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Ein Schlitzohr außer Rand und Band

Italien, 1981

  • Originaltitel: Delitto al ristorante cinese
  • Regisseur: Bruno Corbucci
  • Kamera: Giovanni Ciarlo
  • Musik: Detto Mariano
  • Drehbuch: Bruno Corbucci, Mario Amendola
  • Inhalt:

    Bombolo und Vincenzo (Enzo Cannavale) arbeiten in einem chinesischen Restaurant. Als der Besitzer für eine Woche verreist und den bisherigen chinesischen Koch wegen seines hohen Alters entlässt, erhalten sie währenddessen als Vertretung den frisch aus China angereisten Ciù Ci Cao (Tomas Milian), zu dessen Spezialität „gefüllter Reis“ – Reiskörner, gefüllt mit Ameisen - gehört. Als einer der Gäste, Giovanni Papetti (Peter Boom), nach seiner Mahlzeit nicht mehr unter den Lebenden weilt, transportieren Bombolo und Ciù Ci Cao zu Papettis Haus, doch Bombolo hinterlässt „Spuren“ indem er den Toten beklaut, was Inspektor Giraldi auf die Spur der Beiden bringt.

     

    Die Polizei hat zu diesem Zeitpunkt bereits festgestellt, dass Papetti mit Arsen vergiftet wurde. Verdächtigt wird neben dem Restaurantpersonal außerdem eine geheimnisvolle Geliebte, die an diesem Abend Papettis Begleitung war, sowie der Fotograf „Oscarettom“, der die Beiden erpresst hat.

     

    Für seine Ermittlungen muss Giraldi seinen Zwangsurlaub wegen eines gebrochenen Beins unterbrechen, den er eigentlich für den Hausbau für sich und seine Familie nutzen wollte. Doch auch hier gibt es Probleme, denn Giraldi baut ohne Genehmigung auf öffentlichem Grund.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    An diesem achten Giraldi-Film scheiden sich die Geister, denn während viele italienische Fans diesen für den lustigsten Film der Reihe halten, sehen das die deutschen Fans meist ganz anders.

     

    Einer der Gründe könnte wohl die Synchro sein, die hier nicht von Rainer Brandt sondern von einem Münchener Studio realisiert wurde. Leider kenne ich den Film nicht in Deutsch, weshalb ich nur schwer etwas dazu sagen kann, aber Tomas Milians Doppelrolle, hier als Chinese Ciù Ci Cao, da kann man wohl viel falsch machen, zumal die reichlich vorhandenen Wortspiele zwischen dem Milian-Chinesisch und der italienischen Sprache einfach nicht ins Deutsche übertragbar sind.

     

    Außerdem verlässt Bruno Corbucci hier weitgehend den Stil der vorangegangenen Filme. Es gibt zwar eine Krimihandlung, die aber kaum von Spannung geprägt ist und am Ende sogar noch durch ein nachvollziehbares Mordmotiv abgemildert wird, somit haben wir es hier mit einer (fast) reinen Komödie zu tun. Und hier liegt auch die Stärke. Wer Tomas Milian in Sergio Corbuccis „Drei Halunken erster Klasse“ gesehen hat, weiß, was ihn mit Milians Verkörperung von Ciù Ci Cao erwartet. Auf der anderen Seite sind Milians Auftritte als Giraldi hier sehr zurückhaltend, zudem Giraldi ein gebrochenes, eingegipstes Bein hat und am Stock geht.

     

    Nahezu komplett heruntergefahren wurde auch die Action, mal abgesehen von einer recht guten Verfolgungsjagd. Überhaupt scheint das so eine Art ungeschriebener Regel dieser Filmreihe zu sein, dass zu jedem solider produzierten Film ein sparsamerer Nachfolger gehört.

     

    Als Nebenhandlung sieht man Giraldi mit Frau (hier wieder Olimpia di Nardo) und kleinem Sohn beim illegalen Hausbau. Hier eine witzige Fußnote: der kleine Junge, Giraldis Sohn, scheint Tomas Milian überhaupt nicht leiden zu können, fängt sofort immer an zu schreien, wenn Milian in seine Nähe kommt.

     

    Witzig auch, während Milian in seiner Rolle als Giraldi Bombolo ja immer ohrfeigt, bekommt Bombolo von Milian als Ciù Ci Cao immer Trostküsschen.

     

    Enzo Cannavale ist als Vincenzo zu sehen, ein italienischer Koch in einem chinesischen Restaurant, kennt Giraldi aber nicht, es handelt sich also wirklich um einen anderen Koch als „Venticello“, den Cannavale in „Der Superbulle jagt den Paten“ und „Der Superbulle in Amerika“ verkörpert hat.

     

    Wirklich schwach ist hier die Musik von Detto Mariano. Sie mag zwar passend sein, aber ich habe den Film immerhin gerade erst gestern gesehen und kann mich kein Stück mehr an irgendwelche Musik erinnern, abgesehen vom Opening Credit.

     

    Die deutsche Fassung gehört neben „Hippie Nico von der Kripo“ (Squadra Antifurto) zu den am Schwersten erhältlichen Teilen der Reihe, da es offenbar nur ein Videotape von All Video gab. Diese Review beruht auf der italienischen DVD-Version, es gibt dort aber auch eine Blu Ray, Qualität unbekannt.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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