Dr. Goldfoot and the Girl Bombs

Italien | Vereinigte Staaten, 1966

  • Originaltitel: Le spie vengono dal semifreddo
  • Alternativtitel:

    Bonecas Explosivas (BRA)

    L'espion qui venait du surgelé (FRA)

    As Sensuais Espias do Dr. Goldfoot (POR)

    O Fabricante de Loiras Explosivas (POR)

    Dr. Goldfoot and the 'S' Bombs

    Dr. Goldfoot and the Love Bomb

    Dr. Goldfoot and the Sex Bombs

    Spies Come from Half-Cold

  • Regisseur: Mario Bava
  • Kamera: Antonio Rinaldi, Mario Bava
  • Musik: Les Baxter, Coriolano Gori
  • Drehbuch: Giuseppe Moccia, Franco Castellano, James H. Nicholson
  • Inhalt:

    Der Mad Scientist Dr. Goldfoot (Vincent Price) hat erneut einen teuflischen Plan ersonnen, um Chaos zu stiften. Mithilfe von weiblichen Roboter-Klonen, die beim Küssen explodieren, will er alle Nato-Generäle ausschalten, mit Ausnahme von General Willis, dem Goldfoot ähnlich sieht. In der Person Willis‘ will Dr. Goldfoot sich Zugang zu einer Atombombe zu schaffen, die er auf Moskau abwerfen will, um so einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion anzuzetteln. Unterstützt wird Goldfoot dabei von seiner Assistentin Hardjob (Moa Tahi) und dem Chinesen Fong (George Wang).

     

    Der US-Agent Bill Dexter (Fabian) findet als Erster heraus, dass der bis dahin tot geglaubte Mad Scientist noch lebt und wieder aktiv ist. Doch sein Vorgesetzter Col. Benson (Francesco Mulé) glaubt ihm nicht. Durch eine Manipulation Goldfoots werden ausgerechnet die zwei trotteligen Agenten in Ausbildung Franco und Ciccio (Franco Franchi und Ciccio Ingrassia) auf den Fall angesetzt. Die Lage spitzt sich zu als Goldfoot Col. Bensons Sekretärin Rosanna (Laura Antonelli) entführen lässt, um auch sie zu duplizieren.

     

    Franco, Ciccio und Dexter finden jedoch das Versteck des Schurken und es kommt zu einer Verfolgungsjagd, die von einem Schloss über einen Vergnügungspark führt und in einer B-52 mit scharfer Atombombe über Russland endet.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Heute habe ich mir eine sehr schwere Aufgabe vorgenommen, denn leider bin ich gezwungen, eine Regiearbeit von Mario Bava weitgehend zu verreißen. Leider bleibt einem kaum eine Wahl wenn man diesen Film gesehen hat, ganz gleich in welcher Fassung.

     

    Nach dem zwar erfolgreichen aber recht teuren „Dr. Goldfoot and the Bikini Machine“ (1965) von Norman Taurog, entschied sich American International Pictures die Fortsetzung in Italien drehen zu lassen. Hierfür gewann man Fulvio Lucisano als Co-Produzenten, der wiederum Mario Bava als Regisseur verpflichten konnte. Es entstanden zwei Fassungen:

     

    In der US-Version „Dr. Goldfoot and the Girl Bombs“ liegt der Fokus auf dem Agenten Bill Dexter, der zusammen mit der hübschen aber anscheinend frigiden Rosanna versucht, Goldfoots Bestrebungen die Nato-Generäle mithilfe der küssenden Klon-Bomben zu töten, zu verhindern.

     

    In der italienischen Version „Le Spie vengono dal semifreddo“ (The Spies who came from the semi-cold) bekommt der Zuschauer es dagegen zusätzlich mit dem damals sehr vielbeschäftigten und unverwüstlichen Slapstick-Duo Franco e Ciccio zu tun.

