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Die Bestie mit dem feurigen Atem

Frankreich | Deutschland | Italien, 1971

  • Originaltitel: L'iguana dalla lingua di fuoco
  • Alternativtitel:

    La lengua de fuego de la iguana (ESP)

    L' Iguane à la langue de feu (FRA)

    The Iguana with the Tongue of Fire

  • Regisseur: Riccardo Freda
  • Kamera: Silvano Ippoliti
  • Musik: Stelvio Cipriani
  • Drehbuch: Sandro Continenza, Riccardo Freda, André Tranché
  • Inhalt:

    Der Schweizer Botschafter Sobiesky (Anton Diffring) gerät in Dublin in die Schlagzeilen, da im Kofferraum seiner Limousine die grausam verstümmelte Leiche einer jungen Frau aufgetaucht ist. Als sich herausstellt, dass es sich zu allem Überfluss auch noch um seine Geliebte gehandelt hat, ist der Skandal perfekt. Der ehemalige Inspektor John Norton (Luigi Pistilli) stellt Ermittlungen in diesem mysteriösen Fall an, doch alle Beteiligten fallen vor allem durch ihr Schweigen auf. Niemand scheint an einer schnellen Lösung interessiert zu sein, doch es stellt sich auch schnell heraus, dass so mancher der stummen Zeugen einiges zu verbergen hat. Die brutale Mordserie geht weiter, bis schließlich sogar Nortons Tochter ins Visier des Killers gerät...

  • Autor: Prisma
  • Review:

    Riccardo Fredas "Die Bestie mit dem feurigen Atem" kommt wie etliche seiner Arbeiten nicht über den Status von Unterhaltungsfilmen hinaus, die zwar gerne gesehen sind und unterm Strich gut unterhalten können, gleichzeitig aber unter teils ziemlich schlampigen Bearbeitungen zu leiden haben. Die eklatante Schwäche im Bereich der Effekte ist in diesem Film nicht zu leugnen, außerdem kann sich die Handlung nur schwer entzerren. Der Einstieg geschieht glücklicherweise äußerst straff mit einem unheimlich wirkenden Mord, wobei das mit Säure verätzte Gesicht der jungen Frau sicherlich eher zum Schmunzeln, als zum Fürchten verleitet. Daher musste als Ablenkungsmanöver unmittelbar nach dieser Aktion ein brutaler Schnitt durch die Kehle folgen. Man darf es sagen wie es ist; die Maske hat definitiv keine Expertisen vorweisen können und diese Tatsache wird sich wie ein roter Faden durch die Szenerie ziehen.

     

    Beim Thema Ausstattung und Setting bekommt man als Zuschauer Zufriedenstellendes geboten, vor allem der beinahe exotisch wirkende Schauplatz Dublin wirkt sehr ansprechend und stellt sich als sehr abwechslungsreich heraus. Dennoch tauchen Schlampereien vom Fließband auf, die dem Film seine Seele geben und alles andere als elegant wirken, vor allem die teils ungünstige Ausleuchtung versetzt hier und da schon kleinere Tiefschläge. Dem Empfinden nach jagen sich durchaus hochwertige, aber auch unausgereifte Sequenzen permanent und in Etappen den Rang ab, was ziemlich schade ist, da der Plot gar nicht mal so uninteressant ist, und die Regie im Endeffekt recht ambitioniert vorgeht. Was "Die Bestie mit dem feurigen Atem" allerdings uneingeschränkt zum Hingucker werden lässt, ist die sehr ausgewogene und teilweise spektakuläre Besetzung.

     

    Luigi Pistilli weiß in der Rolle des Ex-Polizisten zu gefallen und er präsentiert durchgehend ein überzeugendes Profil. Seine raue Art, die nebenbei aber auch den Sinn für die schönen Dinge des Lebens zulässt, wirkt sympathisch. Dagmar Lassander ist wie häufiger damit beschäftigt, mehr Überzeugungsarbeit zu leisten, als sich darstellerischen Exzessen hinzugeben. Dieser selbstbewusste Charakter mit unbändiger Haltung und spitzen Sprüchen liegt ihr jedoch gut und es liegt immerhin im Bereich des Wahrscheinlichen, den Zuschauer auf anderen Ebenen zu reizen. Die stets so geheimnisvoll und verführerisch wirkende Französin Dominique Boschero wurde schockierenderweise sehr früh aus dem Drehbuch gemordet, was bei der Qualität der anderen darstellerischen Leistungen aber keinen Grund zur großen Trauer darstellt. Anton Diffring beweist einmal mehr internationales Format in einer ambivalent angelegten Rolle, Werner Pochath gefällt sich erneut in der Rolle seines ganz persönlichen Abonnements als zweifelhafter Unruhestifter und Valentina Cortese zeichnet die elegant aussehende, aber im Grunde genommen vulgäre Ehefrau des Botschafters mit voller Hingabe und Durchschlagskraft.

     

    Das Ensemble liefert also die halbe Miete aus dem Stand und weitere Vorzüge helfen Riccardo Fredas Film zusätzlich aus einem Sumpf der oft unterstellten Bedeutungslosigkeit heraus. Passagen des Leerlaufs unterwandern die immer wieder aufblitzende und gar nicht so mühsam konstruiert wirkende Spannung leider immer wieder gerne einmal aufs Neue, doch man wird auch stets mit kleineren Appetithäppchen entschädigt. Die Synchronisation ist nicht besonders gelungen, aber die Dialoge sind mit Spitzen gespickt, sodass es sich letztlich ausgleicht. Im Bereich Akustik und Musik hört man Bemerkenswertes, was der Grundspannung letztlich sehr zuträglich ist, das Finale ist trotz einer nicht wegzudiskutierenden Vorhersehbarkeit dennoch packend inszeniert worden. Die Aufklärung der teils nebulösen Zusammenhänge geschieht insgesamt nicht besonders eingängig, vor allem das Motiv erschließt sich selbst mit einiger Fantasie nicht besonders eingängig. Unterm Strich bleibt jedoch ein unterhaltsamer Freda, der die Ellenbogen allerdings nicht weit genug ausfahren kann, um der Konkurrenz gefährlich zu werden.

  • Autor: Prisma
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