The Godfather's Friend

Italien | Türkei, 1973

  • Originaltitel: L'amico del padrino
  • Alternativtitel:

    L'ami du parrain (F)

    L'ordre de la violence (F - VHS)

    Babanin arkadasi (Tü)

    Hand of the Godfather

    Revenge of the Godfather

  • Regisseur: Frank Agrama
  • Kamera: Franco Villa
  • Musik: Fred Bongusto
  • Drehbuch: Frank Agrama, Fabio Piccioni
  • Inhalt:

    "Kill Corsini and you can leave the family! OK?"

     

    Richard Maddock (Richard Harrison) ist der Abgesandte des großen "Gottvaters" aus Neapel und erledigt für diesen die erwünschten Liquidierungsdienste in Istanbul. Die entsprechenden Namen der vorbestimmten Opfer werden ihm dann per Telegramm vom Ober-Don aus Italien persönlich zugestellt.

    Todesengel Maddock beseitigt seine Opfer zwar auf eine sehr geräuscharme Art und Weise, wobei deren Todesweg dabei aber sehr grausam verläuft: Denn Richard verwendet Gas!

    Ein mit speziellem Gas gefülltes Feuerzeug stllt hierbei seine  Mordwaffe dar, die er im Verlauf des Films mehrmals gekonnt zum Einsatz bringt. Zwischen seinen ganzen Geschäftsterminen trifft er dann auch noch auf seine Ex-Geliebte Jenny (Erika Blanc) und nachdem diese von ihrem aktuellsten Liebhaber sitzen gelassen wurde, wirft sie sich wieder unverzüglich dem gleichfalls willigen Richard an den Hals.

    Von da an wird sich nicht nur wieder äußerst großzügig das gemeinsame Bett geteilt, sondern auch der weitere Lebensweg gemeinsam (und eng umschlungen) beschritten.

     

    Doch Maddock ist auch von einem schrecklichen Kindheitstrauma geplagt, da eines Kindergeburtstages eine Gruppe von Mafia-Mitgliedern die Feierrunde im kleinen Familienkreis sprengte und dabei vor den Augen des kleinen Richards den Rest der Familie auf eine nicht gerade zimperliche Art in Richtung Himmel schickte. Diese Erinnerungen lassen ihn bis heute nicht mehr los und er sehnt sich innerlich zutiefst nach Rache für den abscheulichen Mord an seiner Familie.

     

    Als Richard eines Tages unverhofft zu einem persönlichen Gespräch mit dem Gottvater in ein Hotel der Bosporus-Metropole bestellt wird, sieht dieser seine Chance zur Änderung seines verwerflichen Lebenswandels gekommen und bittet den Ober-Don in aller Höflichkeit die Familie verlassen zu dürfen.

     

    Unter der Bedingung, dass er noch einen allerletzten Job für die Familie erledigt, würde ihm der Gottvater im Anschluss die Freiheit schenken und Richard aus der mafiösen Familie entlassen. Richard stimmt dieser Vereinbarung freudig zu und macht sich auch direkt an die Arbeit. Sein letztes potenzielles Opfer trägt den Namen Corsini und ist seines Zeichens zwar auch ein Don, der sich aber gegen die restliche Familie auflehnte und daher dem Gottvater ein Dorn im Auge ist.

     

    Doch Richards letzter Auftrag läuft letztendlich gänzlich anders als erwartet und überraschenderweise befindet er sich auf einmal nicht nur auf der Flucht vor dem mächtigen Corsini, sondern wird auch noch zusätzlich von Familienmitgliedern des Gottvaters gejagt, da diese plötzlich hinter seiner Person einen Verräter vermuten.

    Weiterhin unterhält Richard eine merkwürdige berufliche Zusammenarbeit mit seinem Pendant von der Seite Corsinis und kommt zudem in dem ganzen Chaos auch noch urpötzlich hinter die Identität des Mörders seiner Eltern.

