Der Würger kommt auf leisen Socken

Deutschland | Italien, 1971

  • Originaltitel: Lo strangolatore di Vienna
  • Alternativtitel:

    El carnicero de Viena (ESP)

    L'étrangleur de Vienne (FRA)

    The Mad Butcher (USA)

    Meat Is Meat (Int.)

    The Mad Butcher of Vienna (Int.)

    The Strangler of Vienna (Int.)

    The Vienna Strangler (Int.)

  • Deutsche Erstaufführung: 25. Februar 1972
  • Regisseur: Guido Zurli
  • Kamera: Enrico Betti Berutto
  • Musik: Alessandro Alessandroni
  • Drehbuch: Dag Molin, Dick Randall, Karl Ross
  • Inhalt:

    Otto Lehmann ist nicht nur beste Fleischer von Wien sondern obendrein der Einzige, mit einem Zertifikat, das ihm Normalität bescheinigt. Denn nachdem er seine bärbeißige Nachbarin mit zwei Pfund Leber geohrfeigt hat, ließ ihn seine Frau in eine Nervenheilanstalt einweisen, damit er so dem Gefängnis entgeht. Nach drei Jahren wird er nun entlassen, mit besagtem Normalitäts-Zertifikat in der Tasche. Doch mit dem Normalwerden will er sich Zeit lassen und zieht zunächst nicht wieder bei seiner Frau Hanna (Karin Field) ein sondern bezieht die kleine Wohnung über seinem Laden, die sonst von Schwager Karl bewohnt wird. Seine Frau ist wütend und als sie ihn obendrein erwischt, wie er Berta Hensel (Franca Polesello), die Frau von Gegenüber, beim Ausziehen beobachtet, kommt es zum Streit und Otto bricht seiner Frau das Genick. Doch wohin mit der Leiche? Zum Glück besitzt er alle notwendigen Apparaturen zur Herstellung von Brühwurst in Eigenproduktion. Hanna bleibt nicht sein einziges Opfer, und allmählich kommt ihm der von der nahezu verbrechenslosen Stadt Wien gelangweilte Reporter Mike (Brad Harris) auf die Spur, der zudem ein Auge auf Berta geworfen hat.

  • Autor: Gerald Kuklinski
  • Review:

    Aus der Produktionsschmiede von Dick Randall und im US-Verleih von Schmuddel-König Harry Novak kommt dieser sehr vergnügliche Film von Guido Zurli. Als schwarzhumorige Krimi-Komödie erzählt er die Geschichte des wahnsinnigen Fleischers Otto Lehmann.

     

    In der Hauptrolle sehen wir den genialen Victor Buono, welchen Filmfans mindestens aus Robert Aldrichs „Wiegenlied für eine Leiche“ kennen. Auch auf dem Gebiet der Darstellung eines Serienmörders ist Buono kein Neuling, spielte er doch bereits 1964 in Burt Toppers „Der Würger von Boston“ die Titelrolle des Leo Kroll. Außerdem war er im selben Jahr – also 1971 – in Alberto de Martinos Giallo „The Man with the icy Eyes“ zu sehen.

     

    Hier, in „Der Würger kommt auf leisen Socken“ erhält er schauspielerischen Support unter anderem von Brad Harris, in der Rolle des jugendlichen (na ja) Helden und von der schönen Karin Field, die hier die nörglige, zickige Ehefrau spielt, zumindest bis zu deren Ableben. Ebenfalls sehenswert Luca Sportelli als Ottos schmieriger Schwager.

     

    Was mir an diesem kleinen und sicher auch sehr preiswert entstandenen Film so gefällt ist der gelungene und nicht leicht umzusetzende schwarzhumorige Tenor des Ganzen. Gerade einem Guido Zurli hätte ich das nicht zugetraut, und mit einem anderen, weniger genialen Hauptdarsteller wäre er wohl auch verloren gewesen.

     

    Zu einer guten schwarzen Komödie gehört natürlich ein passender Soundtrack, und Alessandro Alessandroni ist hier ein kleines Meisterwerk gelungen. Mit Wiener Flair und mit einem schmissigen Hauptthema, das sich durchaus mit der Titelmelodie von „Der Clou“ messen kann.

     

    Ganz klar sollte aber sein, dass hier keine Geschmacksgrenze allzu überschritten wird, das Ganze ist unblutig und lebt eher von seinem leichtfüßigen Charme. Und in Serienmord, gerochene Genicks und Kannibalismus Charme reinzubekommen, das muss einem erst mal gelingen.

     

    Gesichtet habe ich hier die ungekürzte DVD-Version von Something Weird Video. In Deutschland erschien der Film nach seiner Kinopremiere 1972 nur bei Toppic Video, und da ich diese Fassung nicht kenne, kann ich nicht sagen, inwiefern eine deutsche Synchro hier Schaden verusacht haben könnte.

     

    Auf jeden Fall mal in diesen Film reinschauen, der nicht nur Guido Zurlis beste Regiearbeit ist sondern wohl ebenfalls zu den besseren Dick Randall Produktions-Machwerken gehört. Die Beiden taten sich 1977 nochmals zusammen für „Die schwarze Nymphomanin“ mit Ajita Wilson.

  • Autor: Gerald Kuklinski
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