The Girl from Cortina

Italien, 1994

  • Originaltitel: La Ragazza di Cortina
  • Regisseur: Giancarlo Ferrando
  • Kamera: Giancarlo Ferrando
  • Musik: Luciano Michelini
  • Drehbuch: Luciano Martino, Maurizio Rasio, Piero Regnoli
  • Inhalt:

    Als Kind verbrachte Mara (Vanessa Gravina) einen schönen Urlaub in einem Haus in Cortina. Doch auf der Rückkehr in die Stadt sterben ihre Eltern bei einem Autounfall. Heute, in der Gegenwart, ist Mara Muse und Ehefrau des Malers Carlo (Stefano Abbati). Der ist brutal, und wenn Mara keine Lust auf Sex hat, was nie der Fall zu sein scheint, betäubt er sie kurzerhand. Mara inszeniert ihren Tod per Autoabsturz von einer Klippe und mietet sich für ein Jahr in das Haus in Cortina ein. Dort trifft sie in einer Sauna das Pärchen Sergio und Uba (oder Ljuba), die Mara schließlich bei sich wohnen lässt. Doch ihr Ex-Mann ist ihr auf der Spur, und nach seinem Eintreffen will Uba sie überreden, ihn zu töten.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Aus reiner Neugier habe ich ohne allzu große Erwartungen in diesen kleinen Thriller reingeschaut, der unter Supervision von Sergio Martino unter der Regie von „Maurizio Vanni“ entstand, ein Pseudonym, dass Kameramann Giancarlo Ferrando zugeschrieben wird. Sicher wäre das auch eine Möglichkeit - oder selbst Sergio Martino hat kalte Füße bekommen. Was soll’s, für eine Datenbank, die irgendwann vollständig werden soll, muss man auch mal tapfer ganz tief bis unten in den Eimer greifen, selbst wenn man nicht weiß, was sich am Boden befindet.

     

    Der Film ist schlecht, richtig schlecht, und ich spoilere hier auch mal ganz dreist alles bis zum Schluss, denn keine der „überraschenden“ Wendungen rettet Film oder Story. Sicher gibt es Schlimmeres, aber mehr als eine preiswerte TV-ähnliche Dramaturgie bekommt man nicht. Dabei hätte man durchaus was daraus machen können, selbst wenn die Story nicht übermäßig originell ist, aber genau wo man hätte ansetzen können, hat man geschludert.

     

    Ein Beispiel: Mara will ihren Tod inszenieren, um ihrem Mann zu entkommen. Aber sie hinterlässt ihm eine verdammte Landkarte, auf der sie im Voraus die Unfallstelle markiert hat? Sie hinterlässt die Papiere, die darauf hinweisen, dass sie eine Erbschaft in Höhe von 900.000 Dollar gemacht hat, mit Hinweisen auf ihre Bank und wohin das Geld ausgezahlt wurde? Super hingekriegt, Mara.

     

    Dann trifft sie das notgeile Paar Sergio und Uba in der Sauna, wo die vor ihren Augen schmusen, und keinen Zweifel daran lassen, dass sie noch etwas mehr Gesellschaft vertragen könnten. Mara lässt sie gar nach dem nächsten Treffen bei sich wohnen. Alles deutet auf einen flotten Dreier hin, aber verdammt noch mal, Mara mag keinen Sex.

     

    Zwischendurch gibt es noch eine Nebenhandlung mit einem Techtelmechtel zwischen Mara und einem vollbärtigen Waldburschen um die 90 Minuten vollzukriegen. Hier macht Mara schließlich eine Ausnahme, lässt ihn schließlich nach etlichem hin und her ran, was sich als gute Idee erweist, da es ihr später das Leben rettet.

     

    Etwas weiter erfährt man von Maras Herzfehler und die Versuche, sie umzubringen, indem ihr Ehemann wieder aus dem Grab „aufersteht“, gähn, nicht schon wieder. Wie oft will man das noch verwursten? Aber am Schluss gibt es ein großes Finale, die Carabiniere mit Tatütata hinter den Bösen her, für einen weiteren Autounfall war wohl leider kein Geld mehr da, also viel Rauch um Nichts.

     

    Das verschenkte Potenzial sieht wie folgt aus: ein Ehemann, der seine Frau mit Drogen zu sexuellen Gefälligkeiten nötigt, ein Kindheitstrauma, ein flotter Dreier, ein Rachemotiv, eine Frau, die in den Wahnsinn getrieben werden soll, alles angedeutet, aber alles völlig wirkungslos inszeniert bis verschenkt. Die Hersteller der US-DVD wollen uns den Film tatsächlich als Giallo verkaufen, aber da mache ich diesmal nicht mit. Nee, dann doch lieber Martinos „Mozart is a Murderer“, notfalls auch „Spiando Marina“, aber „The Girl from Cortina“ ist mehr ein Thriller mit “Die Geliebte und der Priester”-Spannung.

     

    Aber eines ist sehenswert – Vanessa Gravina hat richtig schöne Haare...nach ihrer Eheflucht zumindest.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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