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Freibeuter der Meere

Italien | Spanien, 1971

  • Originaltitel: Il corsaro nero
  • Alternativtitel:

    El corsario Negro (ESP)

    Le corsaire noir (FRA)

    The Black Pirate (GBR)

    O Pirata Negro (POR)

    Blackie the Pirate (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 28. Januar 1972
  • Regisseur: Lorenzo Gicca Palli
  • Kamera: Jaime Deu Casas
  • Musik: Gino Peguri
  • Drehbuch: Lorenzo Gicca Palli, George Martin
  • Inhalt:

    Piratenkapitän „Blackie“ (Terence Hill) will einen großen Goldtransport aus der Karibik nach Spanien an sich bringen, um zu verhindern, dass der Vizekönig Waffen für den Kampf gegen die Piraten als Gegenleistung erhält. Ein schwieriges Unterfangen, und so verbündet sich Blackie mit Skull (Bud Spencer) und notgedrungen auch mit anderen Piratenkapitänen. Als Blackie auf dem Schwarzmarkt in Tortuga zwei Frauen ersteigert, kommt es zum Bruch mit Skull, der ebenso wie Blackie weiß, um wen es sich bei den beiden Gefangenen handelt: um Isabel (Silvia Monti), der Ehefrau des Vizekönigs und deren Dienerin Manuela (Diana Lorys). Obwohl Blackie eine kurze Affäre mit Isabel hat, lässt er sie dann aber gegen Lösegeld frei, und die so geschmähte Isabel will Rache. Hierzu scheut sie auch nicht davor, ihren gehörnten Ehemann (Edmund Purdom) zu instrumentalisieren. Doch der vermeintliche Goldtransport entpuppt sich ohnehin als Falle, um die Piraten von Tortuga zu fall zu bringen.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Freibeuter der Meere“ hatte ich zuletzt in meiner Kindheit im TV gesehen – ich glaube, sogar mit einer DDR-Synchro – hatte aber zumindest Bud Spencers Part noch in positiver Erinnerung, also dachte ich, versuche ich es einfach noch mal. Ich hätte auf meine innere Stimme hören sollen, die mir zuflüsterte, dass das Ding schlecht ist.

     

    Kein typisches Spencer/Hill Team-up, aber das wäre ja gar nicht mal so schlimm, wenn der Film gut wäre. Noch kurz zum Team-up, Terence Hill bekam hier anstelle von Bud Spencer als schlagkräftigen, vollbärtigen Hünen Fernando Bilbao an die Seite, der allerdings nicht sehr textfest ist. Vielleicht hat man deshalb keinen Rollentausch vorgenommen, und Bud Spencer an „Blackies“ Seite gestellt und stattdessen Bilbao den gegnerischen Captain spielen lassen. Egal.

     

    Das Drehbuch zu „Il corsaro nero“ – so der Originaltitel – verfasste Lorenzo Gicca Palli selbst und verzichtete dabei (oder musste verzichten) auf die Nennung des Romanautors Emilio Salgari. Die Story ist allerdings im Großen und Ganzen dieselbe, jedoch wurden gravierende Veränderungen an den Charakteren und deren Namen vorgenommen. Dies zeigt sich deutlich am Verhältnis zwischen Blackie und Isabel, keine große, unsterbliche Liebe mit einem tragischen Tod der Angebeteten, denn diese ist hier eine sehr materialistisch veranlagte Frau, während Blackie eher ein verspielter Kater ist. Ebenso deutlich zeigen sich aber die Gemeinsamkeiten, z. B. bei der Rolle von Sal Borgese. Er hat eine echte Liebesaffäre mit Isabels Dienerin, und er spielt genau dieselbe Rolle 5 Jahre später in Sergio Sollimas „Der Schwarze Korsar,“ der mehr mit Salgaris Romanvorlage gemein hat und der meilenweit bessere Film ist.

     

    Vieles läuft bei „Freibeuter der Meere“ falsch. Szenen, die aussehen als wären sie ernst, sind mit lustiger Musik untermalt. Umgekehrt genauso, eine ziemlich lustig aussehende Schlägerei mit Fechtszene wird mit dramatischer Musik unterlegt. Dann die Kampfszenen zwischen verfeindeten Schiffen – deutlich sichtbar Archivmaterial, also aus alten Piratenfilmen entnommen. Bemerkenswert ist lediglich Bud Spencers Part. Ein – nicht immer ganz vertrauenswürdiger – guter Kumpel, der aber zu gerne Hand an Isabel legen würde. Gib sie mir für eine Nacht, und ich bringe sie zum Sprechen. Später ein paar tragische Momente, die leider für mich das einzig Lohnenswerte an diesem Film ausmachten, trotz einer ziemlich guten Besetzung.

     

    Fazit: Kann man gesehen haben, ist aber irgendwie öde.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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