Suchen

Gern hab ich die Frau'n gekillt

Österreich | Frankreich | Italien, 1966

  • Alternativtitel:

    Carnaval de asesinos (ESP)

    Le carnaval de barbouzes (FRA)

    Spie control el mondo (ITA)

    Killer’s carnival (USA)

    Karneval der Killer (Alt.)

    Spy against the world (Int.)

    Where are you taking that woman (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: 29. Juli 1966
  • Regisseur: Alberto Cardone, Robert Lynn, Sheldon Reynolds, Louis Soulanes
  • Kamera: Siegfried Hold
  • Musik: Claudius Alzner
  • Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Rolf Olsen, Sheldon Reynolds, Vittorio Salerno, Mario Siciliano
  • Inhalt:

    Ein von der Polizei verfolgter Mörder dringt in das Haus eines Professors ein. Um die Zeit bis zur gemeinsamen Flucht am nächsten Morgen herumzubringen erzählt der Professor drei Geschichten.

     

    Episode 1: In Wien bittet eine Frau den berüchtigten Privatier David Porter um Hilfe, da ihr Bruder ermordet wurde. Er war Journalist und auf der Spur einer international operierenden Rauschgiftbande, deren Zentrale wohl offensichtlich vor Ort in Wien ist. Also stellen Mr. Porter und sein Diener Karl mal eben die Wiener Unterwelt auf den Kopf …

     

    Episode 2: Der Geheimagent Mr. Brice muss in Rom geheime Papiere in die Zentrale bringen (oder so ähnlich). Die Gegenseite weiß dies aber bereits und versucht ihm dabei allerlei handfeste und erotische Hindernisse in den Weg zu legen.

     

    Episode 3: Der Detektiv Glenn Cassidy kommt auf die Spur einer Verschwörung, deren Ziel es ist, während des Karnevals in Rio den brasilianischen Präsidenten zu ermorden. Kurzerhand reist Cassidy selber nach Rio und gibt sich als Auftragsmörder aus, um an die Hintermänner des Komplotts zu gelangen.

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Zum ersten Mal gemeinsam in einem Film: Stewart Granger, Pierre Brice und Lex Barker. So hieß damals die Werbung für den Film. Na ja, ganz so aufregend ist es dann doch nicht, schließlich hat jeder der drei eine eigene Episode ohne Überschneidungen zu den anderen.

     

    Stewart Granger kommt dabei noch am Besten weg. Seine Episode in Wien ist zwar von grundlegend ernsthafterer Natur, aber dabei von einer Leichtigkeit und genau dem richtigen Schuss Humor durchzogen um die Handlung aus der Lächerlichkeit herauszuheben. Lässig erzählt, lässig gespielt, und immer mit einem gewissen Augenzwinkern (wie zum Beispiel, dass die musikalische Untermalung aus Zithermusik besteht). Köstlich auch die Szene, in der Porter telefonieren muss, aber kein Kleingeld dabei hat. Also schaut er in seinem Notizbuch nach, welcher seiner unzähligen Geliebten in der Nähe wohnt um sie zu besuchen … und zu telefonieren. Stewart Granger hat genau die richtige Grandezza für diese spezielle Stimmung, und somit ist diese die beste weil leichteste und eleganteste Episode. So hätte ich auch einen ganzen Film ansehen mögen …

     

    Pierre Brice hat es da schon schwerer, muss er doch in einer eher klamaukigen Agentenparodie seinen Mann stehen. Eine Überstimme klärt uns dabei über das harte Leben eines Geheimagenten auf. Einige Gags sind arg flach, andere zünden noch heute, und Margaret Lee ist dabei das schön anzuschauende Eye-Candy. Wirklich verausgabt hat sich hier wohl niemand, schon gar nicht der Drehbuchautor, und es wird auch klar, warum Pierre Brice neben den Winnetou-Rollen nie der ganz große Star wurde. Sein Schauspiel ist doch ein klein wenig beschränkt, und es fehlt ihm einfach diese gewisse Selbstironie welche die erste Episode ausgezeichnet hat. Trotz der illustren Besetzung (u.a. mit Luciano Pigozzi und Pascale Petit) bleibt die Folge einfach leicht unterdurchschnittlich.

     

    Lex Barker darf dann zu guter Letzt den harten Privatdetektiven mit Hang zu Wein, Weib und Gesang spielen. OK, kein Gesang, aber dafür Whisky. Das war damals die Zeit, in der Filme während des Karnevals in Rio gedreht wurden und mit entsprechendem Footage-Material aufwarteten, um den damals noch nicht globetrottenden Europäern mal zu zeigen wie es anderswo so aussah. TOP JOB von Giuliano Montaldo hat das besser und ausgiebiger gemacht, aber aus heutiger Sicht macht das auch hier allemal Spaß zuzuschauen, wie sich Lex Barker durch den Karneval prügelt und schießt, und dabei nicht einmal die Tolle aus der Façon gerät. Allerdings hätte auch diesmal ein wenig Selbstironie gut getan, die Episode wirkt insgesamt fast ein wenig wie eine Folge einer US-amerikanischen Fernsehserie aus den 60-ern, nur mit schöneren Kulissen. Auf der anderen Seite ziehen alle Beteiligten die Sache gut und flott durch, und es wird nicht eine Sekunde langweilig. Nur Höhepunkte darf man eher keine erwarten, dann sollte man doch lieber auf Filme wie den bereits erwähnten TOP JOB oder UNSER MANN IN RIO ausweichen.

     

    Insgesamt ist GERN HAB ICH DIE FRAU’N GEKILLT sicher nicht der Überflieger den man bei der Besetzung erwarten könnte, aber nette Unterhaltung für anspruchslose Abende ist er allemal. Leider sind die Nebenrollen teilweise arg verschenkt: Karin Dor hat nicht einmal 2 Minuten bekommen, Klaus Kinski dürfte etwa die gleiche Länge zu sehen sein, und Herbert Fux und Agnes Spaak scheinen diese Zeit gefühlt sogar noch zu unterbieten. Eingebettet ist das ganze in eine Rahmenhandlung mit Richard Münch und Peter Vogel, die zumindest das Attribut putzig wenngleich auch etwas bieder bekommt. Was irgendwie zu dem gesamten Film passt. Wie gesagt, kein Überflieger aber nette Unterhaltung, wenn man nicht zu viel erwartet.

  • Autor: Maulwurf
  • Veröffentlichungen:

    Es gibt in Deutschland mehrere Veröffentlichungen von Billig-Labels, die sich in Punkto Qualität und Ausstattung wahrscheinlich alle nicht viel schenken. Gesehen wurde die DVD von MCP, deren Bild immer wirkt als ob man ohne Brille schaut (oder mit, je nach dem), und die immerhin neben deutschem Ton auch eine Bildergalerie bietet …

  • Autor: Maulwurf
  • Filmplakate

    OFDb

    IMDb

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.