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The Hand That Feeds the Dead

Italien | Türkei, 1974

  • Originaltitel: La mano che nutre la morte
  • Alternativtitel:

    Ölümün Nefesi (TUR)

    Evil Face (USA)

  • Regisseur: Sergio Garrone, Yilmaz Duru
  • Kamera: Emore Galeassi
  • Musik: Stefano Liberati, Elio Maestosi
  • Drehbuch: Sergio Garrone
  • Inhalt:

    In einem vorigen Jahrhundert: Eine Kutschfahrt führt das Ehepaar Alex und Masha in einen Landstrich, wo immer wieder junge Frauen spurlos verschwinden. Und ein Kutschunglück sorgt dafür, dass Alex und Masha unwissentlich in der Höhle des Löwen landen. Professor Nijinski nimmt die beiden Leichtverletzten bei sich auf. Die Eheleute ahnen nicht, dass ihr Gastgeber im Keller seines feudalen Familiensitzes ein verbotenes Laboratorium betreibt und grauenvolle Operationen durchführt, um seiner durch ein Feuer entstellten Gemahlin die einstige Schönheit zurückzugeben. Fatalerweise ist Masha der Lady Nijinski, so wie sie vor dem Brand ausgesehen hat, wie aus dem Gesicht geschnitten...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Kurz bevor er sich in die schmuddeligen Niederungen der Naziploitation verabschiedet hat, hat SS EXPERIMENT LOVE CAMP-Regisseur Sergio Garrone noch zwei Beiträge zum Gothic Horror geleistet. Mit nahezu identischer Cast und Crew wurden im Jahre des Herrn 1974 LE AMANTI DEL MOSTRO und LA MANO CHE NUTRE LA MORTE Rücken an Rücken abgedreht.

     

    Beim letzteren - im Übrigen eine italienisch-türkische Co-Produktion - hat Garrone sich den Regiestuhl mit Yilmaz Duru geteilt. Während LE AMANTI DEL MOSTRO eine Jekyll & Hyde-Geschichte erzählt, wurde LA MANO CHE NUTRE LA MORTE eindeutig vom Franju-Klassiker AUGEN OHNE GESICHT inspiriert: Einmal mehr soll ein entstelltes Frauenantlitz die einstige Schönheit durch Chirurgenhand zurückgewinnen und wieder müssen dafür einige unschuldige junge Damen in einem geheimen Operationssaal im Keller eines feudalen Landsitzes Haut und Leben lassen.

     

    Neben einigen bezaubernden Frauen, einem weitgehend gelangweilt wirkenden Klaus Kinski (als finsterer Mad Surgeon), einem mörderischen (os)manischen Faktotum und einem Helden, der auffällig oft auf die Fresse bekommt (und bei einer Gelegenheit sogar lebendig in Ivan Rassimovs (!) Sarg gesteckt wird), bietet LA MANO CHE NUTRE LA MORTE eine nette Fotografie, gotisches Setting sowie ein paar so krude wie eklig präsentierte Hauttransplantationen aus der Hand der italienischen Maskenbildnerlegende Carlo Rambaldi.

     

    Und leider übergebührlich viel Langatmigkeit...

     

    Erst im letzten Drittel kommt in Garrones Schauermär so etwas wie Spannung auf. Darüber hinaus feiert ein gelungen boshafter Twist Premiere, den man so aus Franjus Epigonen auch noch nicht kannte. Doch dann erwacht Kinski für Nijinskis tragische fünf Minuten aus seiner Lethargie und der daraus resultierende Monolog bremst das Geschehen wieder gnadenlos aus. Das Unhappy End auf breiter Front ist jedoch formvollendet und konsequent.

     

    Für Eurohorror-Komplettisten mag LA MANO CHE NUTRE LA MORTE, der international auch unter den Bannern EVIL FACE oder THE HAND THAT FEEDS THE DEAD vermarktet wurde, nicht uninteressant sein; ich wage aber einmal zu behaupten, dass der Rest der Welt diese etwas zu schläfrig geratene Variante eines klassischen Horror-Themas nicht wirklich zwingend braucht. Kennt sie doch schon Franjus erhabenes Meisterwerk aus den Fünfzigern. Oder geglücktere Themenverwandte und Nachzieher. Wie etwa Molets erotisch-poetische BLOOD ROSE. Oder Jess Francos viel schmissigeren und gorigeren FACELESS, der darüber hinaus mit der Rollin-Muse Brigitte Lahaie und einem sleazigen Helmut Berger als Duo Infernale aufwarten kann.

     

    Und so spielen Professor Nijinski und die verbrutzelte Frau Gemahlin beim großen Konzert der verbotenen Gesichtstransplantationen leider nur die zweite Geige.

  • Autor: Christian Ade
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