erotik-Komödie mit "Happy Birthday, Harry" keine Offenbarungen erleben werden, denn es ist von allem zu viel oder von allem zu wenig. Der Erotik-Anteil ist zu verhalten, die Humor-Dichte zu überladen, irgendwie sogar hysterisch. Die Schauspieler agieren größtenteils lustlos und starr, der Zuschauer verfällt in die gleichen Zustände und was bleibt ist eben nur ein Fließbandprodukt ohne Dynamik und eigene Ideen, sodass sich schmeichelhaft sagen lässt, dass dieser vierzigste Geburtstag wohl der traurigste Festtag in der Geschichte des Films geworden ist, er aber andere Beiträge dieser Gattung immerhin abwerten kann.

  • Autor: Prisma
  • Links

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    IMDb

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