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Ghosthouse

Italien, 1988

  • Originaltitel: La casa 3
  • Alternativtitel:

    Ghost House - La casa fantasma (ESP)

    La casa encantada (ESP)

    Ghost House: el poder del mal (PER)

    Evil Dead 3 (Inoffiziell)

  • Regisseur: Umberto Lenzi
  • Kamera: Franco Delli Colli
  • Musik: Piero Montanari
  • Drehbuch: Umberto Lenzi, Sheila Goldberg, Olga Pehar
  • Inhalt:

    Ein Leichenbestatter hat eine seltsame Harlekin-Puppe von einem Toten gestohlen und seiner 11-jährigen Tochter zum Geburtstag geschenkt. Die Puppe hat einen negativen Einfluss auf seine Tochter, was zu einer blutigen Familientragödie führt.

     

    Jahrzehnte später empfängt Hobbyfunker Paul Todesschreie über sein Funkgerät. Zusammen mit seiner Freundin Martha (Lara Wendel) folgt er dem Signal zu seiner Quelle, einem unheimlichen Haus, wo er auf drei weitere junge Leute trifft, damit das fröhliche Sterben losgehen kann.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Ghosthouse“ ist wieder so eine Joe D’Amato Filmirage Produktion, Regie führte Umberto Lenzi unter seinem Ich-war‘s-nicht-Pseudonym Humphrey Humbert.

     

    Dieses Italo-Follow-Up zu „The Evil Dead“ (La Casa III, keine Angst, ich erklär‘s nicht schon wieder) ist auf seltsame Art unterhaltsam, ist schön fotografiert von Franco Delli Colli, Hauptlocation ist das Haus, dass wir schon aus Lucio Fulcis „Das Haus an der Friedhofsmauer“ kennen, zumindest von außen.

     

    Warum das Ganze so unterhaltsam ist, versuch ich gar nicht erst zu erklären, denn ich kann es nicht. Das Tempo ist eher langsam, und abgesehen von Lara Wendel und der nicht völlig untalentierten Mary Sellers, fallen besonders die männlichen Darsteller sehr unangenehm auf. Und man glaubt es kaum, aber die Synchro der deutschen Fassung hat gegenüber der Englischen sogar ein paar der Schnarchsätze der Herren verbessert. Donald O’Brien als religiös-durchgeknallter Dorftrottel macht auch nicht die Figur, zu der er fähig gewesen wäre.

     

    Hat man den Film mehrmals gesehen oder ein besonders aufmerksames Auge, fällt noch etwas auf: es verschwinden und erscheinen in Szenenwechseln ständig kleinere Requisiten, so als wäre der Gerichtsvollzieher ein- und ausgegangen. Mal sind sie da, dann wieder nicht, erst ist der Tisch leer, dann steht eine Lampe drauf, Tür auf, Tür zu, etc.

     

    Umberto Lenzi hat in einem Interview zu „Ghosthouse“ mal bemerkt, dass er sehr unter Zeitdruck stand und er das Ende komplett improvisieren musste, weil kein Geld mehr da war.

     

    Was den Film wohl rettet, ist, dass die unheimlichen Momente wirklich funktionieren. Da ist diese bizarre Harlekin-Puppe, begleitet von diesem niedlich-braven Satansbraten und einem durch den Fleischwolf gedrehten Nursery Rhyme. Lara Wendel, die in einer an „Poltergeist“ erinnernden Szene inmitten von herumfliegenden Federn und Spielzeugen kreischt, ist dank der Kameraführung ebenfalls gelungen. Die Goreeffekte sind ansehbar, lediglich bei der in zwei Hälften zerteilten Tina (Kate Silva), hat Produzent D’Amato wohl den finanziellen Rotstift angesetzt, siehe Screenshot. Das ist der alte Zaubertrick mit der zerteilten Jungfrau, diesmal mit einem Schaukelpferd dazwischen.

     

    Die Musik von Piero Montanari wird an zwei, drei Stellen durch Archivtracks von Simon Boswell aus „Stagefright“ ergänzt, einmal hören wir sogar was aus Bavas „Demoni.“

     

    Und trotz alledem – für Italo-Horrorfans sehenswert.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    Mir lag die Ghosthouse/Witchery Doppel Blu Ray von Shout! Factory vor. Beide Filme, auch Ghosthouse, sind ungekürzt, gutes Qualität, keine Extras außer den Filmtrailern. Zu „Witchery“ (Witchcraft – Das Böse lebt) sei nochmal gesagt, dass der Film selbst den HD-Transfer gut überstanden hat. Zu „Ghosthouse“ dagegen, genauso tolles Bild, schadet aber ein wenig der unheimlichen Stimmung.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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