Geständnis einer Nonne

Italien, 1978

  • Originaltitel: Suor Omicidi
  • Alternativtitel:

    Bestie im Nonnenkleid (D – VHS)

    Die Nonne (D – VHS)

    La monja homicida (ES)

    La petite soeur du diable (F)

    The Killer Nun (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: 18.04.1980
  • Regisseur: Giulio Berruti
  • Kamera: Antonio Maccoppi
  • Musik: Alessandro Alesssandroni
  • Drehbuch: Giulio Berruti, Enzo Gallo, Alberto Tarallo
  • Inhalt:

    "Ich leide unter schrecklichen Kopfschmerzen, Doktor. Eine Art Bewusstseinsstörung... ich habe keine Kontrolle, was ich manchmal tue. Ich kann mich nicht mehr richtig konzentrieren. Ich brauche mehr Morphium!"

     

    Seit sich Schwester Gertrude (Anita Ekberg) einer schweren Hirnoperation unterziehen musste, wirkt die Klosterfrau in ihrer Persönlichkeit merklich verändert, da die (sowieso schon mental angeknacksten) Patienten unter den Auswirkungen der ständigen Persönlichkeitsspaltungen leiden und wird dadurch von ihrem Arbeitgeber, einer Brüsseler Nervenheilanstalt, als nicht mehr tragfähig angesehen.

     

    Trotz der positiven Befunde durch die behandelten Ärzte möchte Getrude ihre nachgewiesene Heilung nicht wahr haben und ist zudem seit ihrer OP hochgradig morphiumsüchtig.

     

    Als aber eines Tages eine der schrägen Insassinnen im Seniorenalter infolge einer Überreaktion der verwirrten Gertrude einen Herzanfall erleidet, zieht der zuständige Arzt und bisherige Morphiumlieferant Dr. Poirret (Massimo Serato) die Notbremse und untersagt der süchtigen Ordensfrau die weitere Versorgung mit dem lebensnotwendigen Stoff.

     

    Doch die Rache der irrsinnigen Nonne lässt nicht lange auf sich warten, denn nachdem sie unter Mithilfe ihrer Mitbewohnerin, Schwester Mathieu (Paola Morra), außerhalb der Anstaltsmauern eine neue Bezugsquelle für ihr benötigtes Opiat auftun konnte, lässt sie den unschuldigen Mediziner aufgrund Vorspiegelung falscher Tatsachen durch den Anstaltsdirektor (Daniele Dublino) seines Amtes entheben.

     

    Doch schon kurz nach Eintreffen seines Nachfolgers, dem jungen und attraktiven Dr. Patrick Roland (Joe Dallesandro), ereignen sich plötzlich mehrere grausame Morde an hilflosen Insassen der neurologischen Ballerburg und die immer wahnsinniger werdende Nonne rückt nach und nach ins Visier der Tatverdächtigen. Zudem rückt er ihre Mitbewohnerin Schwester Mathieu immer näher auf die Pelle, da diese ihr gegenüber schon seit längerer Zeit amouröse Gefühle zu hegen scheint.

     

    Im Kopf der wahnhaften Nonne breitet sich weiterhin die totale Verwirrung aus, so dass sie sich selbst nicht mehr über den Weg trauen kann und zwanghaft versucht, die verfahrene Lage durch eine Höherdosierung ihres Moprhiumkonsums wieder in den Griff zu bekommen. Doch die suchtgeplagte Ordensfrau scheint schon längst dem Wahnsinn verfallen und augenscheinlich auch für die grausamen Taten verantwortlich zu sein....

     

    "Es ist die Berufung einer Nonne, zu leiden."

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Der 1937 in Turin geborene Regisseur, Drehbuchautor und Cutter Giulio Berruti hat es bis zum heutigen Tag lediglich auf 2 Regiearbeiten gebracht, von denen das Schmierenstück "Killer Nun" das Letztere darstellt.

     

    Aufgrund einer soliden Inszenierung und der hochkarätigen Besetzung kann dieses Glanzstück des it. Exploitationfilms bestens unterhalten und einen an der ein oder anderen Stelle schon etwas zum Staunen bringen.

     

    Anita Ekberg ist in diesem Schmierentheater als eine morphiumsüchtige Bestie im Nonnengewand zu bestaunen und legt dabei eine recht solide Leistung an den Tag.

     

    Joe Dallesandro kann dann aber in seiner Rolle des etwas selbstgerechten Mediziner zur vollsten Zufriedenheit überzeugen, da er schon nach sehr kurzer Zeit den Avancen einer verführerischen Nonne verfällt und somit für den skandalträchtigsten Teil des Films sorgt. Schade aber, dass seine Auftrittszeit im Gesamten recht kurz ausgefallen ist...

     

    In weiteren Rollen sind zudem Massimo Serato, Lou Castel oder Alida Valli zu bewundern, die allesamt eine überdurchschnittliche Leistung ihrer Schauspielkunst demonstrieren.

     

    Leider wurde gerade die herausragendste (und giallloeskeste) Mordszene des Films bereits bei der dt. KF gekürzt und somit in ihrer (eigentlich) außerordentlichen Inszenierung völlig verschandelt und ihrer Dramaturgie beraubt.

     

    Die weiteren Meuchelmorde sind aber auch nicht zu verachten, da dem Zuschauer diesbezüglich ein tödlicher Ritt der Lust auf einem Rollstuhl oder eine heftige Totschlagszene mit anschließendem Fenstersturz vorgesetzt wird.

     

    Die Musik von Alessandro Alessandroni ist dem Film würdig und trumpft gleich zu Beginn mit dem unverwüstlichen "Dies Irae" auf.

     

    Fazit: Ein verdorbenes und reißerisches Glanzstück italienischer Filmkunst mit skandalträchtigen Klosterfrauen oder kurzum: Ein nonnenhafter Irrsinn!

  • Autor: Richie Pistilli
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