The Girl in Room 2A

Italien, 1974

  • Originaltitel: La casa della paura
  • Alternativtitel:

    O Mistério do Quarto 2A (BRA)

    A Casa do Medo (POR)

    The Girl in 2A

    Girl in Room 2A

  • Regisseur: William Rose, Ramiro Oliveros
  • Kamera: Mario Mancini, Giorgio Montagnani
  • Musik: Berto Pisano, Luis Bacalov
  • Drehbuch: Gianfranco Baldanello, William Rose
  • Inhalt:

    Als Margaret Bradley (Daniela Giordano) aus dem Gefängnis entlassen wird, vermittelt ihr die wohltätige Alicia Songbird (Rosalba Neri) das Apartment 2A im Haus der alten Mrs Grant (Giovanna Galletti). Die lebt dort mit ihrem leicht schrägen Sohn und erzählt gern allerlei Lügengeschichten über die Umstände des Todes ihres Ehemannes vor 20 Jahren. Margaret ist es unheimlich zumute in diesem Haus, was nicht nur an einem Blutfleck am Boden liegt, der sich zwar wegwischen lässt, am nächsten Tag jedoch wieder da ist. Zudem plagen sie Albträume, in denen ein unheimlicher rot-maskierter Mann sein Unwesen treibt. Sie freundet sich mit Mrs Grants Sohn Frank (Angelo Infanti) an und erzählt diesem, dass sie unschuldig im Gefängnis war. Frank selbst wiederum pflegt Umgang mit dem bedrohlich wirkenden Nihilisten Mr. Dreese (Raf Vallone), von dem Margaret sich nach ihrer Entlassung verfolgt fühlte und den sie nun in Mrs Grants Haus wiedersieht. Nachdem Margaret sich mit Alicia Songbird getroffen hat und sie darum bittet, eine andere Unterkunft für sie zu finden, nimmt der junge Jack Whitman (Frank Scanlon) mit ihr Kontakt auf. Seine Schwester hat vor Margaret im Zimmer 2A gewohnt und angeblich Selbstmord begangen – doch Frank glaubt an ein Verbrechen. Gemeinsam mit Frank begibt sich Margaret auf Spurensuche, und sie finden heraus, dass anscheinend sämtliche Vormieter Margarets junge Frauen waren, die gerade aus demselben Gefängnis entlassen wurden und mit keiner hat es ein gutes Ende genommen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Klären wir zuerst die leidige Frage, ob „La Casa della Paura“ ein Giallo ist oder nicht. Eine junge Frau bezieht ein Zimmer, wo man sie offenbar fast zu Tode ängstigen will und sie ist nicht die Erste. Als Ausweg bietet man ihnen einen Ausflug aufs Land, wo in einem Herrensitz eine Gruppierung sadistischer Nihilisten darauf wartet, sie demütigen, foltern und töten zu können. Ja verdammt, das ist ein Giallo, und zwar ein ziemlich origineller. Und wer meint, ich hätte hier das Ende gespoilert, nun, ein großes Geheimnis war das Ganze von vornherein nicht, und so versucht man am Ende nur noch, durch die Umsetzung dieser Auflösung zu schocken. Noch ein kurzer Punkt sei kurz angesprochen. Da gibt man allen Beteiligten im Film englische Namen, obwohl doch völlig offensichtlich ist, dass das Ganze in Italien spielt, warum? Wissen wir nicht, ist auch egal, da darf man nicht zimperlich sein, denn das ist dieser Film auch nicht.

