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Feuerstoß

Kanada | Italien | Panama, 1976

  • Originaltitel: Una Magnum Special per Tony Saitta
  • Alternativtitel:

    Escándalo en la residencia (ESP)

    Spécial magnum (FRA)

    Blazing Magnum (GBR)

    Strange Shadows in an Empty Room (USA)

    .44 Special

    Shadows in an Empty Room

    Tough Tony Saitta

    Tod im College

  • Deutsche Erstaufführung: 07. April 1978
  • Regisseur: Alberto De Martino
  • Kamera: Anthony Ford
  • Musik: Armando Trovajoli
  • Drehbuch: Vincenzo Mannino, Gianfranco Clerici
  • Inhalt:

    Capt. Tony Saitta (Stuart Whitman) von der Polizei in Ottawa kann den Anruf seiner Schwester Louise (Carole Laure) aus Montreal nicht entgegen nehmen, da er sich gerade mitten in einem Dirty Harry-Szenario befindet. Carol hatte Streit mit ihrem Lehrer, Arzt und Liebhaber Dr. Tracer (Martin Landau) und als sie es Tracer mit Unterstützung eines Kommilitonen in Form eines harmlosen Scherzes heimzahlen will, wird sie vergiftet. Tony Saitta begibt sich zur Beerdigung seiner Schwester nach Montreal und nimmt zusammen mit seinem dortigen Kollegen Sgt. Matthews (John Saxon) die Ermittlungen auf. Der Verdacht fällt natürlich auf Dr. Tracer, der Louise ein Mittel verabreichte, offenbar die Ursache für ihre Vergiftung. Tracer bestreitet das, und als ein weiterer Kommilitone getötet wird, führt die Spur unter anderem ins Transvestitenmilieu, zu einer wertvollen Perlenkette und einem weiteren ungelösten Mordfall.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    „Feuerstoß“ ist einer dieser seltsamen Genre-Mixturen, und ich liebe diesen Film. Giallo und Dirty Harry in Einem. Das erste Mal sah ich ihn auf einer VHS-Kassette von „Magic Video“, Freigabe ab 16, stark gekürzt. Als Nächstes führte die Spur zu einem weiteren VHS-Tape, weniger, aber noch immer stark geschnitten. Ähnliches bei der Ausstrahlung auf Tele 5, vor Mitternacht die Katastrophen-Fassung, ab Mitternacht die Kinofassung, härter, aber noch immer um gut 10 Minuten erleichtert. Kurzum, bis zum WIRKLICH ungeschnitten kanadischen Tape war es ein weiter Weg, ein noch weiterer bis zur Blu-ray von Kino Lorber, aber – es ist vollbracht, wenn auch noch nicht in Deutschland. Sorge bereitet mir aber noch die Lauflänge der Blu-ray, denn so ganz haut das noch nicht hin. Allerdings wäre mir nicht bewusst aufgefallen, dass etwas fehlen würde, und besser als die deutsche DVD ist es allemal.

     

    Mal sehen, ob ich ähnlich chaotisch weitermachen kann, denn das passt zum Film. Das Liebesleben auf dem Campus: Louise schläft mit dem verheirateten Lehrer/Arzt Dr. Tracer, dessen Sohn Robert (Anthony Forrest) schläft mit seiner Lehrerin Margie (Gayle Hunnicut), deren Sohn wiederum ein heimlicher Transvestit ist. Louises Ex-Freund erfreut sich ebenfalls an Margie, wie auch die übrige halbe Stadt, nach Auskunft von Sgt. Matthews. Nur unser tougher Haudrauf-Cop Tony Saitta und Louises blinde Mitbewohnerin Julie (Tisa Farrow) gehen leer aus.

     

    Thema Haudrauf, die Actionszenen: alle Verfolgungsjagden – abgesehen von der Eröffnungsszene - haben dieselbe Ursache. Saitta will jemanden befragen, der sieht die Polizeimarke, es folgen 5 – 10 minütige Fluchtszenen, dann nachdem alles zu Bruch gegangen ist, ein „Ach, Sie wollten nur eine Auskunft, sagen sie das doch gleich“ und man verträgt sich wieder. Macht aber nichts, ist sehr unterhaltsam. Ob ich allerdings nach einem heißen Lockenstab in meinem A...llerheiligsten so kooperativ wäre, wage ich allerdings zu bezweifeln. Stoff zum Nachdenken kurz drauf: Saitta hängt an der Dachkante eines Hochhauses, ein Transvestit schmeißt einen Blumenkübel nach ihm, der polternd in die Tiefe stürzt. Da laufen Passanten unten entlang, die kann man sehen!

     

    In Sachen Gewalt begegnet man dem typischen „Schnell-runter-mit dem-Pflaster“-Gebaren von Alberto De Martino. Die Gewaltszenen sind heftig, was wohl nicht zuletzt an Martinos Vorliebe für sorgfältige Charakterzeichnung steht. Dieser Gegensatz erzielt den Effekt. Ein interessanter Aspekt von „Feuerstoß“ ist, dass im weiteren Verlauf Tony Saitta erkennen muss, dass nicht zuletzt seine Vorurteile und seine harte Vorgehensweise ihn daran hinderten, der Lösung des Rätsels näher zu kommen.

     

    Die hervorragende Besetzung (über deren schauspielerische Leistungen in „Feuerstoß“ man durchaus streiten kann) und das recht solide Budget sind wohl der Tatsache geschuldet, dass dieser Film von Edmondo Amati und dessen Sohn Maurizio produziert wurde, die bekannt dafür waren, nicht nur Darstellern sondern sogar den Regisseuren angemessene Leistungen und Schätzung zu bieten. Zum weiteren Repertoire des Produzenten-Duos gehören z. B. Fulcis „Nackt über Leichen“ oder Jorge Graus „Das Leichenhaus der lebenden Toten.“ Die Musik für „Feuerstoß“ komponierte Armando Trovajoli und gehört zu seinen besten Arbeiten. Nicht lösen konnte ich das Rätsel um Kameramann „Anthony Ford“ – wer in aller Welt ist das?

     

    Carole Laure hat keine übermäßig große Rolle, verdient sich aber ihre Beachtung redlich. Immerhin habe ich diese Frau und ihre Schokoladen-Szene als einen der wenigen guten Gründe sich Dusan Makajevs „Sweet Movie“ anzutun, im Gedächtnis behalten. Und Tisa Farrow? Man hat sich wirklich Mühe gegeben, sie als „graue Maus“ erscheinen zu lassen, blind, im Halbdunkel und überdies mit grauen Haarsträhnen, aber ich fand sie richtig scharf. Ich weiß, zu viel Information...

  • Autor: Gerald Kuklinski
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