Flotte Teens und heiße Jeans

Italien, 1975

  • Originaltitel: La liceale
  • Alternativtitel:

    La colegiala (ESP)

    À nous les lycéennes (FRA)

    Under-graduate Girls (GBR)

    A Liceal (POR)

    Sophomore Swingers (USA)

    The Teasers (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 10. Februar 1978
  • Regisseur: Michele Massimo Tarantini
  • Kamera: Giancarlo Ferrando
  • Musik: Vittorio Pezzolla
  • Drehbuch: Francesco Milizia, Marino Onorati, Michele Massimo Tarantini
  • Inhalt:

    Loredana (Gloria Guida) ist eine 17-jährige Schülerin und nutzt ihre mit Schönheit gepaarte Noch-Unschuld, um allen den Kopf zu verdrehen. Lehrer, Klassenkamerad Petruccio (Alvaro Vitali), der neue Austausch-Schüler aus den USA (Rodolfo Bigotti) oder der Geschäftspartner ihres Vaters Marco Salvi (Giuseppe Pambieri), niemand scheint gegen Loredanas Reize immun.

     

    Selbst ihre Freundin Monica (Ilona Staller) fühlt sich zu ihr hingezogen, offenbar als Ausgleich nach bezahlten Liebesnächten mit ihrem älteren Gönner (Franco Diogene).

     

    Zuhause gibt es Probleme, Loredanas Eltern leben getrennt. Ihr Vater (Mario Carotenuto) stellt jungen Frauen nach, während ihre Mutter erfolglos versucht, ihre Affäre mit dem Nachbarn Osvaldo (Enzo Cannavale) zu verheimlichen.

     

    Doch so groß der Spaß für Loredana auch sein mag, Männern mit ihrer Unschuld den Kopf zu verdrehen, lange mag sie nicht mehr warten. Bewerber für den Guida-Jackpot gibt es genug, doch wer wird ihn wohl diesmal erlangen?

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Mit „La liceale“ ging 1975 das Produkt Gloria Guida endgültig in Serie, obwohl es streng genommen keine Serie gibt, lediglich eine ganze Unzahl recht ähnlich gestrickter Sexy-Comedys, inszeniert von Regisseuren wie Mariano Laurenti oder Michele Massimo Tarantini. Letzter inszenierte auch „La liceale“, der in Deutschland den Beginn einer „Film-Reihe“ von Flotte-Teens-Filmen bildete, mal mit, mal ohne Guida.

     

    Wegen der großen Ähnlichkeiten dieser Art von Filmen ist es eine recht harte Nuss, diese einzeln zu bewerten. Positiv ist hier die Besetzung der Nebenparts mit Darstellern wie Mario Carotenuto und Enzo Cannavale, beide Dauergäste im Bereich der italienischen Komödie, schon Jahrzehnte vor „La liceale“ im Geschäft. Ein weiterer vornehmlich zukünftiger Dauergast in Sexy Comedys ist Alvaro Vitali und nein, ich verstehe es nicht. Der Mann ist schrecklich. In weiteren kleineren Parts Franco Diogene (der Dicke aus Andrea Bianchis „Der geheimnisvolle Killer“) und in einer ihrer rar gesäten frühen Spielfilmauftritte Ilona Staller, bevor sie dann in die Politik ging, mit einem kleinen Zwischenstop in einer anderen Branche.

     

    Der von Luciano Martino produzierte „La liciale“ ist gut fotografiert von Giancarlo Ferrando, und die Musik des relativ unbekannten Vittorio Pezzolla ist eingängig anhörbar und passend. Gloria Guida ist nun in ihrer Rolle als Loredana endlich kein Teenager mehr kurz vor ihrem sechzehnten Geburtstag (wie zuvor in „La Ragazzina“ oder „La Minorenne“) sondern ganze Siebzehn, tatsächlich stand Guida selbst zur italienischen Kinopremiere im Oktober 1975 einen Monat vor ihrem zwanzigsten Geburtstag. Aber noch immer – oder schon wieder – Jungfrau, und man fragt sich, was ist eigentlich der symbolische Gehalt hinter diesen Filmen, dass es immer ein älterer Mann ist, der den Guida-Jackpot knackt? Was war die Zielgruppe? Obwohl – wenn die Alternative Alvaro Vitali heißt, dann immer weiter so.

     

    Die deutsche Kinopremiere unter dem Titel „Flotte Teens und heiße Jeans“ erfolgte erst im Jahre 1978, also drei Jahre nach seiner Entstehung. Sehenswert ist „La liceale“ vor allem immer dann, wenn es Gloria Guida an die Wäsche geht. Weitgehend übel wird es dagegen im komödiantischen Teil, mit wenigen Ausnahmen. Größtenteils ist der Humor allerdings schmerzhaft dämlich, und wenn man bedenkt, wie viele Filme dieser Art noch folgten...aber ich bleibe dran. Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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