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The Godson of the Godfather

Italien, 1973

  • Originaltitel: Il figlioccio del padrino
  • Regisseur: Mariano Laurenti
  • Kamera: Tino Santoni
  • Musik: Carlo Rustichelli
  • Drehbuch: Leo Chiosso, Gustavo Palazio
  • Inhalt:

    Der Pate der New Yorker Mafia Don Vincenzo (Maurizio Arena) hat ein Problem mit seinem Patensohn. Dieser entging bereits mehreren Attentaten, und der Groll anderer Mafiosi gegen den Patensohn Oronzo Musumeci (Franco Franchi) hat seinen Grund: Oronzo verfügt über einen „magischen“, verführerischen Blick, dem keine Frau widerstehen kann – auch die Ehefrauen und Töchter anderer Mafiosi nicht.

     

    Don Vincenzo fasst den Entschluss, Orenzo nach Sizilien zu schicken, in der Annahme, amerikanische Frauen seien einfach viel zu leicht zu haben, in Sizilien dagegen bekäme Orenzo es mit sehr komplizierteren Frauen zu tun und könne sich so besser auf seine Mafia-Karriere konzentrieren.

     

    So wird Orenzo zu Don Salvatore Trizzino (Saro Urzì) geschickt, der jedoch zwei attraktive Töchter hat. Zum Einen die Männern gegenüber ohnehin sehr zutrauliche Onesta (Carla Romanelli), zum Anderen die spröde Apollonia (Laura Belli), die sich zudem als immun gegen Orenzos unwiderstehliche Augen erweist. Orenzo verfällt gerade deshalb der schönen Apollonia, freilich erst nach ein paar Ablenkungen durch Onesta, der amerikanischen Touristin Penny Flower (Isabell Marchall) und als Krönung einem ganzen Fahrstuhl voller junger Damen im TV-Sender RAI.

     

    Dort soll Orenzo Don Vincenzos Consigliore Petruzzo (Riccardo Garrone) dabei helfen, dem Programmchef von RAI-TV ein Angebot zu machen, dass er nicht ablehnen kann, weil der den Schmalzsänger Nunzio Gallo (Himself) nicht auftreten lassen will, da dieser ihm seine Pasta-Köchin abgeworben hat. Als Onesta entführt wird, erwirbt sich Orenzo durch deren Befreiung endgültig den Respekt des Dons.

     

    Schließlich dürfen Orenzo und Apollonia heiraten, allerdings stand diese schon vier Mal vor dem Traualtar, da beim Verlassen der Kirche stets ihr Bräutigam im Auftrag Petruzzos erschossen wird, der Apollonia gern selbst heiraten würde, was ihm aber seine Frau nicht erlaubt. Doch auch kein anderer soll sie bekommen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach der Trennung des Komikerduos Franco e Ciccio war „Il figlioccio del padrino“ der chronologisch erste von vier Soloauftritten Franco Franchi im Jahre 1973. Gedreht wurde „The Godson of the Godfather“ von Komödienspezialist Mariano Laurenti, der zuvor auch schon mehrfach mit Franco Franchi und Ciccio Ingrassia zusammen gearbeitet hatte.

     

    Der Film ist eine angenehme Abwechslung vom übersteigerten Klamauk, den sowohl Franchi als auch Laurenti oft ihren Zuschauern aufbürden. Zwar kommt man nicht völlig ohne Albernheit aus, und man musste in dieser Hinsicht wohl auch eine gewisse Erwartungshaltung der Zuschauer erfüllen. Nichtsdestotrotz gibt es für Filmfans eine Menge an Anspielungen auf Coppolas „Der Pate.“ Die Deutlichste stellt hierbei natürlich der Konflikt mit dem RAI-TV-Manager dar und die darauf folgende Aktion mit...nein, verrate ich nicht. Und natürlich das ganze Szenario während Apollonias erster Hochzeit und die zahlreichen Bittsteller unter den Gästen beim Paten.

     

    Franco Franchi mit dem unwiderstehlichen Blick ist natürlich ein Lacher, denn eine Schönheit ist er ja nicht. Soll er aber auch nicht sein, denn es geht ja nur um seine Augen, den „magischen“ Blick und die Reaktion der Damenwelt auf diese dunklen, schmachtend-bohrenden Blicke. Ebenso witzig sind Apollonias diverse Hochzeiten, die Wiederholungen in den Szenen, denn schließlich ist das Ende dieser Vermählungen scheinbar unvermeidlich, was auch alle im Dorf bereits wissen. Und so stehen Klageweiber, Leichenwagen, Sargträger etc. schon bereit.

     

    Interessant sind ebenfalls die komödiantischen Szenen, in denen man die italienischen Traditionen veralbert, die Küsserei unter Männern (Franchis Blicke dabei sind göttlich) oder etwa die Klagefrauen, die sich zuvor rohe Zwiebeln unter die Augen halten, um gebührend Tränen herauszuquetschen. Einen weiteren komödiantischen Höhepunkt hätte man ruhig noch etwas drastischer inszenieren können: die junge Onesta wurde im Auftrag Petruzzos entführt, und natürlich ist sie als Tochter des obersten Paten von Sizilien tabu. Und so treibt sie ihre Entführer durch einen aufreizenden Tanz in Minirock und schwarzen Stiefeln zur Verzweiflung, bis denen der Schweiß ausbricht und sie darum betteln, dass sie aufhören soll, sie scharf zu machen. Onestas Name (Ehrlichkeit) wird desöfteren auch für einige Wortspiele genutzt.

     

    Zu viel des Guten sind die Autoverfolgungsjagden, eine blöder und alberner als die andere. Carlo Rustichelli hingegen sorgt für eine gute musikalische Untermalung und ein eingängiges komödiantisches Hauptthema.

     

    Alles in Allem ist „Il figlioccio del padrino“ ein vergnüglicher Spaß, kein Schenkelklopfer, aber eine gelungene Mafia-Komödie für einen netten Nachmittag. Schade ist natürlich, dass dieser Film es anscheinend nicht in deutsche Kinos geschafft hat.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Links

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