Fünf blutige Stricke

Deutschland | Italien, 1968

  • Originaltitel: Joko invoca Dio... e muori
  • Alternativtitel:

    Joko Invoca Deus... e Mata (BRA)

    Roko's Revenge (CAN)

    Joko invoca a Dios y muere (ESP)

    Avec Django, la mort est là (FRA)

    Duelo Entre Gigantes (POR)

    Vengeance (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 30. Oktober 1970
  • Regisseur: Antonio Margheriti
  • Kamera: Riccardo Pallottini
  • Musik: Carlo Savina
  • Drehbuch: Antonio Margheriti, Renato Savino
  • Inhalt:

    Rocco bzw. Joko (Richard Harrison) beteiligt sich an einem Goldraub, der von seinem Komplizen Mendoza – auch „Professor“ genannt, geplant wurde. Man holt weitere Männer ins Boot und das scheint sich als Fehler zu erweisen. Fünf von ihnen betrügen Rocco und den jungen Richie (Alberto dell’Acqua) und fünfteilen ihn, weil er Roccos Aufenthaltsort nicht preisgeben will, dem nach dem Raub die Flucht gelang.

     

    Mit fünf blutigen Stricken aus dieser Schandtat macht sich Rocco auf die Suche nach den Mördern, um blutige Rache für den Tod von Richie und Mendoza (Claudio Camaso) zu nehmen. Als Ersten knöpft er sich Domingo (Luciano Pigozzi) vor, von dem er zwei weitere Namen erfährt. So knöpft er sich als Nächsten Yuma (Goffredo Unger) vor. Dort trifft er auch auf die Saloonsängerin Jane (Spela Rozin), die ihm Begriff ist, die Stadt zu verlassen, um den Mexikaner Laredo (?) zu heiraten.

     

    Nachdem er mit Yuma fertig ist, folgt Rocco ihr, denn ebendieser Laredo steht als Nächstes auf seiner Abschussliste. Auf dem Weg dorthin merkt er, dass er verfolgt wird und findet heraus, dass es sich um einen Pinkerton-Detektiv handelt, der das erbeutete Gold wiederbeschaffen möchte. Kein Problem, denn das Gold interessiert Rocco längst nicht mehr.

     

    In der Stadt angekommen erklärt sich Rocco selbst zum Sheriff und wirft Jane gleich nach ihrer Ankunft mit der Postkutsche in den Knast, um Laredo anzulocken. Die Rechnung geht auf und während eines nächtlichen Shootouts und ein paar politisch inkorrekten Dialogen über Roccos Halbblut-Herkunft verliebt sich Jane in ihn. Außerdem hat sie ohnehin keinen Bräutigam mehr.

     

    Doch Rocco will erst noch seine Jagd nach den Schurken fortsetzen, stößt bei Kid (Werner Pochath) aber an seine Grenzen. Er wird gefangengenommen und halb geblendet. Auf diese Weise derangiert, fordert Kid ihn zu einem „fairen“ Duell auf. In den Taschen des sterbenden Kid findet er schließlich den entscheidenden Hinweis auf den Drahtzieher des ganzen Betrugs und des grausamen Mordes an Richie. In einer Schwefelmine kommt es zum entscheidenden Showdown.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Fünf blutige Stricke“ ist einer der härtesten und kompromisslosesten Italo-Western, was natürlich nicht nur Regisseur Antonio Margheriti sondern auch der Ausstrahlung seines Helden Richard Harrison geschuldet ist. Ein wenig schmunzeln musste ich allerdings beim Auftritt des Pinkerton-Detektivs, denn wenn man spätere Filme Harrisons kennt, kommt einem der Gedanke, dass offenbar dieser Pinkerton-Detektiv zu Harrisons Styling-Vorbild wurde, insbesondere in Sachen Schnurrbart.

     

    Zu Anfang hat mich die deutsche Synchro etwas genervt, aber nach dem Dahinscheiden von Luciano Pigozzi – dem man die Stimme von Wickies Vater Halvar verpasst hat, bessert sich das. Rätsel gibt – wie an dem Fragezeichen in der Inhaltsangabe oben zu erkennen – eine der der Stabangaben auf. Die Figur des Schurken Laredo ist in Datenbanken zwei Mal besetzt, mit Ignazio Spalla und mit Lucio de Santis. Ich bin mir ziemlich sicher, Ignazio Spalla nicht im Film gesehen zu haben. Vergleicht man Fotos im Internet, scheint das wirklich eher Lucio de Santis zu sein.

     

    Die Jugoslawin Stela Rozin hat eine Handvoll Filme für eine Handvoll Lire in Italien gedreht, so kann man sie auch in Piero Pierottis Western „Blutrache einer Geschändeten“ (Testa o croce, 1969) finden, in dem auch Edwige Fenech zu sehen ist. In einer Nebenrolle findet man Mariangela Giordano (die ist ja so scharf) als Mendozas „Sklavin“ Rosita, die er gerne an seine Männer verleiht. Wer ist eigentlich der Kerl, der sich so über Rositas Vergewaltigung in der Schwefelmine aufregt, und in welchem Verhältnis steht er zu ihr? Habe ich nicht verstanden, war aber auch gerade von der zentralen Haupthandlung auf dem Bildschirm abgelenkt...

     

    Es gibt zwei ziemlich genial-verrückte Bösewichter im Film, beide gekonnt umgesetzt. Werner Pochath als sadistischer Schurke und natürlich Ausnahmedarsteller Claudio Camaso, gewohnt exzentrisch. Etwas sinnlos dagegen das Duell zwischen Rocco und Kid, das hat man wohl nicht so richtig zu Ende gedacht. Da wird Rocco halb geblendet, damit er seinen Gegner nicht genau sehen kann, aber dann wählt Kid als Austragungsort einen schnurgraden Saloontresen, an dem sich die Beiden genau gegenüberstehen – Rocco musste nicht viel sehen, sein Gegner steht ihm genau gegenüber.

     

    Am Ende kann „Fünf blutige Stricke“ noch einmal darstellerisch und optisch mit dem Showdown in der Schwefelmine richtig punkten. Produziert wurde Jokos blutiger Rachefeldzug vom späteren Mario Bava-Produzenten Alfredo Leone, die Musik stammt von Carlo Savina und an der Kamera war Riccardo Pallottini, der für Antonio Margheriti später auch die Bilder für „Schreie in der Nacht“ (1969) und „Satan der Rache“ (1970) einfing.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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