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Flotte Teens - Runter mit den Jeans

Italien, 1980

  • Originaltitel: La liceale al mare con l'amica di papà
  • Alternativtitel:

    La nena cañón y Don Máximo el ligón (ESP)

    João Broncas e a Liceal (POR)

    Liebe unter 18

    College Girl on Vacation

  • Deutsche Erstaufführung: 24. September 1982
  • Regisseur: Marino Girolami
  • Kamera: Federico Zanni
  • Musik: Ubaldo Continiello
  • Drehbuch: Gino Capone
  • Inhalt:

    Massimo Castaldi (Renzo Montagnani) ist verzweifelt. Seine reiche Frau Violante (Marisa Mell) ist unersättlich und verlangt seine Liebesdienste immer und überall. Da die Ferien vor der Tür stehen, wollen die Castaldis gemeinsam mit ihrer Tochter Sonia (Sabrina Siani) in Urlaub fahren, doch sie hat ihr Abitur nicht bestanden und soll für eine Nachprüfung lernen. Auch Massimo würde sich lieber mit seiner jungen Geliebten vergnügen. Der Urlaub droht zu platzen, doch man will für Sonia eine Nachhilfelehrerin mitnehmen. Damit sie nicht auf dumme Gedanken kommt und unter strenger Aufsicht steht, soll diese Lehrerin eine Nonne aus dem Kloster sein. Massimo kommt nun auf eine Idee, die das Urlaubsvergnügen garantieren soll, denn seine Freundin Laura (Cinzia de Ponti) soll die Nonne spielen. Zwischenzeitlich kommen Terenzio (Alvaro Vitali) und Fulgenzio (Gianni Ciardo) auf die glorreiche Idee, ihre Urlaubskasse aufzubessern, indem sie Violante entführen wollen. Doch dieser Plan stellt sich als weniger lückenlos heraus...

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Die "Flotte Teens"-Filme genießen in Fankreisen längst einen gewissen Kultstatus, die verschiedenen Teile und die Erfahrung zeigen hierbei allerdings diverse Licht-, und hauptsächlich Schattenseiten. Mit Marino Girolamis spätem Beitrag dieser Reihe bekommt man schlussendlich ein besonders schwerfälliges Exemplar der italienischen Erotik-Komödie geboten, welches das eigene Durchhaltevermögen und den schlechten Geschmack hart auf die Probe zu stellen vermag. Alles in diesem Verlauf wäre sicherlich nur halb so schlimm, wenn nicht permanent die beiden Erz-Trottel Alvaro Vitali und Gianni Ciardo auftauchen würden, die dem Subversiv-Humor in neue Dimensionen verhelfen. Nicht nur flotte Teens, sondern vor allem flotte Sprüche werden charakteristisch für dieses Vehikel sein, und neben allen Albernheiten und Ausrutschern bekommt man mit den Titelmädchen sozusagen wenigstens Balsam fürs Auge angeboten, außerdem geben sich namhafte Interpreten des italienischen Kinos hier die Klinke in die Hand. Üblicherweise wird auf Tempo, Turbulenzen, Verwechslungen und größere bis kleinere Katastrophen sowie Soft-Erotik gesetzt, was dem Film einen gewissen grundeigenen Schwung mitgeben kann. Mehrere einladende Bilder und schöne Schauplätze vertreiben einem die Zeit phasenweise ganz ordentlich, doch leider kommt es im Bereich des Film-Elixiers, nämlich beim Thema Humor von der Stange, hauptsächlich zu unerbittlichen Fehlzündungen, die selbst im Produktionsjahr 1980 keine Offenbarungen mehr gewesen sein dürften. Von Seiten der Regie gibt es innerhalb der laufenden Reihe so gut wie keine neuen Impulse mehr, so dass es bei "Flotte Teens - Runter mit den Jeans" nach fortgeschrittener Zeit zu gebetsmühlenartigen Tendenzen kommt, in denen alles nur noch ideenlos heruntergekurbelt wirkt.

     

    Sehr positiv fällt das vorhandene Zeitkolorit einer neu anbrechenden Dekade auf, in die sich die Darsteller gut einfinden. Hier zu nennen ist Renzo Montagnani, der den permanenten Tiraden seiner reichen Frau ausgesetzt ist, außerdem kann er den Sex-Kapriolen seiner Gattin kaum noch standhalten, die es gerne an ungewöhnlichen Orten treibt, beziehungsweise eigentlich überall. Ob im Erotik-Kino oder im Bus, Zuschauer scheinen die unersättliche Dame erst richtig auf Touren zu bringen. Montagnani findet schließlich einen guten Mittelweg zwischen Anforderung und Dosierung. Für Marisa Mell wurde mit dieser Produktion im Grunde genommen das letzte Drittel ihrer Karriere eingeläutet und steht bezüglich des Rollen-Profils daher charakteristisch für das, was noch kommen sollte. Als Violante gibt sie sich vornehmlich kratzbürstig, ungeduldig und taktlos, aber schließlich besitzt sie das Geld, hat folglich auch das Sagen. Auch wenn es sich letztlich um eine eigentlich belanglose Rolle in einem nicht gerade guten Film handelt, weiß Marisa Mell dennoch zu überzeugen, vor allem das Zusammenspiel mit Partner Renzo Montagnani gestaltet sich als effektiv. Sabrina Siani und Cinzia de Ponti finden ihren präzisen Einsatz als Eye Candy und das Abschreibungs-Duo Vitali und Ciardo lehrt einen aufgrund hysterischer Gebärden und peinlicher Sprüche buchstäblich das Fürchten. Insgesamt lässt sich sagen, dass man derartige Genre-Beiträge wohl grundsätzlich gerne haben muss, um ihnen alle zur Schau gestellten Vergehen zu verzeihen, aber nach persönlichem Ermessen präsentiert sich ein augenscheinlicher Flop aus dem Bilderbuch eben genau in dieser Art und Weise. Unterm Strich treffen also nur zwei alte Thesen aufeinander. Erstens: Ein Marisa-Mell-Film ist immer ein guter Film. Zweitens: Ein Alvaro-Vitali-Film ist immer ein schlechter Film. "Flotte Teens - Runter mit den Jeans" konnte zumindest eine dieser Annahmen als falsch entlarven.

  • Autor: Prisma
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