     

    Beide Fassungen sind nicht wirklich gut und selbst die italienische Fassung gehört zu den eher schlechteren Franco e Ciccio-Filmen, die ohnehin eher selten der Brüller sind. Tatsächlich gehören die komischeren Momente des Films eher Vincent Price, sei es verkleidet als anscheinend schwangere und bärtige Nonne oder wie er gegen Ende als russischer Offizier verkleidet Franco und Ciccio erklärt, Spaghetti seinen eine russische Erfindung. Interessant sind zudem die Momente, in denen Vincent Price sich direkt an die Zuschauer wendet, z. B. gleich zu Anfang, wo er uns als Dr. Goldfoot seinen teuflischen Plan erklärt – der übrigens ziemlich unlogisch ist und auch im weiteren Handlungsverlauf wenig schlüssig vorankommt.

     

    Mario Bava wiederum wollte zwar gerne mit Vincent Price drehen aber nicht gerade diesen Film. Mit Franco und Ciccio dagegen wollte er zunächst nicht drehen. Bava selbst hat aber einen komischen Gastauftritt als wütender Angestellter des Vergnügungsparks, der versucht, die Agenten zu stoppen. Dabei hängt er an einem Fesselballon, Franco durchtrennt das Seil und Bava verflucht die beiden kurz darauf mit Heiligenschein und weißem Nachthemd ausstaffiert von einer Wolke aus. Einer der besseren Momente der völlig missratenen bis nervtötenden letzten dreißig Minuten des Films. Die Spezialeffekte dieser letzten 30 Minuten sind auf Stummfilm-Niveau und machen einen wirklich sprachlos. Das kann Bava besser, das wissen wir. Ebenfalls auf Stummfilm-Niveau sind die zahlreichen Zeitraffer-Szenen, das Geschehen wird nicht lustiger, nur weil man es schneller ablaufen lässt.

     

    Erwähnenswert ist natürlich die junge Laura Antonelli, die hier die erste größere Rolle ihrer Karriere hatte, wenn auch nicht mit übermäßig viel Text. Und hier man sie auch weitgehend im Stich gelassen, denn nur während ihrer eigenen Dialoge wirkt sie professionell. In den übrigen Szenen, wenn Fabian oder Franco und Ciccio agieren, sieht man immer wieder diesen irritierten und völlig verständnislosen Blick von ihr, so als hätte ihr niemand erklärt, worum es eigentlich geht. Sie schaut die Anderen dann immer an wie ein Auto, ist aber irgendwie auch niedlich. Außerdem darf sie im Unterröckchen gegen Moa Tahi kämpfen.

     

    Ja, was noch? Die Musik. In der US-Fassung von Lex Baxter, in der italienischen von Lallo Gori. Hier wird man schon bei dem visuell eigentlich recht gelungenen Vorspann durch einen Titelsong verärgert, der in der italienischen Version ziemlich unerträglich von Franco Franchi gegröhlt wird.

     

    Genug davon, es ist zu traurig. Wer eine gute Mario Bava-Komödie sehen will, sollte sich „Quante volte... quella notte“ (Vier Mal heute Nacht) zulegen. Dem kann man allenfalls vorwerfen, dass er für sein Entstehungsjahr 1972 den Zuschauern damals sicher zu bieder war, was aber nach so langer Zeit natürlich keine Rolle mehr spielt, wenn man sich schlicht eine gut gemachte und intelligent-witzige Komödie aus Italien ansehen möchte.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Veröffentlichungen:

    „Dr. Goldfoot and the Girl Bombs“, erschien in den USA als Doppel-DVD mit dem ersten Teil „Dr. Goldfoot and the Bikini Machine.“

     

    Die italienische Version „Le Spie vengono dal semifreddo“ erschien bei IFF im Original mit italienischen Untertiteln. Ein Kuriosum hierbei, dass man offenbar das qualitativ bessere US-Master als Grundlage verwendete, dann die Szenen, die nur in der US-Fassung zu sehen sind, entfernte, um anschließend das nur in der Italo-Version vorhandene Material einzufügen. Das Ergebnis sind natürlich sichtbare Unterschiede in der Bildqualität und man fragt sich, ob es bei all der Schnippelarbeit nicht logischer gewesen wäre, einfach beide Fassungen auf die DVD zu packen, da man sich ja ohnehin schon an der US-Fassung bedient hat.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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    Kommentare (1)

    • Gerald Kuklinski

      Gerald Kuklinski

      21 Februar 2016 um 10:18 |
      Da hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen, die DVD von IFF mit der italienischen Fassung erschien in Italienisch mit englischen Untertiteln.

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