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Fangs of the Living Dead

Italien | Spanien, 1969

  • Originaltitel: Malenka
  • Alternativtitel:

    Malenka, la sobrina del vampiro (ESP)

    Bloody Girl (FRA)

    Malenka la vampire (FRA)

    Malenka, la nipote del vampiro (ITA)

    Malenka - The Niece of the Vampire (USA)

    Malenka, the Vampire (USA)

    The Vampire's Niece (USA)

  • Regisseur: Amando de Ossorio
  • Kamera: Fulvio Testi
  • Musik: Carlo Savina
  • Drehbuch: Amando de Ossorio
  • Inhalt:

    Das in Rom lebende Model Sylvia Morel (Anita Ekberg) ist Vollwaise und steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Dr. Piero Luciani (Gianni Medici), als sie einen Brief erhält, der sie als Erbin des Titels und des Schlosses ihrer Mutter ausweist. Sie reist in den kleinen Ort, um ihr Erbe anzutreten und trifft dort auf ihren Onkel Graf Walbrooke, der ihr eine phantastische Geschichte um ihre Großmutter Malenka auftischt. Diese habe das Geheimnis des ewigen Lebens entdeckt und Sylvias Familie sei seitdem ein Vampirclan. Als Dr. Luciani einen Brief von Sylvia erhält, in dem sie ihre Verlobung auflöst, reist er mit seinem Freund Max (César Benet alias Cesar Burner) zum Schloss, wird dort aber von dem Bediensteten Vladis (Fernando Bilbao) abgewiesen. Die Zwei finden Unterkunft in der örtlichen Taverne der Schwestern Freya und Bertha (Rosanna Yanni und Diana Lorys), doch Bertha verstirbt kurz darauf, scheint das Opfer eines Vampirs geworden zu sein. Mithilfe des Dorfarztes wollen sie nun Sylvia aus den Klauen Graf Walbrookes befreien, bevor sie ebenfalls zu einem Vampir wird.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Insbesondere zwei Schwierigkeiten ergeben sich beim Schreiben über „Malenka“ bzw. „Fangs oft he Living Dead“, die haken wir also besser gleich ab. Der Dreh-, bzw. Handlungsort: das Schloss, in dem gedreht wurde, liegt in Spanien, der Graf hat einen englisch klingenden Namen, seinen Bediensteten osteuropäische Namen, etwaige Schriftzüge im Film sind wiederum in Deutsch. Also lass ich es lieber gleich, über den Handlungsort zu spekulieren. Die Fassungen: die US-Fassung war deutlich kürzer, wie kurz ist schwer zu sagen. Die im Internet oder auf DVD kursierenden Versionen -70 (PAL) bzw. 74 (NTSC) Minuten - von „Fangs of the Living Dead“ beruhen auf einer TV-Ausstrahlung, die noch kürzer ist als die amerikanische Kinoauswertung. Die spanische Originalversion ist ca. 20 Minuten länger, aber – manche sagen, das Ende wäre in den USA verändert worden, die Szene, in der der Graf schließlich sein Ende findet, sei so nicht vorhanden gewesen. Die gibt es aber durchaus auch in Spanisch. Das erweiterte Ende wiederum, eine Art Schlussgag mit Cesar Burner und Rosanna Yanni habe es nur in der spanischen Fassung gegeben. Die Szene gibt es aber auch in Englisch, habe ich schon mal gesehen. Egal. Auf der Blu-ray von Shout Factory ist alles (94 Minuten der Hauptfilm) dabei, letztere Szene allerdings nur im Bonusmaterial.

     

    Zum Film selbst. „Malenka, la sobrina del vampiro“ ist der erste Film mit Horrorthematik von Amando de Ossorio. Viele sagen, er sei darauf ausgelegt, vom Erfolg der Hammer-Produktionen oder Polanskis „Tanz der Vampire“ zu profitieren, aber so ganz kann das nicht stimmen. Denn dann hätte man einen richtigen Vampirfilm gemacht. Stattdessen bekommen wir einen Gothic-Giallo, in dem wir recht erfolgreich aufs Kreuz gelegt werden, ebenso wie die Protagonistin Sylvia. Das Ganze ist wirklich wunderschön gefilmt, gruselig untermalt mit Musik von Carlo Savina und gewürzt mit ein paar Gags, hauptsächlich in Gestalt der irgendwie tuntigen Figur von Max, jedenfalls was den gewollten Humor angeht. Für ungewollten Humor sorgen ein paar grenzwertige Dialoge und eine Anita Ekberg, deren darstellerische Performance weit jenseits von Gut und Böse rangiert. Den Part des sinistren Dr. Walbrooke spielt Julián Ugarte, der nur kurze Zeit zuvor in dem Naschy-Film „Die Vampire des Dr. Dracula“ (La marca del Hombre Lobo, 1968) einen Vampir spielte, dies sollte wohl die Glaubwürdigkeit der Vampirstory in „Malenka“ untermauern. Ansonsten gibt es selbstredend weiter bekannte Genre-Gesichter. Nur ein kurzes Cameo hat zu Anfang Paul Muller, auf längere Parts bringen es dagegen Rosanna Yanni, Diana Lorys und Fernando Bilbao. Nacktszenen gibt es keine, was aber nicht bedeutet, dass es nicht heiß wird. Für besondere Bildschärfe sorgt hier in der Rolle der „Blinka“ Adriana Ambesi („Ein Toter hing am Glockenseil“, Camillo Mastrocinque, 1964), deren Dekolleté sowohl Spitzenhemdchen als auch Bildschirm zu sprengen droht.

     

    Noch ein Wort zum englischsprachigen Ton des Films, in dem Anita Ekberg in Originalstimme zu hören ist. Letzteres ist nicht hilfreich, es unterstreicht nur ihr fürchterliches Schauspiel. Es gelingt ihr aber nicht, einem den Spaß an diesem Film zu verderben, ganz im Gegenteil. Einige ihrer Dialoge sind ebenso (ungewollt) komisch, wie die von Max (gewollt) komisch sind. Trotz einiger für spanische Verhältnisse durchaus gewagter Szenen mit Auspeitschungen und lesbischen Untertönen setzt „Malenka“ eher auf stimmungsvollen Grusel, blutig geht dagegen es nicht zu. Apropos Untertöne, es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich Dr. Lucianos Sidekick Max nicht mehr für homosexuell gehalten habe. Die Art wie er spricht, was er sagt und wie er die ganze Zeit versucht, seinem Freund die Beziehung auszureden, das könnte durchaus eine gewollte Anspielung gewesen sein. Diese wird erst viel später im Film relativiert durch Max‘ Interesse an Blinka. In Deutschland ist „Fangs of the Living Dead“ leider komplett unveröffentlicht.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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