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Django tötet leise

Frankreich | Italien, 1967

  • Originaltitel: Bill il taciturno
  • Alternativtitel:

    Django - Der lautlose Killer (Alt.)

    Django el taciturno (ESP)

    Django, le taciturne (FRA)

    Cango tabancali kabadayi (TUR)

    Django kills silently (USA)

    Django kills softly (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 03. Mai 1968
  • Regisseur: Massimo Pupillo
  • Kamera: Mario Parapetti
  • Musik: Berto Pisano
  • Drehbuch: Lina Caterini, Paul Farjon, Marcello Malvestito, Renato Polselli
  • Inhalt:

    Django (also eigentlich ja Bill, oder auch der Mann ohne Namen, weil sein Name zumindest in der deutschen Fassung niemals genannt wird), Django also rettet einer Frau das Leben, als die Bande des mexikanischen Schurken El Santo ihre ganze Familie auslöscht. Die Frau allerdings wird von den Männern des mindestens genauso schurkischen Thompson in den nächsten Ort gebracht, nach Santa Ana. Django reitet ebenfalls nach Santa Ana, nur um dort vor den frischen Leichen seines Freundes und dessen Familie zu stehen, die just von Thompson ermordet wurden. Django schwört also Rache, und um diese auszuführen nimmt er, gemeinsam mit dem Dorfbewohner Miguel, einen Auftrag an den Waffenschmuggler Rosson durch das Gebiet von El Santo zu führen. Rosson arbeitet allerdings mit El Santo zusammen, weswegen er Django verrät, ihn um seinen Lohn prellt und ihm stattdessen kräftig die Hucke vollhaut. Django wiederum klaut daraufhin Waffen und Geld von Rosson, spielt El Santo und Rosson gegeneinander aus, schleicht sich in Thompsons Bande ein, hetzt El Santo und Thompson aufeinander …

  • Autor: Maulwurf
  • Review:

    Alles klar? Handlung verstanden? Macht nichts, ich auch nicht … Würde zumindest nichts machen, wenn der Streifen denn wenigstens spannend oder genial gefilmt wäre. Aber leider handelt es sich bei DJANGO TÖTET LEISE um einen der unendlich vielen nicht so dollen Italo-Western, sprich um absoluten Durchschnitt. Man reitet, man schießt, man prügelt, und das alles in Kulissen die äußerst billig und nicht wirklich schön anzusehen sind. Hinzu kommt, dass die Versatzstücke eines Westerns nach Schema F abgespult werden, ohne dass sie irgendeinen Sinn ergeben. Da ist die Mexikanerbande, bei denen keiner sonderlich helle ist und wo alle immer dreckig lachen. Dann haben wir die Bande des fiesen Weißen, der intelligent und hintertrieben ist und dessen rechte Hand den vorletzten Schlusskampf mit dem Helden ausfechten darf. Weiter der Freund des Helden, der, wir haben es in unzähligen US-Western von der Pike auf gelernt, einen sinnlosen Heldentod sterben darf, damit der Held die Motivation für das Schlussduell bekommt. Das überflüssige Love Interest ist genauso vorhanden wie die Wagenladung Huren mit Herz, eine Saloonschlägerei, ein stummer Mexikaner der im entscheidenden Moment in die Handlung eingreifen darf, sowie eine wilde Schießerei in einer Felsschlucht. In der Rangliste der besonders sinnlosen weil einfach komplett unmotivierten Szenen führt die Saloonschlägerei, knapp gefolgt von der Szene in der Django seine eigene Wasserflasche mit Kugeln zersiebt, nur um zu zeigen was für ein toller Schütze er ist. Würde er als nächstes in die Wüste reiten wäre das ein glatter Anwärter für einen Darwin-Award. Ohne Wertung folgt das Lied im Saloon, das einfach nur peinlich ist und eine gute Gelegenheit zur Pinkelpause bietet.

     

    Nichtsdestrotrotz hat der Film schon auch einige Schauwerte: So ist reichlich Action vorhanden, und die ist auch gar nicht mal so schlecht inszeniert. Vor allem aber ein paar Nebendarsteller reißen es raus: Frederico Boido als zuckender Gunman, genannt “Der Nervöse“ ist eine absolute Schau – niemand dem man nachts begegnen möchte, weder vor noch hinter dem Saloon. Luciano Rossi als Thompson hüllt sich in seine Koteletten und ist nicht so verrückt wie in seinen späteren Filmen, was ihn angenehm (oder unangenehm, je nachdem) realistisch macht. Auch keiner bei dem man gerne Hausangestellter sein möchte. Spartaco Conversi und Liana Orfei machen ihre Sache nett und unauffällig und sind nicht weiter erwähnenswert.

    George Eastman in seiner ersten Hauptrolle und das erste Mal unter diesem Namen ist auch nicht wirklich schlecht, aber Sternstunden sehen anders aus. Ich würde mal behaupten, dass er mit zunehmendem Alter einfach besser und sicherer wurde, hier aber einfach noch nicht wusste wie er seine Zweimeterundsechs zielgerichtet einsetzen kann. Das Wort “solide“ dürfte es ganz gut treffen. Mit dem gleichen Wort kann übrigens auch die Musik von Berto Pisano beschrieben werden, die recht gut ins Ohr geht, sich dort allerdings nicht allzu lange festsetzt.

     

    Schlussendlich wie schon erwähnt ein Durchschnittswestern – ordentliche Schauspieler, billige Kulissen und Schauplätze sowie einiges an Leerlauf und Langeweile zwischen den vernünftig gemachten Actionszenen geben George Eastmans Aussage, dass der Regisseur Massimo Pupillo zwar ein netter und kultivierter Mann war, der aber kein Gefühl für das Kino hatte und vor allem in der Totalen völlig versagte, einen gewissen Wahrheitswert, den ich so mal unterschreiben möchte.

     

    P.S.: Wie kann man sich eigentlich einen leise tötenden Django vorstellen? Wie so eine Art Ninja-Django, der aus dem Sattel mit einem leisen Wusch auf das Dach des Saloons springt um von dort Patronen zu werfen? Geschossen wird in DJANGO TÖTET LEISE reichlich, und leise geht es dabei nicht zu …

  • Autor: Maulwurf
  • Veröffentlichungen:

    Die erste ungeschnittene deutschsprachige Veröffentlichung kommt von Great Movies und ist auf BluRay und DVD erhältlich, und zwar im Doppelpack mit Luigi Batzellas AUCH DJANGOS KOPF HAT SEINEN PREIS. Beide Filme liegen in deutschem und italienischem Ton vor, Untertitel hat es leider keine. Das Bild ist solide (schon wieder dieses Wort), scheint mir allerdings an ein paar wenigen Stellen etwas zu arg gefiltert, aber das kann Einbildung sein. Als Extras gibt es eine kleine Trailershow, und insgesamt kann man, so man auf billige Western steht, hier eigentlich nichts verkehrt machen.

  • Autor: Maulwurf
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