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Die blutigen Spiele der Reichen

Frankreich | Italien, 1976

  • Originaltitel: Roma, l'altra faccia della violenza
  • Alternativtitel:

    L'autre côté de la violence (F)

    Más allá de la violencia (ES)

    A Outra Face de Roma (Portugal)

    Rome: The Other Side of Violence (USA)

  • Deutsche Erstaufführung: 08. Juli 1977
  • Regisseur: Marino Girolami
  • Kamera: Giovanni Bergamini
  • Musik: Franco Bixio, Fabio Frizzi, Vince Tempera
  • Drehbuch: Gianfranco Clerici, Vincenzo Mannino, Claire Sinko Solleville
  • Inhalt:

    Auf den Straßen Roms herrscht mal wieder das bloße Verbrechen und nach einem brutalen Raubüberfall 4 maskierter Männer auf 2 hilflose Frauen wird Kommissar Carli (Marcel Bozzuffi) mit der Verfolgung der flüchtigen Gangster beauftragt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Kommissar Ferreri (Ennio Girolami) und einer Armada an Streifenpolizisten nimmt Carli sogleich die Verfolgung auf, aber die 4 unbekannten Täter können letzt endlich mit ihrer Beute entkommen. Kurze Zeit später wird die Tochter eines Ingenieurs während einer gehobenen Feier der besseren Gesellschaft Roms in der Villa Ludovici kaltblütig erschossen. Carol Alessi (Roberta Paladini) wollte eigentlich nur ein paar sorglose Stunden mit ihrer gut betuchten Peer-Group verbringen, als die Bonzen-Party unerwartet von 4 maskierten und bewaffneten Gangstern gestürmt wird. Als sich Carol während des Raubüberfalls gegen einen der brutalen Schurken zur Wehr setzt, eröffnet ein anderer unvermittelt das Pistolenfeuer auf die junge Frau und schon 3 Einschüsse später, entschwindet sie endgültig dieser Welt.... Der am Boden zerstörte Ingenieur und Vater Dr. Alessi (Anthony Steffen) kann das Geschehen nicht begreifen und hegt gegenüber der Ermittlungsarbeit der Polizei arges Misstrauen, die er Carli dann auch gleich wutentbrannt und unverblümt unter die Nase reibt. "Sie sind der Kommissar, oder? Wie fühlt es sich an, ein 18 jähriges Mädchen auf dem Gewissen zu haben? Vergessen Sie es Kommissar, unternehmen Sie die üblichen Untersuchungen und schließen dann die Akte." Der vermögende Ingenieurs hat zwar noch seinen Sohn Giorgio (Stefano Patrizi), doch das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist schon seit Jahren total zerrüttet. Da 4 Unbekannte ihm jetzt auch noch seine heißgeliebte Tochter nahmen und gegenüber der Polizeiarbeit weiterhin erhebliche Zweifel bestehen, nimmt Dr. Alessi das Heft selbst in die Hand und startet seinen eigenen Ermittlungsfeldzug gegen die unbekannten Täter, um diesen nach der Identifizierung eine gerechte Strafe zukommen zu lassen... Aber auch die beiden Kommissare Carli und Ferreri bleiben nicht untätig und vermuten hinter den beiden grausamen Raubüberfällen unmittelbar die gleichen 4 Täter. Da ihnen aber keinerlei Anhaltspunkte für die tatsächliche Identitäten der 4 Maskierten vorliegen, gibt Carli den Befehl zum willenlosen Aufmischen der Unterwelt Roms. In einer großangelegten Polizeiaktion werden zahlreiche Verbrechensnester gestürmt und die Anwesenden zu anschließenden Verhören auf die Wache verfrachtet. Carli hegt dabei die Hoffnung, dass irgend ein Vorgeführter beim Verhör zu singen anfängt. Und tatsächlich, nach einiger Zeit vernimmt er plötzlich einen sehr leisen und recht zögerlichen Gesang, indessen Folge dann so langsam Bewegung in die Sache kommt...

  • Autor: Richie Pistilli
  • Review:

    Dieser actionreiche Polizei-Streifen von "Papa Castellari" Marino Girolami ist die pure Wucht und konnte außerordentlich begeistern. Die Story ist eigentlich recht einfach gehalten, aber aufgrund der energiegeladenen Inszenierung in Verbindung mit der tollen Schauspielerleistung und der grandiosen Kamerarbeit ist letzt endlich ein höchst begeisterungsfähiges Werk entstanden. Inhaltlich steht hier ganz klar der gesellschaftliche Konflikt zwischen Arm und Reich im Vordergrund. Die überschaubare Story ist durchgehend spannend gestaltet und zahlreiche Actionsequenzen (z.B. Verfolgungsjagden oder Schusswechsel) sind mit einer hochsoliden Kameraarbeit in Szene gesetzt. Neben den beiden hervorragenden Hauptakteuren Marcel Bozzuffi (den ich persönlich ja sehr gerne sehe) und Anthony Steffen sind auch sehr gute Leistungen bei zahlreichen Nebendarstellern zu verzeichnen. Die Filmmusik von Bixio-Frizzi-Tempera ist ein ohrwurmträchtiger Genre-Knaller und gibt dem Ganzen den letzten Schliff. Bleibt nur noch zu hoffen, dass diese überwältigende Filmperle irgendwann auch noch mit der dt. Synchronisation das Tageslicht in Form eines Silber- oder Bläulings erblickt. Ein weiterer Vertreter der großartigen Poliziottesco Gattung "Jugendlich, kriminell und höchstgefährlich", der absolut zu überzeugen weiß. Exzellent!

  • Autor: Richie Pistilli
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