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Eine Flut von Dollars

Italien, 1966

  • Originaltitel: Un fiume di dollari
  • Alternativtitel:

    Sangue nas Montanhas (BRA)

    Un río de dólares (ESP)

    Du sang dans la montagne (FRA)

    The Hills Run Red (GBR)

    A Vingança de Condenado (POR)

    River of Dollars (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 10. Februar 1967
  • Regisseur: Carlo Lizzani
  • Kamera: Antonio Secchi
  • Musik: Ennio Morricone
  • Drehbuch: Piero Regnoli
  • Inhalt:

    Jerry Brewster und sein Freund Seagull drehen ein Ding. Kurz bevor Seagull mit der Beute flieht und Brewster von Soldaten gestellt wird, nimmt letzterer seinem Komplizen das Versprechen ab, sich um seine Familie zu kümmern.

     

    Als Jerry Brewster nach fünf Jahren Gefängnis nach Hause kommt, muss er feststellen, dass sein alter Komplize nicht Wort gehalten hat. Brewsters Heim ist eine Ruine, seine Frau im Grab und der kleine Sohn fort. Zusammen mit dem alten, undurchsichtigen Revolvermann Getz zieht Brewster los, um Rache zu nehmen an Seagull, der mittlerweile unter falschen Namen eine Stadt beherrscht und ein Heer mexikanischer Schurken befehligt...

  • Autor: Christian Ade
  • Review:

    Auch wenn er im Film dafür sorgt, dass sie sich eine Kugel einfängt: An ihren amerikanischen Kollegen Henry Silva hat Nicoletta Machiavelli nur die allerbesten Erinnerungen. In dem für den Bonusteil der deutschen DVD produzierten Interview schwärmt die italienische Schauspielerin noch Jahrzehnte später davon, was für eine lustige und sympathische Frohnatur Henry Silva doch gewesen ist.

     

    Wir Zuschauer bekommen von Silva in seinem allerersten Italowestern selbstredend nur die psychotische Schokoladenseite zu sehen. Als schwarzgekleideter, sadistischer Oberhenchman von Bösewicht Nando (BLUTGERICHT) Gazzolo bleibt er aufgrund markantem Äußerem und irrem Gelächter noch die memorabelste Figur in EINE FLUT VON DOLLARS; einem doch sehr standardisierten Rache-Western von Carlo Lizzani. Ein herrlich-dramatisches Ohrwurm-Titoli von Morricone (und hier meine ich ausdrücklich nicht das von Gino gesungene Stück „Home to my love“) sowie ein recht packend inszenierter Showdown täuschen jedoch nicht darüber weg, dass sich in Lizzanis erstem Western noch nicht das Meisterstück ankündigt, welches er nur ein Jahr später mit dem formidablen MÖGEN SIE IN FRIEDEN RUHEN folgen ließ.

     

    Aber das auch unter dem Titel REQUIESCANT bekannte (und unlängst in England auf Blaustrahl veröffentlichte) Genre-Juwel hatte auch einen Lou Castel in Hochform in der Hauptrolle - und nicht nur Thomas Hunter. Der gebürtige Amerikaner gibt in EINE FLUT VON DOLLARS einen eher traurigen Rächer, der mit wenig Charisma für hohen Blutzoll sorgt. In Erinnerung bleiben hauptsächlich die cholerischen Anfälle, die er alle zwanzig Minuten mal zu haben pflegt, indem er unvermittelt in die Kamera brüllt. Die bleiben allerdings auch nur deswegen so nachhaltig im Gedächtnis, weil dies nicht nur die Momente sind, die dem von uns geschätzten Habitus des eiskalten Gunman völlig konträr entgegenlaufen, sondern auch weil EINE FLUT VON DOLLARS dann mit Fremdschämpotenzial in Richtung unfreiwillige Komik kippt. Auch wenn die von Silva und Gazzolo gespielten Gegenspieler glücklichere Figuren als der Hauptprotagonist abgeben; der vampiristische Mark Damon aus REQUIESCANT steckt die beiden ähnlich locker in die Tasche wie Castel Hunter. So betrachtet ist EINE FLUT VON DOLLARS im Vergleich zu Lizzanis definitiven Opus Magnum in Sachen Spaghettiwestern eher ein kleines Warmschießen.

     

    Fazit: Ein blasser Rächer in einem durchschnittlichen Western mit ordentlichem Showdown. Was Carlo Lizzani in Sachen Italowestern wirklich drauf hat, bewies er erst ein Jahr später mit dem düsteren MÖGEN SIE IN FRIEDEN RUHEN...

  • Autor: Christian Ade
  • Veröffentlichungen:

    Die 2008 im Rahmen der Regenbogenreihe bei Koch Media erschiene DVD ist wie immer eine runde Sache. Der Film wird in toller Bildqualität und optional in den Tonspuren Deutsch und Englisch präsentiert. Mit einem Text von Wolfgang Luley, zwei längeren Interviews mit den Darstellern Thomas Hunter und Nicoletta Machiavelli sowie einem interessanten Kommentar vom Filmgelehrten Antonio Bruschini gibt es reichlich Bonusmaterial, welches vom US-Trailer sowie einer Bildergalerie komplettiert wird.

  • Autor: Christian Ade
  • Filmplakate

    Links

    OFDb

    IMDb

     

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