     

    Also vorwärts zur Produktion dieses Werks und damit tief ins Reich der Spekulation. „La Casa della Paura“ ist eine Dick Randall-Produktion, was wohl die Andersartigkeit dieses Genre-Beitrags erklärt. Dick Randall WAR andersartig, irgendwie. Doch wer hat hier auf dem Regie-Stuhl gesessen? Die Credits benennen einen gewissen William Rose, der ebenso bei der Randall-Produktion „Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein“ als Drehbuchautor genannt wird, der unmittelbar vor „The Girl from Room 2A“ entstand. William Rose ist Cineasten vielleicht durch die Klassiker „The Smut Peddler“ (1965) oder „Professor Lust und seine Vögelein“ (1967) bekannt. Angeblich soll er auch als Darsteller in Werner Herzogs „Fitzcarraldo“ dabei gewesen sein. Antonio Tentori und Luigi Cozzi hingegen benennen in ihrem Buch „Italian Horror Movies“ einen gewissen Ramiro Oliveros als Regisseur, der eigentlich eher als Schauspieler tätig war, z. B. in Flavio Morgherinis „Blutiger Zahltag“ oder Antonio Margheritis „Asphaltkannibalen.“ Handelt es sich also bei William Rose und Ramiro Oliveros um dieselbe Person? Nein, definitiv nicht. Der Eine ist Amerikaner, der Andere Spanier, also falsche Fährte.

     

    Eine andere Fährte interessiert mich mehr. Sowohl bei „Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein“ als auch bei „La Casa della Paura“ wird Mario Mancini als Kameramann genannt. Bei Letzterem ist dies seltsam, denn „La Casa della Paura“ hatte bereits in Giorgio Montagnani einen Director of Photography. Und vergleicht man Mancinis „Frankenstein 80“ (1972) stilistisch und in Sachen Sleaze und Gewaltdarstellung mit „La Casa della Paura“ würde schon ein Schuh draus. Ist aber alles nur Spekulation. Zum Drehbuch bekannte sich Gianfranco Baldanello (nach einer Idee von William Rose, umph), und irgendwie will diese Geschichte inhaltlich nicht so recht zu Baldanello passen. Und damit hören die Widersprüche nicht auf, denn bei der Musik gehen diese weiter. Als Komponist ist Berto Pisano genannt, und das Meiste klingt auch nach ihm. Allerdings wurde das Ganze mit Fremdmaterial angereichert, am Offensichtlichsten ist hier ein Track von Luis Bacalov.

     

    Nun zum Film selbst. Tantori bezeichnet ihn als Giallo mit Gothic-Elementen. Spannend umgesetzt ist er allemal, mit ein paar netten Gewaltspitzen. Wem die Story aus etwas neuerer Zeit bekannt vorkommt – von einem Hotel aus werden junge Opfer zur Folterung vermittelt – nun, Eli Roth hat sich bereits als Fan von „The Girl from Room 2A“ bekannt. Daniela Giordano hat hier eine sehr schöne Hauptrolle und leistet weit mehr als nur gut auszusehen. Die Rolle der Hausbesitzerin Mrs Grant wurde mit Giovanna Galletti besetzt, die Horror-Fans aus Mario Bavas „Die toten Augen des Dr. Dracula“ bekannt ist, wo sie die Baroness Graps verkörperte. Und Gott weiß, wie man an einen hochkarätigen Darsteller wie Raf Vallone gekommen, ist der hier eine sehr bedrohliche Performance als Mr. Dreese abgeben darf. Für eine der Gewaltspitzen (am Ende des Films) muss Karin Schubert herhalten, der Auftritt von Brad Harris wirkt dagegen eher kurios und fehl am Platz.

     

    Eine Überraschung ist die Demaskierung des rotgekleideten Folterers, der zunächst ein wenig an Mexploitation erinnert, nicht mehr jedoch, wenn wir sein Gesicht sehen. „La Casa della Paura“ ist ein sehr sehenswerter italienischer Schocker, nicht zuletzt, weil er eben doch etwas anders ist. Leider wurde er nie in Deutschland veröffentlicht. Am Ende sei noch – im Sinne weiterer Spekulation – ausnahmsweise ein Production Manager genannt: Xiro Papas – der außerdem Darsteller in „Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein“ und als Monster in Mario Mancinis „Frankenstein 80“ zu sehen war. Zufall?

  • Autor: Gerald Kuklinski
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