Fireflash - Der Tag nach dem Ende

Frankreich | Italien, 1983

  • Originaltitel: 2019 - Dopo la caduta di New York
  • Alternativtitel:

    2019: Después de la caida de Nueva York (COL)

    2019, tras la caída de Nueva York (ESP)

    2019 après la chute de New York (FRA)

    2019 - Depois da Queda de New York (POR)

    2019: After the Fall of New York (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 21. Oktober 1983
  • Regisseur: Sergio Martino
  • Kamera: Giancarlo Ferrando
  • Musik: Guido De Angelis, Maurizio de Angelis
  • Drehbuch: Ernesto Gastaldi, Sergio Martino, Gabriel Rossini
  • Inhalt:

    Nach einem Atomkrieg zwischen Europa und den USA haben sich zwei Gruppen gebildet: die Euraker, die den Krieg „gewonnen“ haben und aus einem Zusammenschluss von Europäern, Arabern und Asien besteht und die Pan-Amerikanische Föderation, deren klägliche Überreste versteckt am Polarkreis leben und deren Präsident einen gewagten Plan verfolgt. Man hat ein Raumschiff gebaut und will auf einem bewohnbaren Planeten bei Alpha Centauri der Menschheit einen Neuanfang verschaffen.

     

    Doch die radioaktive Strahlung hatte Folgen, viele der Überlebenden sind mutiert und seit 18 Jahren wurde kein Kind mehr geboren, da alle Frauen unfruchtbar sind. Während in New York Euraker mithilfe von Söldnern Jagd auf Mutanten machen, die für Fruchtbarkeits-Experimente herhalten sollen, engagiert die Föderation den abtrünnig gewordenen Kämpfer Parsifal (Michael Sopkiw), um die letzte noch fruchtbare Frau auf der Erde zu finden – Melissa, die schon vor dem Atomkrieg von ihrem Vater in Hibernation versetzt wurde.

     

    Sein Weg führt ihn und seine zwei Begleiter Ratchet (Romano Puppo) und Bronx (Paolo Maria Scalondro) nach New York, wo sie mithilfe der Einheimischen Giara (Valentine Monnier), dem Kleinwüchsigen Shorty (Louis Ecclesia) und dem Halbmenschen Ape (George Eastman) die versteckt gehaltene Kühlkammer mit Melissa finden. Doch die Euraker machen in Person der kaltblütig-schönen Offizierin Ania (Anna Kanakis) Jagd auf die Gruppe, und auch der Weg aus New York hinaus ist eine schwere Herausforderung. Schwer bewaffnete Euraker und eine Laserkanone stellen sich ihnen in einem Tunnel in den Weg.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Nach dem durchwachsenen Fulci-Ripoff „Assassinio al cimitero etrusco“ (The scorpion with two tails) und einer Reihe von erfolgreichen Komödien wandte sich Regisseur Sergio Martino (als Martin Dolman) erstmals dem Post-Apocalypse-Film zu. Nach einem ständig von ihm mit Ergänzungen versehenen Drehbuch von Ernesto Gastaldi nahm man sich sowohl Carpenters Die Klapperschlange als auch Blade Runner zum Vorbild und schuf nichtsdestrotz den neben Castellaris „Metropolis 2000“ sehenswertesten Beitrag des Genres.

     

    Da man sich des niedrigen Budgets und daraus resultierenden Defiziten bei den Special Effects (das post-nuclear New York besteht aus angemalten Teilen von Obstkisten) bewusst war, legte man Wert auf eine gute Story. Und das funktioniert offenbar bis heute, diente doch „Fireflash – der Tag nach dem Ende“ doch immerhin für die 2006 entstandene Big Budget-Produktion „Children of Men“ von Alfonso Cuarón als Ideengeber, auch wenn man sich dort auf eine Romanvorlage von P. D. James beruft. Sergio Martino sieht seinen Film heutzutage gar in einem zeitaktuellen politischen Kontext, das allerdings nicht immer ganz schlüssig.

     

    In Co-Produktion mit Papa Lucianio Martino, Dania Film und Les Films du Griffon mit Max Pécas konnte man ein paar interessante Darsteller engagieren. Martinos Entdeckung war das Männermodel Michael Sopkiw, dem eine zweijährige Filmkarriere mit vier Filmen blühte, für die Hauptrolle. Die Franzosen steuerten Valentine Monnier und als Offiziere der Euraker Jacques Stany und Serge Feuillard bei. Edmund Purdom – der Zeit seines Lebens weitgehend in Italien lebte und George Eastman sind natürlich Veteranen des Italienischen Genrefilms, und als echter Hingucker wird dem Zuschauer noch Anna Kanakis mit wundervollem, langem schwarzem Haar, dunklen Augen und schwarzem Outfit geboten. Kanakis – halb Italienerin, halb Griechin – war von 1981 bis 1984 mit Claudio Simonetti verheiratet. Keine allzu gute Figur machen dagegen einige der Komparsen und Kleindarsteller.

     

    Womit wir bei der Musik wären, die Guido und Maurizio de Angelis als Oliver Onions auf dem Heimsynthesizer einspielten und die nicht so der Brüller ist. Nichtsdestotrotz wurden Teile daraus, ebenso wie einige Soundeffekte, in Deodatos „Atlantis Inferno“ wiederverwendet. Massimo Antonello Geleng schuf in einem abgebrannten Teil der De Paolis-Studios ein paar sehenswerte Settings, zusätzlich gab es Außendrehs in Arizona und New York. Ganze Szenen des Films verwendete Martino auch in seinem 1995 entstandenen, nicht völlig uninteressanten Kinderfilm „Insel der neuen Monster 2“ (La regina degli uomini pesce), den er für das italienische Fernsehen inszenierte.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    Der Film erschien kürzlich von 88 Films in Großbritannien als Blu-ray, und die Bildqualität ist weitgehend hervorragend, lediglich die Anfangsszene mit dem Überfall der Euraker und Söldner auf die mutierten Menschen von New York ist viel zu dunkel. Die englischen Dialoge und Stimmen sind leider fürchterlich, und wenn Martino im Interview meint, es handele sich um den Originalton, ist er meiner Ansicht nach im Irrtum. Oder er hat damals einfach Sch... gebaut.

     

    Im Bonusmaterial findet sich ein Interview mit einem ungewohnt politischen Sergio Martino, manchmal nachvollziehbar, manchmal wirrköpfig und in einer weiteren kleinen Featurette zeigt Massimo Antonello Geleng ein paar interessante Fotos von den Dreharbeiten und spricht dabei von seinen Settings.

     

    Obige Screenshots stammen allerdings von der CMV-DVD, da mein PC leider nicht Blu-ray tauglich ist.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Filmplakate

    Links

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