     

    Ab diesem Moment tauscht er dann sein altgedientes Gasfeuerzeug gegen eine hochglanzpolierte Schrotflinte ein und setzt damit seinen vorbestimmten Weg ins Ungewisse fort....

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Dieses niedrig budgetierte Werk fristet sein Dasein weitab der Genre-Hochglanzproduktionen und macht es einem während seines Verlaufs auch nicht gerade einfach:

     

    Zum einen bietet diese italienisch-türkische Co-Produktion in manchen Szenen ordentlich Schmierstoff und kann den Betrachter dabei sogar einige wenige Male etwas verblüffen oder ihm bei manchen Szenen auch ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern.

    Andererseits ist die Inszenierung dieser Low-Budget-Co-Produktion leider ein wenig zu lahm ausgefallen: Einen Hauch von Dramaturgie sucht man vergebens und spannungsgeladene Action-Einlagen werden einem hier auch verwehrt. Gas wird lediglich in sehr wenigen Szenen gegeben, aber nichts desto trotz konnte die andere Seite mit ihrem kurzweiligen Unterhaltungsgrad den fehlenden Spannungsverlauf ausgleichen.  Das Finale ist dann aber wiederum als recht gelungen zu bezeichnen.

     

    Die ersten paar Minuten dieses Films brachten mich zunächst zum Staunen: Richard Harrison befindet sich in der Eröffnungsszene des Films bei einem Pferderennen und lacht sich dort gleich mal die erste, etwas nett aussehende Dame an. Im nächsten Moment heißt es dann aber auch schon: Eben noch auf der Pferderennbahn und jetzt schon gemeinsam im flauschigen Bett der Dame!

    Nachdem sich Richard ausgiebig seinen körperlichen Betätigungen hingegen hat, verlässt dieser plötzlich völlig unerwartet das Bett, legt zügig seine Kleidung an und begibt sich über den schmalen Flur direkt ins Nachbarzimmer. In sekundenschnelle hält er daraufhin einem schlafenden Unbekannten sein mit Spezial-Gas gefülltes Feuerzeug unter die Nasenlöcher und drückt ab. In sekundenschnelle erliegt sein Auftragsopfer dann einem grausamen und geräuschlosen Erstickungstod.

     

    Aber danach lernt Richard die Erika kennen und ab da flacht der Film im Vergleich zu seinem recht fulminanten Auftakt immer mehr ab und es schieben sich auch immer häufiger regelrechte "Liebes-Kitsch-Szenen" in den Vordergrund, die aber stellenweise wiederum so unglaublich dargestellt sind, dass sich ein Grinsen beim Betrachter nur noch schwerlich unterdrücken lässt.

    Der Gipfel ist aber die Inszenierung der Bootsszene, in der sich die flotte Erika vor dem heißen Richard in den unmöglichsten Posen hin- und herrekelt. Das Ganze wirkt dann wie ein kitschiger Fotoroman und einfach nur total überzogen.

    An anderer Stelle zieht die flotte Erika dann auch mal blanc, äh blank...

     

    Der heiße Richard präsentiert über einen Großteil der Laufzeit seinen bis auf den Naturpelz unbekleideten Oberkörper und schlägt sich auch ansonsten in dieser Low-Budget-Produktion recht tapfer.

     

    Die Filmmusik ist jetzt nicht großartig im Ohr hängengeblieben, wirkte aber auch nicht gerade aufdringlich. Hier geben sich türkische Folklore, Crime Sounds und schnulzige Liebeslied-Kompositionen ohne Rücksicht aufeinander die Klinke in die Hand.

     

     

    Fazit: Wer hier einen spannungsgeladenen und dramaturgisch-gelungenen Crime-Feger erwartet, der sollte lieber die Finger von diesem Exemplar lassen. Wer aber auf zäh-inszenierte und recht schmierige Low-Budget-Co-Produktionen steht und dabei auch bekannte Genrelieblinge in eher sonderbaren Rollen gerne sieht, der ist hier eigentlich recht gut aufgehoben.

  • Autor: Richie Pistilli
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