Suchen

Flash Solo

Italien, 1975

  • Originaltitel: Il giustiziere sfida la città
  • Alternativtitel:

    Der Vernichter (D)

    Desafío a la ciudad (ESP)

    Bracelets de sang (FRA)

    Syndicate Sadists (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 04.05.1984
  • Regisseur: Umberto Lenzi
  • Kamera: Federico Zanni
  • Musik: Franco Micalizzi
  • Drehbuch: Vincenzo Mannino
  • Inhalt:

    Rambo (Tomas Milian) ist zurück in Mailand und stattet seinem alten Kumpel Pino (Mario Piave) einen Besuch ab. Pino selbst, ist Mitglied einer privaten Polizeitruppe, welche sich darauf spezialisiert hat, dem organisierten Verbrechen in Mailand den Kampf anzusagen und natürlich versucht er seinen alten Buddy Rambo mit ins Boot zu holen. Dieser lehnt natürlich dankend ab, denn Rambo ist lieber sein eigener Chef und handelt demzufolge auch nach seinen eigenen Gesetzen. Als Pino jedoch dem Verbrecherring von Syndikatsboss Conti (Luciano Catenacci) auf die Schliche kommt, welche auch eine Kindesentführung zu ihren letzten Schandtaten verbuchen dürfen, wird er von Conti's Handlangern auf brutalste Weise kalt gestellt. Das Rambo den Mord an seinem Freund nicht ungesühnt lässt, dürfte klar sein und so versucht er die 2 rivalisierenden Syndikate von seinem alten Bekannten Paternò (Joseph Cotten) und dem eiskalten Conti gegeneinander auszuspielen, während nebenbei auch noch das junge Entführungsopfer aus den Klauen der Gangster gerissen werden muss.

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Review:

    Mit ''Flash Solo'' stand Regisseur Umberto Lenzi mittendrin in seiner großen Italo-Crime-Schaffensphase, bei welcher so einige Granaten das Licht der Filmwelt erblicken konnten. Dieser hier steht dem Oeuvre in nichts nach und Lenzi langt actionmäßig so richtig zu, während nebenbei auch noch fast die gesamte Riege der fiesen Buben aus dem italienischen Kriminalfilm der 70er Jahre zur Verfügung steht. Es gibt also immer wieder bekannte Gesichter zu sehen, was den Unterhaltungswert neben der gelungenen dt. Kinovertonung, um einiges steigert.

     

    Tomas Milian ist hier die Rolle das Rambo zugeschrieben worden, ein Outlaw wie er im Buche steht, doch sein kumpelhaftes Auftreten versorgt den Zuschauer mit der nötigen Sympathie und so darf er auf seine Art die sittenwidrigen Strolche ohne Kompromiss platt machen. Bei diesem Vorgehen bedient sich Onkel Umberto ein wenig an Klassikern wie ''Yojimbo - Der Leibwächter'' oder ''Für eine Handvoll Dollar'', denn da wurde das gegenseitige Ausspielen der verfeindeten Banden ebenfalls mit Erfolg praktiziert. Dazu kommt noch, das Rambo immer die Zügel in der Hand behält und somit durch eine gewisse Unbesiegbarkeit bestärkt wird, denn egal wie aussichtslos die Lage scheint, Milian's Charakter hat immer die passende Lösung parat und behält stets einen kühlen Kopf, was hier aber meinerseits nicht als Manko ausgelegt werden sollte. Denn mit ''Flash Solo'' haben wir es mit einem Vertreter der Zunft zu tun, wo die Banausen das bekommen was sie verdienen und die Guten, auch wenn sie etwaige Rückschläge in Kauf nehmen müssen, am Ende dennoch triumphieren - also darf man schon von vornherein beruhigt sein, das keine nihilistische Schlusspointe folgen wird.

     

    In weiteren Rollen gibt es Luciano Catenacci als Syndikatsboss Conti zu sehen, welcher gewohnt fies agieren darf und seinem Charakter das nötige Ekelpotential verabreicht, damit man als Zuschauer keine Reue verspührt, wenn Gesindel wie er von Rambo zur Rechenschaft gezogen wird. Und so geht die Riege der Ganoven munter weiter, egal ob Luciano Pigozzi, Antonio Casale oder der wortkarge Mario Novelli. Sie alle tragen einen großen Teil dazu bei, das man als Zuschauer nicht mit der gemeinen Gegenseite sympathisiert, während in den Nebenrollen der Guten noch Evelyn Stewart, Femi Benussi und Guido Alberti für das nötige Wohlempfinden sorgen.

     

    Musikalisch wird wieder eine peitschende Groove-Dosis von Altmeister Franco Micalizzi aufgetischt, welche vielleicht nicht die Prägnanz ähnlicher Werke wie ''Die Viper''; ''Camorra''; ''Die Kröte'' und natürlich ''Cop Hunter'' besitzt, sich aber dennoch gut in den Gehörgang einschmiegt und die actionlastigen Bilder gekonnt voran treibt.

     

    Erwähnenswert ist auch die Tatsache, das gerade Tomas Milian in der Rolle des ermittelnden Einzelgängers schon ein Jahr später in Serie ging, nämlich als Nico Giraldi - der ''Superbulle''. Und auch da macht er eine gute Figur, ebenfalls mit Strickmütze, flotten Sprüchen und auf einem Motorrad unterwegs. Bei ''Flash Solo'' muss er allerdings etwas kaltblütiger agieren, was der ganzen Angelegenheit allerdings nicht weh tut.

     

    Umberto Lenzi konnte also mal wieder ein ordentliches Actiongewitter abfeuern, welches auf Sozialkritik glücklicherweise verzichtet und auch keine unnötige Selbstjustiz bejubelt, denn Rambo's Verhalten wird ja sogar von der Polizei, welche dem verbrecherischen Treiben in Mailand wohl unterlegen ist, in einer gewissen Form geduldet. Jedenfalls ist und bleibt ''Flash Solo'' ein unterhaltsamer Streifen aus Lenzi's Italo-Crime-Abteilung, welcher sich auf keinen Fall hinter den Speerspitzen des Genres verstecken muss!

  • Autor: Tobias Reitmann
  • Filmplakate

    Links

    OFDb

    IMDb

     

    Bitte Kommentar schreiben

    Sie kommentieren als Gast.